Wenn Anne Wizorek AfD wählen würde

Anne Wizorek hat sich zum Weltfrauentag einmal beim Feminismus bedankt. Es ist faszinierend, wenn man sich vorstellt sie wäre AFD-Wählerin und hätte sich statt dessen bei der AFD bedankt. Die Argumentationssturktur wäre die gleiche. Man müsste nur ein paar Worte austauschen. Ich glaube ich weiß seit dem noch deutlicher warum ich kein Feminist bin und warum ich nicht AfD wähle, weil mir diese Opferkultur und diese Verantwortungsverweigerung zuwider ist:

„Meine liebe AFD
ich schreibe dir heute, am 21.03. März 2016, um dir einfach mal zu sagen, wie toll ich dich finde und wie froh ich bin, dass es dich gibt! So oft, wie du grundlos auf die Mütze kriegst, ist doch der Super Wahlsonntag mit drei Landtagswahlen ein passender Anlass, um dir einfach mal Danke zu sagen. Weiterlesen

Arme Rentnerinnen

Es ist schon Lustig: Der Spiegel hat eine neue Gender Gap aufgetan und titelt:

»Gender Pension Gap: Frauen bekommen nicht mal halb so viel Rente wie Männer

»Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen wird im Alter zur riesigen Kluft: Im
Schnitt erhält eine Rentnerin in Deutschland 57 Prozent weniger Geld als ein Rentner.
Eine Studie zeigt die Gründe.«

»Die WSI-Forscher nennen eine Reihe von Faktoren, die für die Rentenkluft verantwortlich
sind:
– Niedrige Erwerbsbeteiligung: Frauen sind und waren weit häufiger gar nicht berufstätig
als Männer.
– Hohe Teilzeitquote: Frauen arbeiten häufig nicht Vollzeit.
– Niedrige Entgelte: Aktuell verdienen Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer.Früher, als die jetzigen Rentnerinnen im Berufsleben standen, war die Lücke noch größer.
– Häufige und längere Erwerbsunterbrechungen, etwa durch Kinderbetreuung
– Häufige Beschäftigung in Minijobs ohne Rentenversicherung

Was ich immer wieder faszinierend finde, ist dass ein seriöser Journalist da nicht über die Opferstilisierung hinauskommt, als wäre an diesen Entwicklungen nicht durchaus die Einscheidungen der Frauen schuld, welche diese mit gesetzlicher Unterstützung immernoch massiv durchsetzen können. Und noch viel mehr, dass auch niemand mal den Brückenschlag zum Familienrecht zieht. Denn die 30% Kinder die in Großstädten schon von einem Elternteil alleine großgezogen werden, werden sicherlich zu einem großen Anteil, ebensolche Mütter haben. Denn heutzutage sind schon 40% dieser Alleinerziehenden auf Hartz IV angewiesen und sicherlich kommt ein großer Anteil von verbleibenden nur aufgrund des Kindesunterhaltes aus dem Hartz IV Dunstkreis heraus. Ich weiß es stört die Mythos vom »Erfolgsmodell Alleinerziehend« (VaMV) und der »Superwoman« (SPD) aber die gegenwärtige Aufteilung »Einer Erzieht, einer Zahlt«, welche durch unser Sorge- und Unterhaltsrecht immernoch ein 50er Jahre Rollenbild zementiert, wird merkwürdigerweise in so einem Artikel überhaupt nicht mal ansatzweise in Frage gestellt.

Ich zitiere dazu mal die zehnte meiner »13 Wahrheiten über das Wechselmodell«

»10.) Kindesunterhalt ist einer der Gründe weshalb alleinerziehende Mütter stärkervon Altersarmut betroffen sind

Wenn Frauen mit einer 25 Stunden Stelle plus Unterhalt genauso gut über die Runden kommen, wie mit einer 40 Stundenstelle im Wechselmodell, mag das in der Gegenwart
eine reizvolle Option sein. Würde ich auch sofort machen.
Langfristig schadet es ihr aber mehr, da auf den Kindesunterhalt keine Rente angespart
wird.
Da die Karrierechancen mit späterem Einstieg in die Vollerwerbstätigkeit eher schlechter werden und insofern auch das Ansparen auf die Rente tiefe Einschnitte erfährt, ist es auch in Hinblick auf die Altersarmut besser, Erziehungsarbeit zu teilen, und wenn man das schon nicht in der Beziehung gemacht hat, weil man gehofft hat, man würde zu den anderen 50% gehören, die es bis zur Rente gemeinsam schaffen, dann sollte zumindest nach der Trennung gleich damit angefangen werden. Gerade bei unverheirateten Paaren, bei denen es keinen Versorgungsausgleich gibt.«

Wen interessieren denn schon konkrete sinnvolle Lösungsvorschläge und Gender-Pay oder -Pension-Gap so beseitigen, solange man weiterhin die Opferrolle der Frau zelebrieren kann?

