Kinderspielzeug entgendern ändert nix

Kümmert euch statt dessen lieber um die rollenmodellfördernden Gesetze

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Wenn man das den Kampfeinsatz bei der Bundeswehr mal ausklammert, (der erst 2001 nach Anderung des Art. 12a unseres Grundgesetzes für Frauen möglich war) ist das letzte frauendiskriminierende Gesetz im Jahr 1976 gefallen. Langsam albern, wenn Organisationen wie Pinkstinks inzwischen schon Luke Skywalker und Barbie dafür verantwortlich machen um die Opferlegende von der patriarchalen Unterdrückung aufrecht zu erhalten, nur weil Frauen im Beruf nicht so erfolgreich agieren wie Männer. Dabei wurde die Barbie doch explizit von Mattel entwickelt, um sich vom Rollenmodell als Hausfrau und Mutter zu lösen, denn Ruth Händler, die Mitbegründerin der amerikanischen Spielzeugfirma Mattel. wollte „ihre Tochter – und später den Rest der Welt- mit einer Puppe beglücken, die im Gegensatz zu den damals existierenden Puppen keine Mutterinstinkte weckt.“ wie der maskulistische Kultursender Arte in einem Hintergrundbericht erklärt.

Aber Irgendeine Form der Unterdrückung muss es doch geben, um die Genter Time Gap zu rechtfertigen, die mit einem durchschnittlichen Arbeitszeitverhältnis von 39,6 (Männer) zu 30,3 (Frauen) Wochenarbeitsstunden nicht gerade karriereförderlich für das weibliche Geschlecht ist. Karrieren macht man im Vorstand nun mal leider nicht mit einer Teilzeitstelle. Auch als Mann nicht.

Hingegen scheint es bei Pinkstinks auch niemand für bedenklich zu halten, dass Frauen die Gender Custody Gap mit 90 zu 10 anführen. Komischerweise gibt es für diese Gap keine Internationalen Gedenk- oder Aktionstage, auch wenn die Geschlechterdifferenz nirgendwo so deutlich ist, wie beim Sorgerecht, beziehungsweise der Frage welches Geschlecht alleine erzieht.

barbie-miss-astronaut-reproductionVielleicht sollte sich Pinkstinks lieber mal mit tatsächlich noch in ein Gesetz gegossenen Förderung von stereotypen Rollenmustern beschäftigen, denn die gibt es, auch wenn man sie nicht mehr im Arbeitsrecht vorfindet.

Wenn unser Familienministerium mit großen Kulleraugen auf die Gleichstellung der skandinavischen Länder wie Schweden schaut, dann schaut die MinisterIn leider nur auf die Vorstandsquote von 36%, und nicht auf die Tatsache dass Familienpolitik in Schweden seit 40 Jahren auch aktive Väterpolitik bedeutet, und sich da nach vierzig Jahren eine Selbstverständlichkeit entwickelt halt, mit der auch Väter in Karrierepositionen nach 16:00 Meetings absagen, weil sie ihre Kinder aus dem Kindergarten holen, und dann lieber abends wenn die Kinder im Bett sind noch ein, zwei Stunden Emails beantworten oder Präsentationen vorbereiten. Schweden hat nicht einmal ein Frauenministerium. Das läuft da unsexistisch unter »Gleichstellung; Ministeramt am Utbildningsdepartementet
(Bildungsministerium)«.

Falls der Frau irgendwann das Kribbeln fehlt, und sie einen Neuanfang mit einem sensiblen Gitarrenlehrer möchte, kann sich ein Vater in Schweden auch darauf verlassen, dass sein familiäres Engagement selbst nach der Paarbeziehung der Eltern noch Bestand hat. In Schweden hat der Vater auch nach der Trennung noch ein Recht gleichberechtigt Anteil am Leben seinen Kindern zu haben, sie erziehen zu dürfen und ihnen die Welt zu zeigen. Und als alleinerziehender Vater kann ich versichern: Das ist ein echtes Privileg, welches ich für keine Karriereoption diese Welt hätte eintauschen wollen. das gilt in Schweden selbst dann, wenn er innerhalb der Beziehung so nett war den finanziellen Freiraum zu schaffen, weil die Mutter sich wünscht in der ersten Zeit etwas mehr Zeit mit dem Kind zu verbringen. 70% der Familien, in denen Väter in Deutschland keine Elternzeit genommen haben, geben dies als einen der Hauptgründe an, gefolgt von dem Wunsch der Mutter das Kind in den ersten Jahren zu erziehen (66%) und der Frage, ob es anders überhaupt finanziell anders möglich wäre (60%). Die Zufriedenheit des Vaters mit seiner beruflichen spielt da mit 36% eher eine untergeordnete Rolle.

