Falschbeschuldigung ist kein Kavalierinnendelikt

Warum die Instrumentalisierung von Gina Lisa Lohfink auch keine Lösung ist

TeamGinaLisa

Es ist faszinierend, wenn man sich die ganzen Diskussionen und Heldinnen-Glorifizierungen ansieht, welche jetzt im Fall Gina Lisa Lohfink verbreitet werden. Auf Anne Wizoreks »kleiner 3«-Webblog darf eine Teresa Kalmer das Rechtsverständnis einer zwölfjährigen zu Schau stellen, wenn sie schreibt »Obwohl sie ihre Vergewaltigung nachweisen kann, wird sie der Falschaussage bezichtigt und soll 24.000 Euro Strafe zahlen.« Statt dessen hätte man genausogut schreiben können, „obwohl die Beschuldigten die Einvernehmlichkeit des Sexes mit dem vollständigen Video beweisen könnten, wurde gegen sie der Prozess wegen Vergewaltigung geführt.“ Weiterlesen

Darf man Neugeborene töten?

Ich stolperte gerade über eine Diskussion aus dem jahr 2012/2013, wo sich ein Philosophenpärchen über die Frage ausließen, ob man neugeborene Töten darf oder nicht.
Was ich ja immernoch am faszinierendsten an solchen Meldungen finde, ist, dass Medien wie Focus, Welt und andere jede unsinnige Bäuerchen von Schwachmaten, welches einen Gedanken formuliert erwähnenswert finden, nur um die ersten zu sein die einen möglichen Skandal aufbauschen.

„Auch Skandale können langweilen.“ schrieb die Ärztezeitung dazu.

Die Begründung der beiden Philosophen für ihre krude These, hat mir mal wieder klar gemacht, warum mich das Philosophie-Studium irgendwann nur noch gelangweilt hat. Sie ist ein wunderbarer Beweis dafür, dass es Philosophen nicht mehr um die Liebe zur Weisheit geht, sondern darum, mit Unsinn zu blenden.

„Zur Begründung führen Minerva und Giubilini an, ein Neugeborenes sei keine Person im eigentlichen Sinn und sein moralischer Status sei derjenige eines Fetus.“

Mir fallen durchaus ein paar erwachsene Menschen ein, über die ich auch sagen könnte, dass ’sie  keinen Wert mit mit ihrem Weiterleben verbinden können, wie es eine „tatsächlich existierende“ Person tun würde. Wenn man denen das Leben nähme, würde man ihnen daher nicht schaden, weil sie nicht in der Lage sind den Unterschied einzusehen.‘ nicht umsonst gibt es den Sponti-Spruch „Gibt es ein Leben vor dem Tod?“

Nicht einmal zum Anfachen einer erneuten Abtreibungsdebatte eignet sich ein solcher Unfug, auch wenn die Autoren ihren Diskussionsbeitrag in diese Richtung deuten wollen:

Deshalb sei das Töten eines Babys auch nichts anderes als eine Abtreibung im Mutterleib. „Sind die Umstände nach der Geburt so, dass sie eine Abtreibung gerechtfertigt hätten, dann sollte die Abtreibung auch nach der Geburt noch möglich sein“, sagen die Wissenschaftler

Es gibt hier nur zwei gravierende Unterschiede

  1. Das Neugeborene will Leben. Auch wenn es sich sich nicht keine philosophieschen Gedanken über das „Nichtexistieren“ macht. Das sie leben wollen zeigen Neugeborene schon ziemlich deutlich. Wenn man solch eine Reaktion auch mal von einem 12 Wochen alten Foetus sieht, dann kann gerne anfangen zu überlegen, diese beiden Existenzzustände in einen Topf zu werfen .
  2. Neugeborene können auch prinzipiell ohne den Mutterleib und ohne die Mutter überleben. Wikipedia weiß zu berichten: „Der frühestgeborene überlebende Mensch kam 2010 nach nur 21 Wochen und fünf Tagen zur Welt und wog 460 g bei einer Größe von 26 cm (Stand 2010)“.

In sofern steht das höhere Gut des Babys (Das Recht zu Leben) leider dem geringeren Gut der Mutter (dem Recht keine Verantwortung für ihre Handlung tragen zu müssen) entgegen.

Abgesehen davon gäbe es ja auch noch reichlich Alternativen zum Töten des Kindes, weshalb hier selbst mildernde Umstände eigentlich vollkommen unangebracht wären.