Und wer will den Frauen schon ihre Privilegien streitig machen, auch mit 25 Stunden Arbeit pro Woche plus Unterhalt genauso gut über die Runden zu kommen, wie in einer 35 Stunden Beschäftigung. Dann drücken wir lieber noch ein paar Frauen mit Quote in Führungspositionen.

Komischerweise kommt man nur bei einer schlechten Genderquote der Frauen auf die Idee, dass es ein Zeichen von Unterdrückung sein kann, wenn hier kein Gleichgewicht der Geschlechter herrscht. Aber wenn 90% der Alleinerziehenden Frauen sind und auch nur ein Minimaler Bruchteil der trennungspaarer ihre Kinder im Wechselmodell erziehen, dann ist es … Na? Dann ist es natürlich auch ein Zeichen der Unterdrückung der Frauen.

Frau sein muß echt toll sein, egal ob du die domanante Mehrheit oder teil einer Minderheit bist, du bist immer ein Opfer.

So kann man sich natürlich auch seine Lebensrolle zurechtstricken.

Potentielle Entschuldigung

Michael Gwosdz hat ja mittlerweile noch einmal Stellung zur Berichterstattung im Abendblatt genommen.

Michael Gwosdz, unser stellvertretender Landesvorsitzender, hat heute noch einmal Stellung zur Berichterstattung im…

Posted by GRÜNE Hamburg on Samstag, 9. Januar 2016

»Und es tut mir leid, wenn Männer sich durch meine Aussage persönlich angegriffen fühlen. Jeder Täter trägt seine eigene Verantwortung und ist für seine Taten zu bestrafen.«

<…>

»Genauso richtig ist, dass die große Mehrheit der Männer – egal woher sie kommen – Frauen keine sexuelle Gewalt antun wollen. Es war nicht der Sinn meiner Aussage, das in Zweifel zu ziehen, und ich bedaure, wenn es so verstanden wurde.«

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Immer dieser Sexismus

Ich stolperte gerade über einen Text, den ich zur zu Brüder-Debatte 21013 geschrieben hatte. Gerade wird durch #Köln gerade wieder einmal diese Sexismus-Debatte angekurbelt. Ich habe ihn mal ein wenig aktualisiert, denn er passt gerade wieder ganz gut.

Ich hatte eigentlich gehofft, dass sich die gerade abspielende Debatte im neuen Jahrtausend durch Mario Barth, Caveman und gefühlte Zehnmillionen Ratgeber vom Tenor »Männer können einparken Frauen besser Küssen« eigentlich erledigt hätte.

Aber der Stern musste ja unbedingt eine nicht sehr selbstbewusst wirkende “Journalistin” verheizen um eine Schmutzgeschichte gegen die FDP und ihren neuen Spitzenkandidaten  Rainer Brüderle zu fahren und plötzlich redet alle Welt über Sexismus. Weiterlesen

Wenn eine Frau die Männerkrise für beendet erklärt…

Constanze Ehrhardt hat sich in der FAZ auf sechs Seiten mit der vermeintlichen Männerkrise beschäftigt.

Sie ist Akademikerin und 32 Jahre alt, da unterstelle ich ihr einfach mal, dass sie noch keine männlichen Kinder hat, mit denen sie persönliche Erfahrungen zum Thema Männerkrise sammeln konnte, sonst würden solche Tatsachen kaum unter den Tisch fallen:

  • Jungen machen 76 Prozent der diagnostizierten ADHS-Patientienten unter 19 Jahren aus.
  • Für gleiche Leistung werden Jungen schlechter bewertet.
  • Jungen landen eher an der Sonderschulen (sie stellten 2009 64 Prozent der Sonderschüler in Baden-Württemberg).
  • Jungen gehen häufiger ohne Abschluss von der Schule ab (2009: 64 Prozent der Schulabbrecher).
  • Jungen stellen 78 Prozent der Selbstmörder unter 26.

