Über den Sexismus

Nachdem ich festgestellt habe dass sich in meinem Blog zum Thema Familienrollen und -recht immer häufiger texte zu den immer wieder aufkochenden Sexismus-Debatten wiederfanden, dachte ich mir, es wäre an der Zeit dem einen eigenen Blog zu spendieren.

Um es gleich vorwegzunehmen. ich bin dankbar für jede selbstbewusste und gleichberechtigt agierende Frau, die Gleichberechtigung nicht mit weiblicher Besitzstandwahrung gleichsetzt, denn ich bin mir sicher, diejenigen die am meisten von gleichberechtigten Frauen profitieren, sind die Männer die ebenso ein selbstbestimmtes Leben führen wollen.

Leider ist der Feminismus moderner Heulsusen weit davon entfernt, Gleichberechtigung mit gleicher Verantwortung synonym zu verwenden. Wann immer Frauen etwas Schlimmes oder Unangenehmes passiert, gibt es einen Grund dafür. Und der ist nicht etwa, dass die Frau bei der Berufswahl, Partnerschaft oder anderem eine falsche Entscheidung getroffen hat, sondern weil das Patriarchat, oder irgendein Mann im Rahmen dieser Entscheidung eine Rolle gespielt hat.

Und so wird eine Frau, die aus freier Entscheidung ihr Studium als Prostituierte finanziert hat, zum Opfer, und gibt den Freiern die Schuld für ihre damalige Entscheidung, wenn sie dreizehn Jahre später, von ihrer zehnjährigen Tochter damit konfrontiert wird. Anstatt ihr zu erklären, dass sie auch einfach hätte „nein“ sagen können, wird sie zum Poster-Girl der No-Prostitution-Kampagne der Emma. Selbst wenn kein serbischer Schlepper dafür verantwortlich ist. Ich stand mit 18, als ich noch einen Adonis-Hintern hatte, vor einer ähnlichen Entscheidung. Meine anale Jungfräulichkeit war mir jedoch wichtiger. Wenn Männern schlimmes passiert, sind sie selber schuld. Wenn sich eine Frau heute für Jugendentscheidungen vor ihrer Tochter schämt, sind die Männer schuld, die den finanziellen Anreiz für moralisch zweifelhaftes Verhalten lieferten.

Feminismus, der sich als weibliche Rosinenpickerei geriert und Eigenverantwortung von Frauen negiert, indem er Schuld für suboptimale Entscheidungen auf irgendwelche Männer abwälzt, wird leider nie zur Gleichberechtigung führen und nichts Gutes mehr zu einem gleichberechtigten Miteinander der Geschlechter beitragen.

Ich vermute, das interessiert auch niemand aus dem Dunstkreis der Anna Wizorek und Konsorten wirklich, denn Eigenverantwortung bedeutet halt, wie meine Kinder auch irgendwann, feststellen mussten, mehr als nur entscheiden zu können, wann man ins Bett geht. Verantwortlich für eigene Entscheidungen und Handlungen zu sein, ist nicht einfach, aber es ist der einzige Weg in ein selbstbestimmtes Leben, aber das fiel auch Frau Schwarzer ja schon bei ihrem Schwarzgeldkonto schwer. Es war ja nicht ihre Entscheidung steuern zu hinterziehen, sondern das böse Patriarchat hat sie ja fast dazu gezwungen.

Wie kann eine selbstbewusste Frau ein solches Berufsopfer eigentlich noch ernst nehmen und wie kann man sich wundern, dass Menschen, mit solcher Bereitschaft für Verantwortung selten in Aufsichtsräten und Vorständen landen.

3 Kommentare zu „Über den Sexismus

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  1. Ständig wird von der Unterdrückung der Frau gesprochen. In Wahrheit sind Männer die Unterdrückten und die wahren Verlierer in der Gesellschaft. Alles nachzulesen bei Kim Dominique: Die ultimative Wahrheit über Frauen und Männer – Warum Frauen immer denken und Männer gegenüber Frauen 100-fach benachteiligt sind! Klartext für alle die sich noch immer im moralischen Tiefschlaf befinden!

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  2. Wie du weißt, gefällt mir, was du schreibst. Nur ein Gedanke kurz: sollten wir nicht dazu übergehen, ausgewiesene Männerhasser wie Schwarzer einfach mal zu ignorieren? Es gibt doch genug reale Probleme, als dass wir unsere kostbare Zeit mit ideologischen Kämpfen verschwenden.
    Oder das Problem anders aufzäumen: die Konkurrenz (Kommentar #1) um die Opferstellung zeigt m. E. eine tiefe Sehnsucht auf nach gegenseitiger Anerkennung – objektiv gesehen, da subjektiv die Opferhaltung nur Bestand haben kann, indem die Senhsüchte des anderen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt oder ausgeblendet werden. Die Einsicht in die Notwendigkeit des ausgeblendeten Aufeinanderzugehens wird aber auch von der modernen, m. E. scheinliberalen Lehre der Selbstbestimmung, die ja einen sozialen Frieden mit gewährleisten soll, geradezu verhindert. In diesem Lichte erscheint die Opferlarmoyanz wie ein einziges Gebrüll verletzter Herzen, die doch nur geliebt werden wollen, aber dies nicht mehr zulassen können. Sie sind einsam in ihrer Selbstbestimmung und verzichten angstvoll auf das Abenteuer der Mitbestimmung und des Mitbestimmtwerdens.

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  3. Gesellschaften wie die unsere haben sich innerhalb der letzten Jahrzehnte enorm weiterentwickelt und so hat sich auch unsere Wahrnehmung auf die Menschen weiterentwickelt, allerdings finde ich zwei parallel auftretende Wahrnehmungen, die sich mit Sexismus auseinandersetzen, am interessantesten. Es gibt die Wahrnehmung, die Frauen als Opfer sieht und die, die die Männer zum Opfer einer fanatischen Ideologie erklärt. Meiner Meinung nach sind entweder beide falsch oder beide richtig, aber alleine stimmen sie nicht. Ich als humanistisch orientierter Mensch sehe den Unterschied zwischen Männern und Frauen auf die Weise, wie ihn Simone de Bauvoir sah,
    die Gesellschaft macht Männer zu Männern und Frauen zu Frauen, obwohl es doch als freie und eigentlich mündige Menschen unser Recht ist, zu entscheiden wehr wir sein wollen. Die Gesellschaft (die immer Schuld ist :)) macht uns zu potenziellen Vergewaltigern, von denen man (Frau) immer eine Armlänge Abstand halten sollte und zu Fotzen, die gefälligst in die Küche gehören. Der entscheidende Punkt ist meiner Meinung nach, warum wir uns als Männer und Frauen separieren (Mädchen spielen auf dem Schulhof mit Mädchen, Jungs nur mit Jungs et cetera), anstelle den Dialog zu pflegen und uns als Individuen wahrnehmen. So ist nicht völlig abstrus Alice Schwarzer als Männerhasserin zu beschreiben, den ihr Wirken ist keinesfalls nur positiv wenn nicht sogar als schädlich zu betrachten, aber ich frage mich an dieser Stelle auch, in welcher Form ihr euch von Vorurteilen leiten lasst und wo ihr die Debatte und den Progress unterwandert. Was tun wir, was Menschen unterdrückt, und in Schubladen steckt, in denen sie nie sein wollten? Eine Sexismusdebatte beziehungsweise eine Gleichstellungsdebatte ist nur Teil einer größeren Debatte um die Rechte und Würde des Menschen, und eine Lösung wäre der Humanismus. Dignitas iusque hominorum.

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