Über den Sexismus

Nachdem ich festgestellt habe dass sich in meinem Blog zum Thema Familienrollen und -recht immer häufiger texte zu den immer wieder aufkochenden Sexismus-Debatten wiederfanden, dachte ich mir, es wäre an der Zeit dem einen eigenen Blog zu spendieren.

Um es gleich vorwegzunehmen. ich bin dankbar für jede selbstbewusste und gleichberechtigt agierende Frau, die Gleichberechtigung nicht mit weiblicher Besitzstandwahrung gleichsetzt, denn ich bin mir sicher, diejenigen die am meisten von gleichberechtigten Frauen profitieren, sind die Männer die ebenso ein selbstbestimmtes Leben führen wollen.

Leider ist der Feminismus einer Heulsuse wie Alice Schwarzer leider weit davon entfernt Gleichberechtigung mit gleicher Verantwortung synonym zu verwenden. Wann immer Frauen etwas schlimmes oder unangenehmes passiert gibt es einen Grund dafür. Und der ist nicht etwa, dass die Frau bei der Berufswahl, Partnerschaft oder sonst etwas bedeutsamen in ihrem Leben, eine falsche Entscheidung getroffen hat, sondern weil es irgendwann in ihrem Leben mal einen Mann gab, der im Rahmen dieser Entscheidung eine Rolle gespielt hat.

Und so wird eine Frau, die dreizehn Jahre früher die Entscheidung getroffen hat ihr Studium als Prostituierte zu finanzieren, und die sich nun, von ihren zehnjährigen Tochter mit dieser Entscheidung konfrontiert, genötigt fühlt, die Freier für ihre damalige Entscheidung verantwortlich zu machen, sofort zum Poster-Girl der NO Prostitution-Kampagne der Emma gewählt wird, und wenn kein serbischer Schlepper dafür verantwortlich gemacht werden kann, dass die gute Frau sich heute vor ihrer Tochter schämt, dass müssen es halt die Männer sein, die dafür bezahlt haben, von ihr so etwas in Interesse und Attraktivität vorgespielt zu bekommen.

Ein Feminismus, der sich nur als weibliche Rosinenpickerei geriert wird leider nichts Gutes zu einem gleichberechtigten Miteinander der Geschlechter beitragen.

Aber ich vermute, da interessiert auch niemand aus dem Dunstkreis der Alice Schwarzer wirklich, weil sie dann vermutlich, wie meinen Kindern auch irgendwann, feststellen müssen, dass sie selber verantwortlich für ihre Entscheidungen und Handlungen sind. Das fiel Frau Schwarzer ja schon bei ihrem Schwarzgeldkonto schwer. Es war ja nicht ihre Entscheidung steuern zu hinter ziehen, sondern das Böse Patriarchat hat sie ja fast dazu gezwungen.

Wie kann eine selbstbewusste Frau ein solches Berufsopfer eigentlich noch ernst nehmen?

3 Gedanken zu „Über den Sexismus

  1. Ständig wird von der Unterdrückung der Frau gesprochen. In Wahrheit sind Männer die Unterdrückten und die wahren Verlierer in der Gesellschaft. Alles nachzulesen bei Kim Dominique: Die ultimative Wahrheit über Frauen und Männer – Warum Frauen immer denken und Männer gegenüber Frauen 100-fach benachteiligt sind! Klartext für alle die sich noch immer im moralischen Tiefschlaf befinden!

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  2. Wie du weißt, gefällt mir, was du schreibst. Nur ein Gedanke kurz: sollten wir nicht dazu übergehen, ausgewiesene Männerhasser wie Schwarzer einfach mal zu ignorieren? Es gibt doch genug reale Probleme, als dass wir unsere kostbare Zeit mit ideologischen Kämpfen verschwenden.
    Oder das Problem anders aufzäumen: die Konkurrenz (Kommentar #1) um die Opferstellung zeigt m. E. eine tiefe Sehnsucht auf nach gegenseitiger Anerkennung – objektiv gesehen, da subjektiv die Opferhaltung nur Bestand haben kann, indem die Senhsüchte des anderen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt oder ausgeblendet werden. Die Einsicht in die Notwendigkeit des ausgeblendeten Aufeinanderzugehens wird aber auch von der modernen, m. E. scheinliberalen Lehre der Selbstbestimmung, die ja einen sozialen Frieden mit gewährleisten soll, geradezu verhindert. In diesem Lichte erscheint die Opferlarmoyanz wie ein einziges Gebrüll verletzter Herzen, die doch nur geliebt werden wollen, aber dies nicht mehr zulassen können. Sie sind einsam in ihrer Selbstbestimmung und verzichten angstvoll auf das Abenteuer der Mitbestimmung und des Mitbestimmtwerdens.

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  3. Gesellschaften wie die unsere haben sich innerhalb der letzten Jahrzehnte enorm weiterentwickelt und so hat sich auch unsere Wahrnehmung auf die Menschen weiterentwickelt, allerdings finde ich zwei parallel auftretende Wahrnehmungen, die sich mit Sexismus auseinandersetzen, am interessantesten. Es gibt die Wahrnehmung, die Frauen als Opfer sieht und die, die die Männer zum Opfer einer fanatischen Ideologie erklärt. Meiner Meinung nach sind entweder beide falsch oder beide richtig, aber alleine stimmen sie nicht. Ich als humanistisch orientierter Mensch sehe den Unterschied zwischen Männern und Frauen auf die Weise, wie ihn Simone de Bauvoir sah,
    die Gesellschaft macht Männer zu Männern und Frauen zu Frauen, obwohl es doch als freie und eigentlich mündige Menschen unser Recht ist, zu entscheiden wehr wir sein wollen. Die Gesellschaft (die immer Schuld ist :)) macht uns zu potenziellen Vergewaltigern, von denen man (Frau) immer eine Armlänge Abstand halten sollte und zu Fotzen, die gefälligst in die Küche gehören. Der entscheidende Punkt ist meiner Meinung nach, warum wir uns als Männer und Frauen separieren (Mädchen spielen auf dem Schulhof mit Mädchen, Jungs nur mit Jungs et cetera), anstelle den Dialog zu pflegen und uns als Individuen wahrnehmen. So ist nicht völlig abstrus Alice Schwarzer als Männerhasserin zu beschreiben, den ihr Wirken ist keinesfalls nur positiv wenn nicht sogar als schädlich zu betrachten, aber ich frage mich an dieser Stelle auch, in welcher Form ihr euch von Vorurteilen leiten lasst und wo ihr die Debatte und den Progress unterwandert. Was tun wir, was Menschen unterdrückt, und in Schubladen steckt, in denen sie nie sein wollten? Eine Sexismusdebatte beziehungsweise eine Gleichstellungsdebatte ist nur Teil einer größeren Debatte um die Rechte und Würde des Menschen, und eine Lösung wäre der Humanismus. Dignitas iusque hominorum.

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