Das alles findet in Frau Ehrhardts Text keine Beachtung. Ohne die persönliche Erfahrung mit meinen Kindern würde ich dem Klagelied der Männerkrise vermutlich wenig Beachtung schenken. So durfte ich aber erleben, wie meinem Sohn von seiner Klassenlehrerin in der 5. Klasse ADHS unterstellt wurde, während sein Werklehrer einfach nur diagnostizierte: „Das ist doch einfach nur ein Junge. Dem muss man auch mal Grenzen setzen können.“ Bei einer Genderverteilung von 85,8 Prozent Frauen zu 14,2 Prozent Männern gibt es leider nicht viele solcher Werklehrer an deutschen Grundschulen – da braucht man sich nicht zu wundern, dass Jungen mittlerweile dreimal häufiger mit Psychopharmaka ruhiggestellt werden und am Gymnasium meiner Tochter bis zum Ende der zehnten Klasse Jungen bereits exotischen Charakter haben.

Stattdessen präsentiert Frau Ehrhardt lieber Tony Soprano – den TV-Serien-Mafiaboss mit Burn-out – als Emanzipationsverlierer, um zu unterstellen, es liege an der Unfähigkeit der Männer, sich mit den geänderten Rahmenbedingungen durch selbstbewusste Frauen anzufreunden, wenn Kritiker oder Männerrechtler heutzutage eine Männerkrise herbeifabulieren.

Auf Seite 3 fasst es der Berliner Professor für Literaturwissenschaften Andreas Kraß wunderschön zusammen:

„Männlichkeit in der Krise könnte man auch anders nennen, nämlich: Patriarchat in der Krise.“ Kraß kräuselt die Stirn, aber er lächelt. „Wenn es heißt, der Mann steckt in der Krise, dann geht es auch um den Wunsch, diese Krise zu beseitigen. Also die Privilegien zurückzuerhalten, die er verloren hat, oder um deren Verlust er zumindest fürchtet.“ Dass der Mann nicht mehr selbstverständlich das Familienoberhaupt mit der Lizenz zur Maulfaulheit ist – ist das das Problem? „Das ist historisch gesehen das Neue. Das ist die Krise, wenn man so will.“

Das mag für eine Frau eine wunderbare einfache und das weibliche Ego fütternde Erklärung sein: Letztendlich demonstriere die Männerkrise das Scheitern des Mannes an der modernen und selbstbewussten Frau. Die Frau als Fisherman’s Friend: „Ist sie zu stark, bist du zu schwach.“ Wie in ihrem Beispiel von Tony Soprano scheitert der moderne Mann also, weil seine Frau sich nicht mehr in den alten Rollenklischees der Gattin von Vito Corleone sieht. Wie dessen Sohn Michael Corleone scheitert Tony Soprano daran, dass er in einem sehr patriachischen Umfeld (der Mafia) eine Frau ausgewählt hat, die zu Hause eine feminine Plaudertasche als Partner haben möchte. Warum sie dann nicht einfach in die Welt zieht und für das Familieneinkommen sorgt, damit sich ihr Mann nicht mehr in einem Gender-feindlichen Umfeld rumtreiben muss, das leider wenig hilfreich ist, um abends die Erlebnisse des Tages mit der Partnerin zu teilen, verrät der Text von Frau Ehrhardt leider nicht.

Deshalb ist diese Erklärung auch etwas oberflächlich und kurz gedacht.

Erstens entspringt es vermutlich immer noch einer Kleinmädchenfantasie, dass Männer, die über ihre Gefühle reden können, wirklich attraktiver für Frauen sind. Männliche Gefühle sind unglücklicherweise nicht immer das, was sich Frauen darunter vorstellen.

Zweitens könnte man mit der Oberflächlichkeit eines Herrn Kraß auch das Ende von Genderkrise und Feminismus ausrufen, und Genderstudien als Restmüllprodukt für den Abfallhaufen der akademischen Geschichte entsorgen. Warum jammern heutzutage überhaupt noch so viele Feministinnen und andere Frauen über die Benachteiligung ihres Geschlechts, wo doch das letzte Gesetz, welches ihnen die Selbstverwirklichung erschwert hat (§ 1356 BGB, nach welchem der Ehemann entscheiden durfte, ob seine Frau arbeiten geht) 1977 geändert wurde?

