Sind Frauen doof?

Zugegeben ein etwas provokanter Titel, aber er war einfach griffiger als „Warum glauben Frau Schwesig und die Gewerkschaften nicht, dass Frauen voll geschäftsfähig sind?“

Und um es gleich vorweg zu schreiben, ich glaube nicht das Frauen doof sind. Ansonsten würden mich meine äusserst kluge und selbstbewuste Tochter und ihre nicht weniger selbstbewuste und kluge Stiefmutter nicht so gerne mögen. Und zwar zurecht. Frauen sind in der Gesamtheit betrachtet nicht weniger klug als Männer.

Was mich nur immer wundert, wenn ich so einen Artikel lese wie jenen, den die Welt am 20.12 in freudiger Erwartung des geplanten Lohntransparenzgesetzes geschrieben hat, dass es offensichtlich viele Menschen und vor allem Frauen gibt, die das nicht so sehen. Weiterlesen

12 Frauenprivilegien

Es ist ja manchmal echt gefährlich mit zu vielen Frauen in einem Raum zu sitzen. Nicht dass ich Angst vor Frauen habe, aber die Gefahr ist ziemlich groß ist, dass in lockerer Diskussionsrunde irgendeine von ihnen plötzlich mit der Opferleier loslegt.

  • Frauen verdienen ja so viel schlechter als Männer
  • Frauen müssen sich um die Kinder kümmern
  • Frauen werden immer dazu erzogen brav zu sein
  • Frauen können nicht Sex mit mehreren Männern haben ohne als Schlampe zu gelten.

Ich könnte diese Auflistung noch beliebig weiter führen, und einige Frauen verdienen tatsächlich Geld damit, solche Listen aufzustellen und in Buchform zu veröffentlichen.

Irgendwann war es aber mal wieder so weit, und ich saß in so einer Runde. Nach dem „Kinder“-Lamento platze mir der Kragen. Statt eines negativen „So ein Quatsch“ versuchte ich es aber einfach mal mit einem positiven Ansatz. Ich verblüffte die Frauen mit der Feststellung: „Ich könnte euch aus dem Stegreif zwei Dutzend Gründe nennen, weshalb es besser ist eine Frau zu sein.“

Na gut, aus dem Stegreif kam ich nur auf ein Dutzend, aber ich finde das ist auch schon eine Menge. Weiterlesen

Equal Pay vs. Equal Work

Die Welt verkündete Gestern, dass Manuela Schwesig dass sie gleich nach ihrer Babypause mit ihrem Entgeldtransparenzgesetz ernst machen will:

… diesmal weiß Frauenministerin Manuela Schwesig (SPD) das Grundgesetz auf ihrer Seite. „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“, steht da. Der Umsetzung dieses Grundrechtes könne sich doch niemand, der in der Politik tätig ist, verschließen, sagt die Ministerin. Wer wollte da widersprechen?

Und deshalb hat Schwesig jetzt kurz vor dem Start in ihre Babypause, die Ende Januar beginnt, ihren nächsten wichtigen Gesetzentwurf vorgelegt, nach der Frauenquote der wahrscheinlich dickste Brocken ihrer Amtszeit: Das „Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern“, mit dem endlich die immer noch erhebliche Einkommensdifferenz zwischen Männern und Frauen beseitigt werden soll.

Vor allem ihr Argument, wie dieses Gesetz den Equal Pay Day an den Jahresanfang schieben soll, ist natürlich niedlich:

„Wie soll ich als Frau gut verhandeln, wenn ich nicht weiß, was rechts und links von mir bezahlt wird?“

Da frage ich mich doch „Ja wie machen dass denn die Männer, wenn sie immer so zielsicher 22% mehr als die Frauen verlangen und bekommen?“

