12 Frauenprivilegien

Es ist ja manchmal echt gefährlich mit zu vielen Frauen in einem Raum zu sitzen. Nicht dass ich Angst vor Frauen habe, aber die Gefahr ist ziemlich groß ist, dass in lockerer Diskussionsrunde irgendeine von ihnen plötzlich mit der Opferleier loslegt.

  • Frauen verdienen ja so viel schlechter als Männer
  • Frauen müssen sich um die Kinder kümmern
  • Frauen werden immer dazu erzogen brav zu sein
  • Frauen können nicht Sex mit mehreren Männern haben ohne als Schlampe zu gelten.

Ich könnte diese Auflistung noch beliebig weiter führen, und einige Frauen verdienen tatsächlich Geld damit, solche Listen aufzustellen und in Buchform zu veröffentlichen.

Irgendwann war es aber mal wieder so weit, und ich saß in so einer Runde. Nach dem „Kinder“-Lamento platze mir der Kragen. Statt eines negativen „So ein Quatsch“ versuchte ich es aber einfach mal mit einem positiven Ansatz. Ich verblüffte die Frauen mit der Feststellung: „Ich könnte euch aus dem Stegreif zwei Dutzend Gründe nennen, weshalb es besser ist eine Frau zu sein.“

Na gut, aus dem Stegreif kam ich nur auf ein Dutzend, aber ich finde das ist auch schon eine Menge.

1.) Frauen haben die Kontrolle über die Familienplanung

Klar gehören immer zwei dazu, um ein Kind zu zeugen, aber abgesehen von dem zuverlässigsten Verhütungsmittel hat nur die Frau das Recht zu entscheiden, ob aus einem Verhütungsunfall, oder wenn der Partner ohne Absprache die Verhütung abgesetzt hat, ein Kind entsteht oder ob daraus eine Elternverantwortung erwächst. Nicht nur was die Verhütung angeht, auch was die Entscheidungsfreiheit nach der Empfängnis angeht sind Frauen privilegiert.

Es gibt zwar eine extrem zuverlässige, unauffällige Verhütungsmethode für den Mann, aber die kommt nicht auf den Markt. Warum? Weil die Pharmaindustrie damit zu wenig Geld verdienen kann, denn da braucht der Mann nur eine Spritze alle zehn Jahre. Da sind die ganzen hormonellen Verhütungspräparate für Frauen einfach gewinnbringender.

2.) Eine Frau weiß schon am Anfang eines Dates ob sie landen wird

Steve fasst es es in der BBC Sitcom „Coupling“ sehr schön zusammen:

Steve: Erste Dates sind sehr stressig für Männer. Für uns ist es das Unbekannte.
Susan: Na ja, für uns doch auch.
Steve: Uh-uh. Ihr wisst eine Sache mehr als wir.
Susan: Was?
Steve: Na ja, du weisst schon.
Susan: *lacht* tu ich nicht.
Steve: Okay, ähm, beim Date, nicht? Jedes beliebige Date, Und ich meine jetzt nicht dieses Date hier, ähm, fragt sich der Typ die ganze Zeit „Landen wir noch im Bett, oder doch nicht?“ dass ist das einzige worüber er die ganze Zeit nach denkt.
Susan: *nickt zustimmend* Stimmt.
Steve: Und die Frau, sie weiß das schon.
Susan: Stimmt auch.

Das ist natürlich keine Garantie für die große Liebe auf Lebenszeit, aber wenn sie nur mal an diesem Abend an Sex interessiert sind und sich im Verlauf des Gespräches ein wenig nett verhalten, und er derjenige war, der Sie ums Date gefragt hat, ist die Chance ziemlich groß, dass der Mann es wie Harry Burns aus „Harry und Sally“ hält.