Das Schuldprinzip bei der Scheidung wurde bereits 1976 abgeschafft. Seitdem können sie sich trennen, die Kinder mitnehmen und Unterhalt kassieren.

Die Kontrolle der Familienplanung macht ihnen seit Einführung der Pille und den Änderungen des §218 niemand mehr streitig.

Wo gibt es hier noch eine Gleichberechtigungskrise, wenn Frauen seit 1977 die Möglichkeit haben in freier Entscheidung ihr Leben zu gestalten?

Frauen machen mittlerweile häufiger Abitur, trotzdem schaffen sie es nicht, ebenso viel Geld zu verdienen wie Männer und seltener von Altersarmut bedroht zu sein?! Und immer noch fühlen sie sich vom krisengeschüttelten Patriarchat unterdrückt? Da stimmt doch was nicht!

Mit der Logik von Herrn Kraß bin ich geneigt zu sagen: Das Problem dieser Frauen ist, dass sie sich nach der finanziellen Verantwortungslosigkeit zurücksehnen, welche sie im klassischen Patriarchat leben konnten. Frauen die sich heute noch unterdrückt fühlen, wo es keinerlei Gesetze gibt, die ihnen die Gleichberechtigung erschweren (und im Gegenteil viele, die sie ihnen erleichtern), sehnen sich einfach nach einer Zeit zurück, wo es nicht in ihrer Verantwortung lag, aus ihren, mittlerweile schon lange ebenbürtigen Schulabschlüssen und Ausbildungsmöglichkeiten adäquat bezahlte Anstellungsverhältnisse zu generieren. Sie sehnen sich nach einer Zeit zurück, in der sie sich nicht mit lästigen Fragen beschäftigen mussten, wie: „Kann ich mit meinem Abschluss in Kunstgeschichte überhaupt genug Geld verdienen um nicht von Altersarmut bedroht zu sein?“ Oder andersrum: „Ist es für ein anständiges Einkommen inklusive Altersvorsorge vielleicht doch erforderlich, entgegen meiner persönlichen Neigung mal über einen Abschluss in einem MINT-Studiengang nachzudenken?“ Weil damals letztlich jemand anderes die Verantwortung dafür trug, dass sie nicht verhungerten oder von Altersarmut bedroht waren, egal was für eine Ausbildung sie machten – der Ehemann!

Wenn der Gender Pay Gap zu 64 Prozent aus der unökonomischen Berufswahl und zu 27 Prozent aus den mangelhaften (weil nicht paritätischen) Familienentscheidungen und nur zu 9 Prozent (2 Prozent des gesamten Einkommensunterschieds) aus unerklärbaren Gründen resultiert, die sich aber vermutlich eher mit schlechterem Verhandlungsgeschick als mit sexueller Diskriminierung erklären lassen, dann ist die Vermutung nicht ganz abwegig, dass die von Feministinnen heutzutage herbeigeredeten Probleme eigentlich eher die Sehnsucht der modernen Frauen ausdrücken, in der eigenen Verantwortungslosigkeit des Patriarchats glücklich zu werden. Immerhin müssen sie Mikro-Aggressionen als Grund heranziehen, um überhaupt noch einen Grund zu finden, weshalb sie in der westlichen Welt unterdrückt werden.

Ähnlich wie Tony Soprano, wollen diese Frauen es zwar anders machen als frühere Generationen, wirklich den Schritt in die alleinige Verantwortung für ihre beruflichen und familiären Entscheidungen wollen sie aber ganz und gar nicht.

Warum müssen wir uns sonst, knapp vierzig Jahre nach dem Fall des letzten diskriminierenden Gesetzes, immer noch das Klagelied anhören, dass Frauen unterdrückt werden? Wegen des Ampelmännchens?

Natürlich wäre es unerträglich für die feministische Selbstwahrnehmung, eine Sehnsucht nach der weiblichen Verantwortungslosigkeit im Patriarchat zuzugeben. Deshalb suchen diese Frauen natürlich auch eine Alternative zum fürsorglichen Ehemann, der früher die Kosten für suboptimale Lebensentscheidungen trug, um heute nicht selbst die Verantwortung tragen zu müssen.