Nein. Frage ich mich natürlich nicht, denn dass Männer 22% mehr für gleich Arbeit bekommen glaube ich natürlich ebensowenig wie Frau Schwesig oder das Statistische Bundesamt, welches zur Errechnung der 22% natürlich Putzfrauen mit Ingenieuren und allen anderen Berufen ein einen Topf wirft und daraus den Durchschnitt errechnet. DAS hat nicht im entferntesten etwas mit „Gleicher Arbeit, Ausbildung oder Berufserfahrung für gleiches Geld“  zu tun. Und dass Männer sich gerne dreckige und gefährliche  aber besser bezahlte Jobs suchen hat nichts mit sexueller Diskriminierung zu tun. Es steht jeder Frau auch frei, z.B. Sprengmeister zu werden. Alte Fliegeromben entschärfen wird super bezahlt und zu 95% der Zeit machen die nichts anderes als üben. Warum solche Jobs bei Frauen so wenig Akzeptanz (9,9%) finden verstehe ich nicht.

Das einzige worüber ich mich bei diesem Zahlenspiel ja wirklich wundere, ist dass bei so einer Berechnung NUR 22% rauskommen. Werden Ingenieure inzwischen wirklich so schlecht und Putzfrauen so gut bezahlt?

Im Prinzip habe ich natürlich nichts dagegen, wenn Gehälter offen gelegt werden. Ich finde dieses Gewese „über Geld spricht man nicht“ ja eher nervig, denn ich wüßte manchmal auch gerne, ob ich mich in einem Projekt unter Wert verkauft habe. Von mir aus kann man es auch wie in Schweden machen, wo man sich die Steuererklärung des Nachbarn im Internet durchlesen kann.

Wenn man Gehälter Transparent machen will, dann sollten die Gehälter doch bitte zusammen mit den Wochenarbeitsstunden, Ausbildungsstand und Berufserfahrung des Mitarbeiters offen legen, damit jene, die sich benachteiligt fühlen wollen, das Wissen um den Gehaltsunterschied auch richtig einsortieren können.

Die Gender Work Gap ist nämlich noch schlimmer als die Gender Pay Gap: Männer arbeiten im Schnitt 39,6 Stunden pro Woche. Frauen 30,3. Frauen arbeiten also 23% weniger Männer. Der Equal Work Day wäre also am 27.03. im nächsten Jahr.

Wenn Frauen bis zum 27.03 nicht arbeiten, wundert sich wirklich jemand darüber, dass sie bis nach der ewig wiederholten Equal Work Day-Legende zum 21.03 nicht bezahlt werden?

Also ich nicht.

Männliche Privilegien

Wenn Feministinnen von der Herrschaft der Männer phantasieren, frage ich mich jedes Mal „Wie viele Männer können aufgrund ihres Berufes „Herrschaftsanspruch“ anmelden?“ In DAX-Unternehmen gibt es 192 Vorstandsposten. 176 von ihnen besetzen Männer. Okay, das ist eine sehr deutliche Männermehrheit. Bei 40.1 Millionen Männern in Deutschland ist es aber schwer den Anteil, den diese Zahl an der Gesamtheit der Männer hat, überhaupt lesefreundlich in Prozent auszudrücken. Grob aufgerundet sind das 0,0005%.

Wie demonstrieren die restlichen Männer, die vom Feminismus unterstellte privilegierte Position? Nach Aussage des »Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)« besetzen Männer 1105 Führungspositionen. Wow! immerhin schon 0,003% der gesamtdeutschen Männlichkeit. Dagegen stellen 445 Frauen in solchen Positionen das Patriarchat schon deutlicher in Frage, als bei den Vorständen der DAX-Unternehmen. Zugegeben: Das sind immer noch Verhältnisse, die, wenn man nur die Genderverteilung ansieht, einen an Benachteiligung glauben lassen könnten. Aber mal ehrlich: Klingt es wirklich nach Unterdrückung DER Frauen durch DIE Männer, wenn 0,003% der Männer in Führungspositionen 0,001% der Frauen gegenübersitzen?

fraueninführungspositionen

Wie manifestieren bitte die übrigen 99,996% das Patriarchat?

Wikipedia hat eine Liste von Frauenanteilen in der Berufswelt veröffentlicht. Man sieht dort deutlich, dass die wenigsten Berufen mit Männerüberschuss die Legende vom Patriarchat rechtfertigen.