Aber eine letzte Frage stelle ich mir als Sexismusbeauftragter bei dieser Diskussion doch. Wenn für diese ausgesprochenen  Vollidioten die Tötung eines Neugeborenen durch „die unzumutbare Belastung, die es für die Mutter bedeuten könnte, das Kind aufzuziehen“ zu  legitimieren wäre, haben dann auch die Väter ihrer Meinung nach das Recht, sich der unzumutbaren Verantwortung – für das Kind die nächsten zwanzig Jahre finanziell aufzukommen – zu entledigen, indem sie das Kind im Kreissaal töten? Jede Unterstellung, welche die beiden „Philosophen“, zur Legitimität der Neugeborenentötung anstellen, sollte ja wohl gelten, egal wer das Kind tötet. Egal wer sich vor der Verantwortung drücken will, oder?

Aber nein, eigentlich will ich darauf gar keine Antwort. Es gibt Ideen die sind so dämlich. dass sie der Legitimation jeglicher Diskussion entbehren. Traurig ist eigentlich nur, dass sich wirklich ein philosophisches Fachmagazin findet, wo so ein Unfug veröffentlich werden darf, und das diese Menschen auch noch in Artikeln zu diesem Thema als „Experts“ bezeichnet werden.

Vielleicht gibt es ja irgendwo auf dieser Welt den akademischen Grad „Experts of Bullshit“.

Wenn Anne Wizorek AfD wählen würde

Anne Wizorek hat sich zum Weltfrauentag einmal beim Feminismus bedankt. Es ist faszinierend, wenn man sich vorstellt sie wäre AFD-Wählerin und hätte sich statt dessen bei der AFD bedankt. Die Argumentationssturktur wäre die gleiche. Man müsste nur ein paar Worte austauschen. Ich glaube ich weiß seit dem noch deutlicher warum ich kein Feminist bin und warum ich nicht AfD wähle, weil mir diese Opferkultur und diese Verantwortungsverweigerung zuwider ist:

„Meine liebe AFD
ich schreibe dir heute, am 21.03. März 2016, um dir einfach mal zu sagen, wie toll ich dich finde und wie froh ich bin, dass es dich gibt! So oft, wie du grundlos auf die Mütze kriegst, ist doch der Super Wahlsonntag mit drei Landtagswahlen ein passender Anlass, um dir einfach mal Danke zu sagen. Weiterlesen

Arme Rentnerinnen

Es ist schon Lustig: Der Spiegel hat eine neue Gender Gap aufgetan und titelt:

»Gender Pension Gap: Frauen bekommen nicht mal halb so viel Rente wie Männer

»Die Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen wird im Alter zur riesigen Kluft: Im
Schnitt erhält eine Rentnerin in Deutschland 57 Prozent weniger Geld als ein Rentner.
Eine Studie zeigt die Gründe.«

»Die WSI-Forscher nennen eine Reihe von Faktoren, die für die Rentenkluft verantwortlich
sind:
– Niedrige Erwerbsbeteiligung: Frauen sind und waren weit häufiger gar nicht berufstätig
als Männer.
– Hohe Teilzeitquote: Frauen arbeiten häufig nicht Vollzeit.
– Niedrige Entgelte: Aktuell verdienen Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer.Früher, als die jetzigen Rentnerinnen im Berufsleben standen, war die Lücke noch größer.
– Häufige und längere Erwerbsunterbrechungen, etwa durch Kinderbetreuung
– Häufige Beschäftigung in Minijobs ohne Rentenversicherung

Was ich immer wieder faszinierend finde, ist dass ein seriöser Journalist da nicht über die Opferstilisierung hinauskommt, als wäre an diesen Entwicklungen nicht durchaus die Einscheidungen der Frauen schuld, welche diese mit gesetzlicher Unterstützung immernoch massiv durchsetzen können. Und noch viel mehr, dass auch niemand mal den Brückenschlag zum Familienrecht zieht. Denn die 30% Kinder die in Großstädten schon von einem Elternteil alleine großgezogen werden, werden sicherlich zu einem großen Anteil, ebensolche Mütter haben. Denn heutzutage sind schon 40% dieser Alleinerziehenden auf Hartz IV angewiesen und sicherlich kommt ein großer Anteil von verbleibenden nur aufgrund des Kindesunterhaltes aus dem Hartz IV Dunstkreis heraus. Ich weiß es stört die Mythos vom »Erfolgsmodell Alleinerziehend« (VaMV) und der »Superwoman« (SPD) aber die gegenwärtige Aufteilung »Einer Erzieht, einer Zahlt«, welche durch unser Sorge- und Unterhaltsrecht immernoch ein 50er Jahre Rollenbild zementiert, wird merkwürdigerweise in so einem Artikel überhaupt nicht mal ansatzweise in Frage gestellt.