Harry: Es fängt alles ganz gut an. Sie ist nett, und wir sitzen da und reden. Wir sind in diesem Äthiopischen Restaurant  wo sie unbedingt hin wollte. und ich mache Witze, du weißt schon, so wie, „Hey ich wusste nicht dass die Essen in Äthiopien haben? Das geht schnell, wir bestellen einfach zwei leere Teller und gehen.“
(Sally lacht)
Harry: Ja, von ihr kam nicht einmal ein lächeln. Also schalte ich einen Gang runter zum Small Talk, und ich frage sie wo sie zur Schule gegangen ist und sie sagt „Michigan State“, und das erinnert mich an meine Ex-Frau Helen. Auf einmal stecke ich in einer Panik Attacke, Mein Herz schlägt wie wild und ich fange an zu schwitzen wie ein Schwein.
Sally: Helen war auf der Michigan State?
Harry: Nein, aber auf der Northwestern, aber das sind beides namenhafte Schulen . ich werde aufgeregt und muss das Restaurant verlassen.
Sally: Harry Ich denke, das dauert noch eine ganze Weile. Vielleicht noch Monate, bis wir wieder es wieder genießen können mit jemanden auszugehen.
Harry: Ja…
Sally: Und vielleicht noch Länger bis wir noch wirklich wieder Sex mit jemanden haben.
Harry: Oh ich hatte Sex mit ihr.
Sally: Du hattest Sex mit ihr?
Harry: Klar.
Sally: Oh.

Und Sie brauchen dafür in der Regel nicht einmal das Essen oder die Getränke zu bezahlen.

3.) Frauen haben Brüste

Das meine ich jetzt nicht, wie Steve Martin das in LA story, der davon schwärmt den ganzen Tag zu Haus zu bleiben und an sich rumzuspielen. Wenn man aber einmal den seligen Ausdruck eines Babys gesehen hat, wie es sich an der Mutterbrust den Hunger stillt, dann ist das schon etwas wo Männer neidisch werden können.

Als ich meinen zwei Tage alten Sohn zwangsweise an einem heißen Sommertag mit einer Flasche füttern musste, war das zwar schon ein tolles Gefühl, aber… Na gut, Ich glaube Sie verstehen den Punkt.

4.) Eine Frau hat immer jemanden der Schuld ist

Im Zweifelsfall irgendeinen Mann.

Man is to blame

Mit Ihrer Karriere klappt das nicht so? Das ist bestimmt nur eine gläserne Decke oder männliche Seilschaften und nicht ihr Interesse an einer gesunden Work/Life-Balance und auch nicht Ihre Unfähigkeit sich in hierarchischen Strukturen durchzusetzen, die Sie von der großen Karriere abhalten (wie übrigens 99% der Männer auch).

Wenn Ihr Mann Sie verlässt (und besonders schlimm natürlich: Wenn der Sie für eine jüngere Frau verlässt), dann ist er natürlich ein Arschloch und jeder wird bei bei ihrem Klagelied nur mitleidvoll nicken. Männer bekommen hier immer nur zu hören: „Es sind immer zwei daran Schuld, wenn eine Beziehung scheitert.“

Wenn Sie Ihren Mann verlassen ist natürlich auch er das Arschloch, weil er Ihnen nicht gegeben hat, was Sie für eine glücklich machende Beziehung brauchten. Er hat Sie halt nie verstanden oder hat Ihnen nicht mehr das Gefühl gegeben begehrenswert zu sein. Er hat sie quasi in die Buhmannrolle ihrer Trennung gezwungen. So ein Arsch!

5.) Frauen wurden auf der Titanic gerettet

Vera Birkenbihl beschreibt in einem Vortrag wie die Überlebenden der Titanic (überwiegend Frauen) berichten, wie die Männer (also alle Jungen über 14) da standen und Frauen den Vortritt in die Rettungsbote ließen. Da gab es kein Gezicke der Männer „Bitte rettet uns auch“.

Und wenn es Nachts um drei verdächtige Geräusche aus dem Wohnzimmer gibt, dann brauchen Sie natürlich auch als Feministin nicht zu befürchten, dass ihr Partner plötzlich auf eine Einbrechersuchquote besteht? Sie  können ihn trotzdem einfach so runter schicken.

Und selbst heute bei einem Schiffsuntergang werden Männer den Frauen in der Regel immernoch den Vortritt lassen. Im Zweifelsfall, weil bestimmt ein Mann schuld war, der dieses blöde Schiff nicht unsinkbar ist.

6.) Frauen können studieren was sie wollen

Wenn Sie Lust auf ein gewinnbringendes MINT-Fach haben, verhindert heute keiner, dass Sie das studieren dürfen, um später richtig Geld zu verdienen. Wenn Sie sich aber lieber mit einem Studium „Frühe Sprachentwicklung im Pleistozän“ Selbstverwirklichen wollen, ist es auch nicht wirklich schlimm. Auch wenn ihnen jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand die Frage stellt „Und wie willst du damit mal deinen Lebensunterhalt verdienen?“

Im Zweifelsfall nutzen Sie das Studium, um einen gut verdienenden Partner zu finden (O.K., dafür ist das Nebenfach Jura oder BWL eher hilfreich). Dann kümmern Sie sich um die Kinder und den Haushalt und brauchen trotzdem in der Regel nicht zu verhungern.