Könige oder Bundeskanzler sind dort leider nicht mit übermäßigem Männeranteil gelistet. Selbst »GymnasiallehrerInnen« sind mit 61% Frauenanteil keine männliche Domäne mehr, um den armen Schulmädchen den Stempel der Unfähigkeit aufzudrücken oder ihnen einzureden, dass sie ja immer schön brav sein müssen.

Dagegen haben die 95,8% der KindergärtnerInnen, ebenso wie die 77,9 Prozent der RealschullehrerInnen mehr Möglichkeiten, den Knaben ihre Minderwertigkeit zu demonstrieren, was den höheren Jungenanteil an Schulabbrechern, Sonderschülern, ADHS-Patienten oder jugendlichen Selbstmördern erklären könnte.

Berufsbildern mit weniger als 25% Frauenanteil sind vor allem Berufe wie »Kunststoffverarbeiter«, »Drahtverformer, -verarbeiter« oder »Gesundheitssichernde Berufe«. Letztere sind keine Pflegeberufe. Die Bezeichnung ist ein Euphemismus für »Desinfektoren, Schädlingsbekämpfer, Fleischbeschauer, Tierkörperverwerter, Leichenbestatter«.

Berufe mit dem Potential das Patriarchat zu beleben, sind in dieser Kategorie Ausnahmen. Bei kaum einer dieser 162 Berufsgruppen, käme eine Feministin ernsthaft auf die Idee eine Quote zu fordern. Ebenso würde niemand vermuten, dass eine gläserne Decke die Genderdiversität verhindert. Wir könnten eher unterstellen, dass das soziale Netz Frauen davor bewahrt, hier Arbeiten zu müssen. Der Frauenanteil unter den »Straßenreiniger, Abfallbeseitiger« ist 3,1 Prozent. Kein Beruf, mit einer so unterentwickelten Genderdiversity, strahlt das das Sexappeal eines Dax-Vorstandsposten aus.

Die meisten Männer verdienen ihren Lebensunterhalt mit dreckigen, anstrengenden und gesundheitsabträglichen Jobs. Da wundert es nicht, dass Männer mit 92 % die Statistik der tödlichen Arbeitsunfälle anführen.

Mit diesen Berufen lässt sich ein Machtgefälle  nur herbei fabulieren, weil viele von ihnen immer noch besser bezahlt werden. Dafür aber zum Verschwörungstheoretiker zu werden, der das Patriarchat dafür verantwortlich macht, ist wohl albern. Im Kapitalismus greifen einfache Mechanismen, wie Angebot und Nachfrage bei der Regelung der Einkommenshöhe. Wer glaubt, dass sich graue Männer, hier verschwören, um die Frauen mit 22% weniger Lohn abzuspeisen, dem ist vermutlich nicht zu helfen. Dieselben „grauen Männer“ fangen bei jeder Lohnverhandlung, wegen jedes Zentelprozentpunkts an zu weinen und das Ende unseres Wirtschaftswachstums zu prognostizieren. Gesetze oder Vorschriften die Frauen daran hindern diese Berufe ebenfalls zu ergreifen gibt es nicht.

Es wäre schön, wenn die Frauen, die sich ihr eigenes Scheitern mit der Patriarchatslegende schön reden wollen, endlich mal einsehen, dass die Grenze nicht zwischen den Geschlechtern verläuft, sondern zwischen den oberen 0,004% und dem Rest der Bevölkerung. Dann würde Mann sich auch vielleicht auf #HeForShe einlassen.

Und jeder Frau, die gerne das gleiche Geld verdienen will wie ein Mann, steht es frei, die Selbstverwirklichung hinten an zu stellen, sich einfach einen gut bezahlten Job zu suchen und sich für die Familienplanungen nicht mehr einen besser verdienenden Partner auszuwählen. Dann kann der Mann beim ersten Kind ebenso zu Hause bleiben, ohne die Familie zu ruinieren.