In Deutschland wird der engagierte Vater, der sich mit seiner Frau die Erziehung geteilt hat, indem beide auf eine ¾ Stelle reduziert haben, nach der Trennung vor dem Problem stehen, dass mit EINER dreiviertel Stelle nur sehr knapp ein kindertauglicher Haushalt zu finanzieren ist. Selbst wenn er einfach den Gürtel enger schnallt, hilf ihm das dem Vater nicht, wenn seine Frau nicht auch dazu bereit ist. In vielen fällen geht es ihm da wie Ralf aus diesem taz Artikel.

„Sie wollten alles ganz einfach halten nach der Trennung. Halbe-halbe. Eine Woche wären die beiden Kinder, die achtjährige Tochter und der sechsjährige Sohn, bei Vater Ralf* und eine bei Mutter Claudia. Aber damit kam Claudia nicht klar. Sie könne nicht so lange ohne die Kinder leben, meinte sie. Vor Gericht dann hieß es, die Kinder seien bei ihr besser aufgehoben.

Die Folge: Sie bekam sie acht Tage am Stück und Ralf dann sechs. Was er nicht wusste: Claudia bekommt trotzdem den vollen Unterhalt für die Kinder – soweit der Vater zahlungsfähig ist. In Ralfs Fall, er verdient nicht viel, sind das 360 Euro im Monat. So will es das Gesetz: Derjenige, der die Kinder kürzere Zeit betreut, und sei es nur ein Tag weniger, zahlt trotzdem den vollen Unterhalt.“

Und wenn Ralf sagt: »Ich habe mich aber bewusst gegen dieses tradierte Rollenmodell entschieden und wenn ich jetzt diesen Unterhalt zahle, habe ich aber nicht mehr genug Geld für eine kindgerechte Wohnung«, dann zuckt der Richter mit den Schultern, und verweist auf das deutsche Unterhaltsrecht. »Gesteigerte Erwerbsobliegenheit« heißt das. »Dann arbeiten sie halt 40 Stunden.« bekommt ralf zu hören und wenn Ralf sich weigert, weil er dann gar keine Zeit mehr hätte, um als Vater für seine Kinder da zu sein, dann fällt er unter die erschreckend hohe Anzahl an Vätern die den »gerechten« Unterhalt nicht zahlen und bei ihrer nächsten Rede droht Ministerin Schwesig Vätern wie ihm mit Führerscheinentzug.

Man hört von Organisationen wie Pinkstinks erstaunlich wenig, wenn der Gesetzgeber hier alternative Rollenmodelle torpediert. Vermutlich bekommt man mit Themen wie „gegendertes Spielzeug“ und „sexistische Werbung“ eher Fördermittel des Fraueministeriums.

Der Europarat hat hingegen dieses Problem erkannt und forderte in einstimmigen Beschluß mit der Resolution 2079, dass die europäischen Staaten die Gleichberechtigung von Eltern unter anderem durch die Einführung eines Betreuungsstandards Doppelresidenzmodell zu fördern haben. Als Begründung schreiben sie im Absatz 4:

»Darüber hinaus ist die Versammlung überzeugt, dass die Entwicklung gemeinsamer Obsorge hilft, Geschlechterstereotypen in Bezug auf die Rolle von Frauen und Männern in der Familie zu überwinden, welche lediglich ein Spiegelbild der soziologischen Veränderungen darstellt, wie sie sich in den letzten fünfzig Jahren in Hinblick auf die Privat- und Familien-Sphäre entwickelt hat.«

Statt diesen Ball dankbar aufzunehmen und die Beseitigung der Geschlechterstereotypen weiter voranzutreiben, gibt unsere Frauenministerin lieber erst mal eine Studie in Auftrag, bei der sie Rahmenbedingungen einfordert, die das Ergebnis eigentlich schon vorgeben. Ewas anderes, als ein Festhalten am Status Quo kann man so wohl nicht erwartet.