Die Mütterinitiative hat es mit ihrer Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für Mütter wunderbar deutlich gemacht: Was früher der Ehemann gemacht hat, soll heute der Gesetzgeber übernehmen, damit sich die Mutter mit „ihrem“ Wunschkind bloß nicht mit einem gleichberechtigten Vater abgeben muss. Der Gesetzgeber möge doch gefälligst dafür sorgen, dass eine Mutter auch ohne Vater genug Geld für sich und ihre Kinder zur Verfügung hat.

Ebenso wollen diese Frauen keine Verantwortung dafür tragen müssen, wenn die von ihr gewählte Ausbildung in der Regel weniger Arbeitgeber zu Begeisterungsstürmen hinreißt und sie deshalb in der Regel für einen Abschluss in französicher Lyrik des 18. Jahrhundert nicht das gleiche Gehalt zahlen wollen wie für einen Abschluss in Ingenieurswissenschaften.

Während früher ihre Männer dafür gesorgt haben, dass sie unabhängig von ihrer Ausbildungswahl nicht verhungern müssen und einen angenehmen Lebensstil pflegen konnten, soll heute der Gesetzgeber dafür sorgen, dass sie unabhängig von Ausbildung, Berufserfahrung und längerer Auszeit beim Nachwuchs ein ebenso angenehmes Leben führen können wie zu Zeiten der Kernfamilie, wo Don Corleone allein für das Familieneinkommen gesorgt hat, während seine Gemahlin sich um den inneren Zusammenhalt der Familie gekümmert hat. Nicht wie Tony Soprano, der sich mit seiner Frau über die emotionale Öffnung streiten muss. Auch darf geflissentlich ignoriert werden, dass Männer 31 Prozent mehr arbeiten (9,3 Stunden mehr als die durchschnittlich 30,3 h/Woche bei Frauen).

Natürlich soll auch der Gesetzgeber dafür sorgen, dass Frauen trotz der oben genannten (von Frauen selbst entschiedenen) Gründe gleiche Chancen auf einen Posten im Aufsichtsrat haben. So wie Herr Piech seinem ehemaligen Kindermädchen einen kuscheligen Entscheiderposten besorgt hat, soll der Staat dafür sorgen, dass diese Frauen unabhängig von Familienplanung und Berufswahl in den Aufsichtsräten und Vorständen vertreten werden (egal ob Studien zu dem Ergebnis kommen, dass sich Frauen in Aufsichträten keinen Deut sozialer und weniger egomanisch verhalten) und egal ob sich die Mehrzahl der Frauen in diesen Positionen gegen eine Quote aussprechen.

Offenbar haben die Frauen, die heute Genderstudien und Feminismus noch für notwendig halten, genau das gleiche Problem, dass Frau Ehrhardt und Herr Krass den Männern unterstellen.

Anscheinend haben beide Geschlechter das Problem, dass sie vom Gesetzgeber erwarten, er möge ihre Anpassungsprobleme an eine Gleichberechtigung bei gleicher Verantwortung kompensieren.

Vielleicht, liebe Frau Ehrhardt, können wir uns auf eines einigen: Wir erklären gemeinsam Männerkrise wie Frauenkrise für beendet und hören auf, irgendwelche Diskriminierungslegenden aufgrund von Mikro-Aggressionen oder gesellschaftlicher Erwartungshaltungen herbei zu fantasieren. Stattdessen konzentrieren wir uns darauf, jene Gesetze anzupassen, die heute noch ein antiquiertes Rollenmodell zementieren.

Dann können wir hoffentlich mal wieder anfangen, in friedlicher Eintracht der Geschlechter zu leben. Gleichberechtig und in gleicher Verantwortung und Ich verspreche ihnen, dass ich dann auch mal offen über meine Gefühle, Sorgen und Ängste rede, ohne meine Therapeutin dumm anzumachen.

Bei den Männern hätte ich gern folgende Gesetze gleichberechtigungsoptimiert, um Rollenklischees nicht zu zementieren:

  • Gleiches Sorgerecht für unverheiratete Männer
  • Gleichberechtigtes Umgangsrecht nach der Trennung
  • Ein Unterhaltsrecht, dass die Betreuungszeit berücksichtigt
  • Gleichberechtigter Elternzeitanspruch für nicht zusammenlebende Paare
  • Das Recht von Männern, sich gegen Elternverantwortung entscheiden zu können
  • Gleichberechtigte Wehrpflicht. Ich weiß, sie ist momentan ausgesetzt – jedoch nicht abgeschafft. Falls die Ukrainekrise doch noch eskaliert, werden sonst sicherlich wieder ausschließlich Männer zwangsverpflichtet, um sich totschießen zu lassen.