Ich zitiere dazu mal die zehnte meiner »13 Wahrheiten über das Wechselmodell«

»10.) Kindesunterhalt ist einer der Gründe weshalb alleinerziehende Mütter stärkervon Altersarmut betroffen sind

Wenn Frauen mit einer 25 Stunden Stelle plus Unterhalt genauso gut über die Runden kommen, wie mit einer 40 Stundenstelle im Wechselmodell, mag das in der Gegenwart
eine reizvolle Option sein. Würde ich auch sofort machen.
Langfristig schadet es ihr aber mehr, da auf den Kindesunterhalt keine Rente angespart
wird.
Da die Karrierechancen mit späterem Einstieg in die Vollerwerbstätigkeit eher schlechter werden und insofern auch das Ansparen auf die Rente tiefe Einschnitte erfährt, ist es auch in Hinblick auf die Altersarmut besser, Erziehungsarbeit zu teilen, und wenn man das schon nicht in der Beziehung gemacht hat, weil man gehofft hat, man würde zu den anderen 50% gehören, die es bis zur Rente gemeinsam schaffen, dann sollte zumindest nach der Trennung gleich damit angefangen werden. Gerade bei unverheirateten Paaren, bei denen es keinen Versorgungsausgleich gibt.«

Wen interessieren denn schon konkrete sinnvolle Lösungsvorschläge und Gender-Pay oder -Pension-Gap so beseitigen, solange man weiterhin die Opferrolle der Frau zelebrieren kann?

Und wer will den Frauen schon ihre Privilegien streitig machen, auch mit 25 Stunden Arbeit pro Woche plus Unterhalt genauso gut über die Runden zu kommen, wie in einer 35 Stunden Beschäftigung. Dann drücken wir lieber noch ein paar Frauen mit Quote in Führungspositionen.

Komischerweise kommt man nur bei einer schlechten Genderquote der Frauen auf die Idee, dass es ein Zeichen von Unterdrückung sein kann, wenn hier kein Gleichgewicht der Geschlechter herrscht. Aber wenn 90% der Alleinerziehenden Frauen sind und auch nur ein Minimaler Bruchteil der trennungspaarer ihre Kinder im Wechselmodell erziehen, dann ist es … Na? Dann ist es natürlich auch ein Zeichen der Unterdrückung der Frauen.

Frau sein muß echt toll sein, egal ob du die domanante Mehrheit oder teil einer Minderheit bist, du bist immer ein Opfer.

So kann man sich natürlich auch seine Lebensrolle zurechtstricken.

36 Antworten die Frauen vermutlich nicht hören wollen

Orson Welles sagte einmal: »Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollen Mund zu sprechen; aber sie haben keine Bedenken, dies mit leeren Kopf zu tun.«

Auf YouTube haben sich einige Frauen versammelt um diese Aussage mal wieder eindrücklich zu verifizieren und in dem Video »36 Questions Women Have For Men« demonstriert, dass Eigenverantwortung und Selbstreflektion sich immer noch schlechter verkaufen, als ein belangloses Wiederkäuen von feministischen Klischees.

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Angst vor dem Feminismus?

Christian von AllesEvolution hat anscheinend mal wieder eine traumatisierende Diskussion mit einer Feministin gehabt, die glaubt in seine kritische Haltung dem Feminismus gegenüber eine männliche Angst vor gleichberechtigten Frauen interpretieren zu müssen.

Es tut mir ja immer leid, solche Frauen so hartherzig enttäuschen zu müssen, aber der Vorwurf ist genauso dämlich, wie die Vorhaltungen einiger meiner Ex-Freundinnen:

»Du willst doch nur ein Mäuschen.«

Ich weiß nicht wie man auf diese absurde Idee kommen kann, dass es für einen Mann eine wünschenswerte Option ist, mit einer rückgratlosen Jasagerin zusammen zu leben?

Nur, weil ein Mann nicht gleich bei jeder Idee seiner Partnerin in ehrfürchtiges Nicken verfällt, heißt nicht, dass Männer lieber Frauen bevorzugen, die nicht wissen was sie wollen. Eine Frau, die nicht weiß was sie wirklich will, ist nämlich genau der Typ Frau, mit denen man solche nervigen Diskussionen führen muss, denn solche Frauen kommen alle drei Tage mit neuen Ideen, wie sie ihre Glückseligkeit zu finden glauben. In der Psychologie nennt man diesen weiblichen Vorwurf dass Männer eine Jasagerin an ihrer Seite wollen, nur weil sie nicht zum Jasager werden »Projektion«. Denn eigentlich wollen diese Frauen einen Jasager, ebenso wie Feministinnen, die mit diesen Vorwürfen kommen, nicht an einer gleichberechtigten Beziehung interessiert sind.