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Auf der einen Seite wird das Frauenministerium nicht müde mit populistischen Statistikverfälschungen wie der Gender Pay Gap die Benachteiligung der Frauen zu bedauern. Aber die Tatsache, dass Alleinerziehende zu 90% Frauen sind, lässt nicht einmal den Funken eines Zweifels erwachen, dass das damit zur Schau gestellte erzkonservative Rollenmodell vielleicht das Ergebnis von Diskriminierung eines Geschlechtes im Sorgerecht ist. Da wird vehement daran festgehalten, dass nach der Trennung in 90% der Fälle der Mann zahlt, während die Frau bedauert wird, weil sie entweder an der Grenze zum HartzIV Niveau lebt oder sich zwischen Teilzeitstelle und Kindeserziehung aufreibt.

Erstaunlicherweise ist es der Verband der berufstätigen Mütter, der einen sehr offensiven Einsatz für das Wechselmodell pflegt und sich somit für Gleichberechtigung auch im Familienbereich einsetzt. Denn man hat dort verstanden, dass Work/Life-Balance nicht irgendeine Livestyle-Floskel ist. Solange in unserem Land versucht wird, nur im Arbeitsrecht an den Stellschrauben zu drehen, und im Familienrecht spätestens nach der Trennung am 50er Jahre-Modell festgehalten wird, werden wir noch viele unlautere Statistiken lesen müssen, die uns klar machen sollen, wie schwer Frauen es doch in diesem Patriarchat haben und solch einen Unsinn lesen müssen, dass Barbie und Luke Skywalker dafür verantwortlich sind, wenn sich trotz aller gesetzlichen Gleichstellungen im Berufsleben an der Situation nichts grundlegendes ändert.

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Dabei hat der etwas naive Bauernjunge Skywalker mit seiner Schwester Leia ein echtes Rollenmodell für die Gleichberechtigung zur Seite gestellt bekommen. Sie ist eine selbstbewusste Frau. Sie ist eine echte Führernatur, die, wie der galaktische Oberschurke Darth Vader anerkennt, »niemals ihre Rebellenfreunde bewusst verraten würde«, selbst er ihr einem Folter-Droiden zu Leibe rückt und droht ihr die Frisur zu versauen. Und es gibt sie sogar als Aktionpuppe.

Kinderspielzeug dafür verantwortlich zu machen, dass sich die Gleichstellung in Deutschland mit Trippelschritten vorankommt, ist vermutlich die peinlichste Verweigerung der eigenen Verantwortung. Aber mit irgendeinem Steckenpferd muss natürlich auch eine promovierte Genderforscherin Fördermittel eintreiben.

Sheryl Sandberg zitiert in ihrer Karrierefiebel für Frauen »Lean in« eine Studie nach der Frauen nur nach ihrer Leistung befördert werden, während Männer schon wegen ihres Potentials befördert werden.

1973-chirurgen-barbie-600x900-1307637Bei unserem Familienrecht kann ich nur sagen: »Das ist das aus unternehmerische Sicht eine absolut vernünftige Entscheidung.« Was nützt es mir als Unternehmer, wenn eine Frau außerordentliches Potential hat, wenn ich erwarten muss, dass sie im K-Fall, (sprich wenn sie Mutter wird) spätestens nach der Trennung bei jedem Grippeinfekt die Hand ihres Kindes halten muss, und jeden Tag pünktlich um 16:00 den Stift fallen lassen muss, weil die Kita schließt. Und selbst wenn die Kita bis 18:00 offen hat, ist sie dann innerhalb kürzester Zeit ausgebrannt. Ich weiß als alleinerziehender Vater wie anstrengend das ist. Diese Doppelbelastung schlaucht. Auch als Mann.

Da muss eine Frau schon verdammt viel Potential haben (und vermutlich keinen Abschluss in Pädagogik oder Genderforschung), um ebenso nach ihrem Potential befördert zu werden, wie der Mann, der nach der Trennung im Regelfall überhaupt nicht mehr nach Hause muss, weil das einzige, worauf irgendjemand bei ihm noch wartet, der regelmäßige Unterhaltsscheck ist.

Solange das Gesetz nicht fördert, dass auch der Vater nach der Trennung einem günstigen Kitaplatz braucht, brauchen die Unternehmer hier eigentlich nicht viel nachdenken. Und schon gar nicht über die Frage, ob ihre Kandidatin lieber mit He-Man oder der Glitzerbarbier gespielt hat.

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