Ich bin gespannt auf ihre Liste.

Viele Grüße

Lutz Bierend

Wer wird Milliadär?

Forbes hat die Liste der jüngsten Milliardäre der Welt veröffentlicht.

Das gibt interessantes Material für ein paar Statistikspielereien.
46 Menschen unter 40 sind nach dem Artikel Milliardäre.
9 Frauen, 37 Männer. Das sind ja noch gewöhnliche Zahlen, die auch das Geschlechterverhältnis von Vorstandposten in den DAX-Unternehmen widerspiegeln:
80% Männer, 20% Frauen. Weiterlesen

Loriot lebt

Natürlich nicht der viel zu früh von uns gegangene Victor von Bülow, der es so einzigartig schaffte, der deutschen Übergründlichkeit eine humorvolle Seite abzugewinnen. Aber sein Geist lebt, denn offensichtlich, hat sich in den letzten Jahrzehnten nichts grundsätzliches am deutschen Wesen geändert.

Gegenwärtig lebt sein Geist als realsatirisches Drehbuch in Form von Stellungnahmen der Fachschaftsinitiative Genderstudies in Berlin:

Ein Beispiel?

Liebe Student*innen der Gender Studies, liebe Interessierte,

Anfang Juli 2015 sah sich die weiß und mehrheitlich cis*-positionierte Fachschaft Gender Studies (FSI) dazu gezwungen, eine weiß und trans*-positionierte Person (R.) auszuschließen. Im Rahmen seiner_ihrer Fachschaftsarbeit kam es zu massiven rassistischen Äußerungen und Handlungen durch R. Dass erstmalig so ein drastischer Schritt, ein Ausschluss, nötig ist, möchten wir an dieser Stelle begründen und unsere Entscheidung öffentlich darlegen. Denn Rassismus ist keine Privatangelegenheit!

Im Zuge eines Seminars der Gender Studies bei Lann Hornscheidt im Sommersemester 2015 wurde gegen den, von Lann Hornscheidt ausgeübten, Rassismus interveniert. Eine beteiligte, cis-positionierte, PoC (N.) hat nach der Intervention die FSI davon in Kenntnis gesetzt.

R.s Reaktion darauf war in mehrfacher Hinsicht anmaßend und diskriminierend. Als weiße Trans*-Person verlangte R. von der WoC spezifische Auskünfte über die race- und gender-Positionierungen innerhalb der Interventions-Gruppe. Denn schließlich sei der weiße Raum, in dem interveniert wurde, ein Schutzraum für Trans*-Personen. Somit müsse, als Legitimation, ein_e Trans*Inter*GnC (Gender non Conforming) PoC oder Schwarze_r in die Intervention involviert sein.
Wenn ein_e solche_r nicht gefragt werden könne, müsse letztlich eine weiße Trans*Inter*GnC Person die Erlaubnis erteilen, in einem „weißen Trans*Schutzraum“ zu intervenieren, zum Beispiel R. selbst.

Wen man sich hier Evelyn Hamann vorstellt, die das todernst vorträgt, fühlt man sich doch gleich an Lord Hasketh Fortescue aus Middle Fritham erinnert.

Dagegen wäre die konstituierende Sitzung des Karnevalsverein aus Loriots „Ödipussi“ eine Schnarchnummer.

Und Monty Pythons Volksfront von Judäa wirkt dagegen fast seriös.

Wenn ich mir solche Statements durchlese bin ich ja geneigt, eine Petition zu starten, damit Frank Plasberg, dem Wunsch von Sybille Mattfeldt-Kloth vom Landesfrauenrat Niedersachen nachkommt und tätsächlich mal eine Genderdiskussion bei Hart aber Fair startet in der die Fachleute der Genderforschung auf ernst zu nehmende Kritiker wie Ulrich Kutschera und Heike Diefenbach („Lernt lieber Logik“ – Ein Rat für die kleinen Feministen) treffen.

Ich vermute, dann würde sich der Deutsche Frauenrat ganz sehnlichst wieder ein Geplänkel, wie zwischen den Damen Thomalla, Kelle, Wizorek und den Herren Kubicki und Hofreiter, zurück wünschen. Das musste wenigstens niemand inhaltlich wirklich ernst nehmen.