Klar mag man sagen, dass Frauen in einer Beziehung Unterstützung wollen und keine Entmutigung, aber was ist die Alternative? Sich seinem Cassandra Complex ergeben und sehenden Auges den Plan der Partnerin gegen die Wand fahren lassen? Wie ich meinem Sohn in solchen Situationen immer sage: »Wenn du wirklich überzeugt wärest von deiner Idee, dann würdest du dir nicht durch zwei Nachfragen den Wind aus den Segeln nehmen lassen und einfach die Schule schmeissen. Solange Du diese Überzeugung nicht hast, ist es vielleicht besser, die Vorzüge der Schulzeit zu genießen und sich zu überlegen, wie es danach aussehen soll.«

Mal ehrlich, liebe Feministinnen: Männer finden es unglaublich sexy, wenn Frauen wissen, was sie wollen. Wir mögen es, wenn ihr bereit seid, euch für die Umsetzung eurer Ideen einzusetzen. Wir lieben es, wenn ihr diese dann auch kommunizieren können, damit auch wir eine Planungssicherheit haben. Dabei ist es prinzipiell egal, wie diese Idee im Detail aussieht. Ob es euer oberstes Ziel ist, ein erfülltes Mutterdasein zu pflegen, ob Ihr eine Karriere im Vorstand eines Dax-notierten Unternehmens anstrebt, oder euch als Heilpraktikerin in der Schossraum-Begleitung selbstständig machen wollt… Alles kein Problem, wenn zwei Dinge gegeben sind: Erstens ihr euch in einem sinnvollen Maße sicher seid, dass ihr damit glücklich werdet und uns in zwei Monaten nicht mit einer neuen Idee ein Ohr abkaut, und wir zweitens nicht den Eindruck bekommen, dass die Frage, »wer soll das alles finanzieren« als sekundär betrachtet wurde, weil es in der Vergangenheit nun mal so war, dass im Zweifelsfall der Partner, Papa oder Vater Staat eingesprungen ist. Als Mann weiß man halt schon ganz gerne, dass man an Entscheidungen, die für uns ein Kostenrisiko bedeuten, nicht nur als Zustimmkaspar oder Zahlesel beteiligt war.

Frauen, die kritische Nachfragen nicht als ein »Kleinmachen« interpretieren müssen, weil sie sich selber so klein sehen, sondern, die darin eine Hilfe sehen, um die Stichhaltigkeit ihres Plans zu überprüfen, finden Männer echt toll.

Als ich z. B. vor ein paar Jahren den Entschluss gefasst habe, eine Festanstellung mit toller Karriereaussicht in einem zukunftsträchtigen Großkonzern gegen meine Selbstständigkeit einzutauschen, da hat mich mein lieber Herr Papa, obwohl ich 35 war, erstmal in die Mangel genommen (und wenn ich zu dem Zeitpunkt eine entscheidungsrelevante Partnerin gehabt hätte, hätte die es vermutlich ebenso getan) und ausgefragt, ob ich mir das auch gut überlegt habe. Die spanische Inquisition kann einem in so einer Situation schon wie ein Kaffeekränchen vorkommen, aber aus dem Gespräch rauszugehen mit dem Gefühl: »Gut,  da war keine Frage die ernsthaften Zweifel erregen konnte«, nachdem mein Vater sagte: »Gut, dann hoffe ich, dass das alles so eintrifft, wie Du es Dir vorgestellst.« das war schon eine schöne Bestätigung meines Entschlusses. Und wenn er meine Entscheidung ins Wanken gebracht hätte, dann wäre ich vermutlich dankbar gewesen, dass ich noch einen Punkt gefunden hätte, über den ich noch etwas nachdenken muss.

Lange rede kurzer Sinn: Nein liebe Frauen, wir haben weder ein Problem mit selbstbewussten Partnerinnen, noch mit gleichberechtigten Frauen als Konkurrenz in der Berufswelt. Zu mindestens die Selbstbewussten unter uns Männern, und die weniger Selbstbewussten? Seid versichert, die sind für Männer ebenso nervig, wie die Berufsopfer, die sich im Feminismus eine Existenzgrundlage suchen, indem sie sich immer neue Gründe suchen, warum Frauen mit ihrem Leben nichts anständiges anfangen können (und dafür dann die restlichen 50% der Bevölkerung verantwortlich machen wollen).