Loriot lebt

Natürlich nicht der viel zu früh von uns gegangene Victor von Bülow, der es so einzigartig schaffte, der deutschen Übergründlichkeit eine humorvolle Seite abzugewinnen. Aber sein Geist lebt, denn offensichtlich, hat sich in den letzten Jahrzehnten nichts grundsätzliches am deutschen Wesen geändert.

Gegenwärtig lebt sein Geist als realsatirisches Drehbuch in Form von Stellungnahmen der Fachschaftsinitiative Genderstudies in Berlin:

Ein Beispiel?

Liebe Student*innen der Gender Studies, liebe Interessierte,

Anfang Juli 2015 sah sich die weiß und mehrheitlich cis*-positionierte Fachschaft Gender Studies (FSI) dazu gezwungen, eine weiß und trans*-positionierte Person (R.) auszuschließen. Im Rahmen seiner_ihrer Fachschaftsarbeit kam es zu massiven rassistischen Äußerungen und Handlungen durch R. Dass erstmalig so ein drastischer Schritt, ein Ausschluss, nötig ist, möchten wir an dieser Stelle begründen und unsere Entscheidung öffentlich darlegen. Denn Rassismus ist keine Privatangelegenheit!

Im Zuge eines Seminars der Gender Studies bei Lann Hornscheidt im Sommersemester 2015 wurde gegen den, von Lann Hornscheidt ausgeübten, Rassismus interveniert. Eine beteiligte, cis-positionierte, PoC (N.) hat nach der Intervention die FSI davon in Kenntnis gesetzt.

R.s Reaktion darauf war in mehrfacher Hinsicht anmaßend und diskriminierend. Als weiße Trans*-Person verlangte R. von der WoC spezifische Auskünfte über die race- und gender-Positionierungen innerhalb der Interventions-Gruppe. Denn schließlich sei der weiße Raum, in dem interveniert wurde, ein Schutzraum für Trans*-Personen. Somit müsse, als Legitimation, ein_e Trans*Inter*GnC (Gender non Conforming) PoC oder Schwarze_r in die Intervention involviert sein.
Wenn ein_e solche_r nicht gefragt werden könne, müsse letztlich eine weiße Trans*Inter*GnC Person die Erlaubnis erteilen, in einem „weißen Trans*Schutzraum“ zu intervenieren, zum Beispiel R. selbst.

Wen man sich hier Evelyn Hamann vorstellt, die das todernst vorträgt, fühlt man sich doch gleich an Lord Hasketh Fortescue aus Middle Fritham erinnert.

Dagegen wäre die konstituierende Sitzung des Karnevalsverein aus Loriots „Ödipussi“ eine Schnarchnummer.

Und Monty Pythons Volksfront von Judäa wirkt dagegen fast seriös.

Wenn ich mir solche Statements durchlese bin ich ja geneigt, eine Petition zu starten, damit Frank Plasberg, dem Wunsch von Sybille Mattfeldt-Kloth vom Landesfrauenrat Niedersachen nachkommt und tätsächlich mal eine Genderdiskussion bei Hart aber Fair startet in der die Fachleute der Genderforschung auf ernst zu nehmende Kritiker wie Ulrich Kutschera und Heike Diefenbach („Lernt lieber Logik“ – Ein Rat für die kleinen Feministen) treffen.

Ich vermute, dann würde sich der Deutsche Frauenrat ganz sehnlichst wieder ein Geplänkel, wie zwischen den Damen Thomalla, Kelle, Wizorek und den Herren Kubicki und Hofreiter, zurück wünschen. Das musste wenigstens niemand inhaltlich wirklich ernst nehmen.

#HartAberFair: Über die 6 Mythen des modernen Feminismus

Es war schon lustig. Erst nimmt der WDR nach böser Kritik der Frauenverbände, die erste Folge der Ampelmännchen-Diskussion bei ‚Hart aber fair‘ aus der Mediathek. Dann nach Kritik über Zensur und dem Opfern der Pressefreiheit gegen Lobbyverbände wieder hinein. Im Prinzip hatte Herr WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn ja Recht: Die Mediathek ist kein Ewiges Archiv des WDRs, und eigentlich ist das Herausnehmen von einzelnen Sendungen, die wenig Interesse finden, ein ganz normaler Vorgang. Vermutlich hätte das auch niemand gemerkt, wenn der Deutsche Frauenrat nicht so doof gewesen wäre, die Entscheidung des WDR in einer Pressemitleillung unter „Ohrfeige für Plasberg: Ampelmännchen muss in Giftschrank“ als Erfolg von feministischer Lobbyarbeit öffentlich zu feiern. Dumm gelaufen, Deutscher Frauenrat, mit dieser fragwürdigen Haltung zu Meinungs- und Pressefreiheit mit habt ihr es euch leider selber zuzuschreiben, dass euch das Thema um die Ohren geflogen ist. Weiterlesen

Er entdeckt dass seine Frau einen Liebhaber hat. Das ist seine ungewöhnliche Reaktion

Wem die Überschrift bekannt vorkommt: Dieser Text wurde anfang der Woche mit großem Erfolg nur mit umgekehrten Geschlechterverteilungen bei der Huffington Post veröffentlicht. Mittlerweile wurde er schon über 21.000 gelikt und 2.700 mal geteilt und ich finde es erschreckend, wieviele (ich vermute mal) Frauen sich für eine so primitiv sexistische Rachefantasie begeistern können. Wie sexistisch dieser Brief ist, wird vermutlich ansatzweise klar, wenn man einfach die Geschlechter umdreht und letztendlich ist es ja nicht so, dass Frauen seltener Fremd gehen.

Eines Morgens ging er ins Bad. Und entdeckte, als seine Frau aus der Dusche stieg, überall Knutschflecken auf ihrem Oberkörper. Er stellte sie zur Rede. Und erfuhr, dass sie ihn betrogen hatte.
Daher entschied er sich, dem Liebhaber einen Brief zu schreiben und ihn auf Facebook zu veröffentlichen. Und der Brief ist, sagen wir mal, sehr auf den Punkt: Weiterlesen