Eines hat die CEO von Facebook Sheryl Sandberg wunderbar erkannt:

„Die wichtigste Karriereentscheidung, die eine Frau trifft, ist, ob sie einen Lebenspartner haben will und wer dieser Partner ist. <…> Ich kenne nicht eine einzige Frau in einer Führungsposition, deren Lebenspartner ihre Karriere nicht voll – und ich meine voll – unterstützt.“

Und solche Männer gibt es inzwischen durchaus nicht selten liebe Frauen. Solange ihr euch aber lieber einen von denen aussucht, mit denen ihr euch später rechtfertigen könnt, warum ihr armen, armen Frauen, ja soviel schlechter da steht als irgendein x-beliebiger Mann, solange kann auch der Gesetzgeber nicht helfen.

#Alltagssexismus

1.) Die Familienrichterichterin, die trotz eindeutiger Stellungnahme der Gutachterin („Soweit die Mutter dabei bleibt, ihren Lebensmittelpunkt … in so großer Entfernung zu behalten, ist vor dem Hintergrund der Entwicklung der familiären Beziehungen … zu empfehlen, dass die Kinder ihren Aufenthalt beim Vater finden.“) dem Kindvater erwidert:

„Die Bindung zur Mutter ist mir wichtiger. Wenn sie dem Umzug zustimmen, werden wir eine großzügige Umgangsregelung beschließen. Wenn nicht, können Sie den Umgang separat einklagen“

2.) Die Jugensamtsmitarbeiterin, die dem Vater, der vorgeschlagen hat, dass Kind könne auch bei ihm im Haus, in dem das Kind die ersten 5 Jahre seines Lebens gewohnt hat, wohnen bleiben, vor Gericht beschreibt als:

Zuerst war er ja ganz vernünftig, aber dann sagte er das Kind könnte auch bei ihm wohnen. Das Kind braucht doch seine Mutter.

3.) Die alte Dame, die meinte mich beim Einsteigen in den Zug (um meine Kinder nach dem Umgangswochenende nach Hause zu bringen) aufhalten zu müssen, um meiner weinenden Tochter zu sagen

Du kannst doch nicht weinen, kleines. Dein Papa weiss doch gar nicht wie er damit umgehen soll“

4.) Die gefühlten 200 Mütter, die glaubten mir auf dem Kinderspielplatz erklären zu müssen, wie man mit kleinen Kindern umgeht und welche Risiken man seine Kinder dort eingehen lassen könnte.

5.) Die Frau, die dem Vater, der alleine den Kinderwagen durch die Gegenschiebt sagt

Da ist ihre Frau ja ganz schön mutig.

6.) Die Frau, die guckt als ob sie Sodbrennen hat, wenn sie nach dem Date ihre eigene Rechnung bezahlen muß.

7.) Die Ortsamtsmitarbeiterin, die bei der Ummeldung meines Sohnes von mir erwartet, dass ich Ausweis und Unterschrift der Mutter vorlege, während meine Ex-Frau unsere Tochter lustig ummelden kann, ohne, dass mich jemand fragt.

8.) Die Familienministerin, die hinter jeder Statistik bei der Frauen schlechter abschneiden, ein untrügliches Zeichen der Unterdrückung von Frauen wittert und bei jeder Statistik bei der Männer schlechter abschneiden vermutet, dass Männer halt selbst schuld haben.

9.) Die Lehrerin, die bei Desinteresse der Mädchen am Unterricht überlegt, wie sie die Mädchen besser motivieren kann und die bei Desinteresse der Jungen ADHS unterstellt.

10.) Die Eltern eines Mädchens, die sich auf dem Elternabend beschweren, weil der neue Sportlehrer ja soviel Wert auf körperliche Ertüchtigung, wie Liegestütze nach dem Aufwärmen, legt.

11.) Die Mutter, die glaubt, ihre Stillwilligkeit alleine würde darüber entscheiden, ab wann der Vater sich gleichberechtigt um die Kinder kümmern kann.

12.) Die Patchworkberaterin, die meint im ersten Jahr gehört das Kind zur Mutter und sich um die Antwort drückt, wie der vater die Bindung zum Kind aufbauen soll und dann nach einer Trennung, das mangelnde Engagement des Vaters im ersten Jahr als Grund nimmt das Residenzmodell mit Aufenthalt bei der Mutter zu fordern.