Wer wird Milliadär?

Forbes hat die Liste der jüngsten Milliardäre der Welt veröffentlicht.

Das gibt interessantes Material für ein paar Statistikspielereien.
46 Menschen unter 40 sind nach dem Artikel Milliardäre.
9 Frauen, 37 Männer. Das sind ja noch gewöhnliche Zahlen, die auch das Geschlechterverhältnis von Vorstandposten in den DAX-Unternehmen widerspiegeln:
80% Männer, 20% Frauen.

Forbes berichtet, dass von den 46 Milliardären ganze 27 Selfmade-Milliardäre sind, also Menschen, die nicht mit einem Goldenen Löffel im Popo groß geworden sind, sondern, aus eigener Kraft, mit ihren eigenen Ideen und der Bereitschaft zum Risiko, mit ihrem meist selbst gegründeten Unternehmen ihr Vermögen aufgebaut haben. Das sind immerhin 56%. Eine schöne Zahl, die zeigt, dass nicht nur Leute, die lukrativ heiraten oder erben, den Sprung in den exklusiven Billionars-Club schaffen.

Interessant wird es vor allem wenn man sich hier die Verteilung der Geschlechter ansieht:

26 Männer sind hier vertreten und nur eine 1 Frau, die Ihr Studium an der kalifornischen Elite-Uni Stanford geschmissen hat und lieber eine Geschäftsidee verwirklichte.

Sprich 96% der Selfmade-Milliardäre sind Männer, 4% Frauen.

Bei Menschen die „altes Geld“ verwalten ist die Verteilung immerhin mit 58% Männer (11) zu 42% Frauen (8) fast ausgeglichen.

Milliardäre unter 40 Gesamt Männer Frauen
Gesamt 46 (100%) 37 (80%) 9 (20%)
Selfmade 27 (59%) 26 (96%) 1 (4%)
Geerbt/Erheiratet 19 (41%) 11 (58%) 8 (42%)

Wenn ich Feministin wäre, würde ich jetzt wahrscheinlich weinen, dass Frauen ja so schlimm unterdrückt werden, dass sie nicht gleich viele Selfmade-Miliardäre hervorbringen wie die Männer, auch wenn sie inzwischen häufiger Abitur machen, bessere Noten haben und genauso häufig studieren.

Allerdings hilft es vermutlich nicht mantramäßig runter zu beten, dass Männer und Frauen von ihren Anlagen gleich sind, und Frauen hier immer nur Opfer einer gläsernen Decke sind, die von ihren Eltern und der Gesellschaft immernoch dazu erzogen werden brav und unterwürfig zu sein, wenn sie sich dagegen entscheiden, ggf. auch ohne abgeschlossenes Studium das Risiko einzugehen, als UnternehmensgründerIn reich zu werden – dafür 60 bis 80 Stunden pro Woche zu arbeiten und die Skrupellosigkeit zu entwickeln sich in einen hart umkämpften Markt durchzusetzen. Wie es kürzlich Edwina Currie im telegraph.co.uk schrieb:

Es ist der Feminismus der Frauen ausbremst

Mangel an Glaube in sich selbst und nicht Sexismus, hält viele talentierte Frauen davon ab in vor vorderen Ränge zu kommen

Klar, wenn man man von wohlmeinenden Opferheulsusen wie Anne Wizorek immer nur vorgebetet bekommt, dass das böse Patriarchat Frau sowieso daran hindert reich und berühmt zu werden, warum sollte man es dann überhaupt versuchen, anstatt als gebildete Ehefrau Karriere zu machen.

Dabei ist das schöne am Kapitalismus, dass ihre Anhänger sogar bereitwillig die Stricke verlaufen würden, mit denen sie im Falle der Revolution am Baum auf geknüpft werden, solange sie damit noch etwas Geld verdienen könnten.

Warum sollte jemand der Geld verdienen will, eine Frau wie Elizabeth Holmes (die Selfmade Milliardärin der Liste) mit einer guten Geschäftsidee davon abhalten ihre Ideen umzusetzen? Oder eine Frau nicht damit beauftragen, eine mittelmäßig erfolgreiches Unternehmen mit 30 Mitarbeitern, wie Ebay, zu Weltruhm zu führen, wie Meg Withman (die erste Internet-Milliardärin).

Als Mann sage ich: Wäre ja schön, wenn Frauen häufiger Karriere in ihren Lebensmittelpunkt stellen würden, denn für mich als Mann hieße das, ich hätte endlich mal genau die gleiche Entscheidungsfreiheit, ob ich mich lieber der Karriere oder der Familie widme, wie sie HP-CEO Meg Withman schon lange als Ergebnis des Femnismus bei den Frauen sieht.

Vielleicht gibt es ja doch noch irgendwo Menschen die ihren Töchtern, Schülerinnen und Studentinnen einreden, dass sie das alles nicht so gut können wie die Jungen, weshalb Frauen lieber nett und brav Kinder groß ziehen und lieber dafür sorgendass die Quote der alleinerziehenden Mütter nicht unter die 90%-Marke rutscht.

Aber dass das heute noch öfter geschieht als bei den Jungen halte ich für unwahrscheinlich, denn die werden mit ihrem Verhalten immer häufiger zum Störfaktor erklärt. Denn ein Junge der sich noch nach dem klassischen Bild männlich verhält gehört zu jenem Teil der Gesellschaft, der nach Programm der SPD überwunden werden soll um eine ein „menschliche“ Gesellschaft zu erlangen. Klingt für mich nicht als als wären die klassischen männlichen Eigenschaften wie Risikobereitschaft, Nonkonformismus und Entdeckergeist gerade gesellschaftlich hoch im Kurs, auch wenn sie sich immer wieder bezahlt machen.

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