Wenn Sie sich nach drei Jahren, in denen der Mann die Familie finanziert hat, trennen, können Sie über Ihr schweres Leid klagen, weil Sie Ihre vielversprechende Akademikerkarriere den Kindern und seiner Karriere geopfert haben. Dabei ist es egal, ob die einzige freie Stelle, die für ihr exotisches Studienfach verfügbar war, leider in Bitterfeld lag und nicht einmal für die Dauer seiner gewünschten Elternzeit befristet war und somit einen Umzug nicht wirklich rechtfertigte.

Nur böse Frauenhasser fragen Sie hier kritisch „Welche Karriere? Die als Pleistozänsepertin?“

Frauenstudium

Und die Frauenministerin freut sich, weil Ihre suboptimalen Berufs- und Familenentscheidungen die Gender Pay Gap offen halt.

7.) Frauen sind qua Geburt ErziehungsexpertInnen

Sobald Sie neun Monate Schwangerschaft hinter sich gebracht haben wissen einzig und alleine Sie, was gut für ihr Kind ist. Selbst wenn Sie das letzte mal vor dreissig Jahren einen Neugeboren gesehen haben, als ihre Eltern Sie im Alter von zwei Wochen vor dem Schlafzimmerspiegel gelegt haben.

Bei Sorgerechtsstreitigkeiten werden das immer noch viele Mitarbeiter beim Jugendamt oder beim Familiengerichten ebenso finden.

Und wenn Ihr Mann da etwas anders macht als Sie, ist er natürlich ein Kindeswohl gefährdender Bastard, der ihre Kompetenz in Frage stellt. So einen sollte man am besten weit fern vom Kind halten. Vor allem nach der Trennung. Da haben Sie natürlich jedes Recht zu fordern, dass die Kinder bei ihnen bleiben.

Wenn er Ihnen diese Rolle strittig macht, dann tut er das natürlich sowieso nur, um Sie zu kontrollieren und Ihnen den wohlverdienten Unterhalt zu verweigern. Fragen sie mal Carola Fuchs. Aus Einzelfällen generiert sie eine wunderbare Pauschalverurteilung von Vätern

„Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass wir feststellen mussten, dass die Forderungen eines Vaters nach einer abwechselnden Unterbringung, oder auch nach der alleinigen Unterbringung des Kindes, bei ihm, dem Vater, was es ja auch gibt, aus dem Wunsch heraus geboren wurde, die Ehefrau oder die Partnerin weiterhin in gewisser Weise terrorisieren zu können.“

Wenn jemand sowas sagen würde:

„Es ist tatsächlich schon vorgekommen, dass Mütter ihre Kinder am Teppich nagend verhungern lassen haben, weil sie am Wochenende mal wieder Party machen wollten, und vergessen hatten die Großmutter als Babysitter zu informieren, oder zu ihrem neuen Freund ziehen wollten und das Kind vergessen haben.“

(Es ist tatsächlich schon vorgekommen. Googlen sie einfach mal „Mutter lässt Kind verhungern“ Leider kommt das häufiger vor, als man denkt)

Trotzdem käme niemand auf die Idee, Müttern deswegen pauschal das Sorgerecht zu entziehen, nur weil es „tatsächlich schon vorgekommen“ ist. Auf die Idee, aus schlimmen Einzelfällen eine Pauschalverurteilung eines Geschlechtes abzuleiten, darf offensichtlich nur eine Frau kommen ohne ausgelacht zu werden.

Und gewiss finden Sie auch einen Redakteur beim Deutschlandradio, der Ihnen für diese unglaubliche Tatsache eine viertel Stunde Sendezeit einräumt, damit sie noch einmal öffentlich klagen können, dass Ihnen ja die ganze Last auferlegt wird, während der Vater nur den Spaß mit den Kindern haben will.

Versuchen Sie das mal als Vater. Da können sie froh sein, wenn Sie als alleinerziehender Elternteil auch nur den Mindestunterhalt bekommen.

8. Frauen können ihre emotionale Unausgeglichenheit immer an jemandem abreagieren

Das Zitat der Literaturnobelpreisträerin Doris Lessing ist sicherlich einer der besten Gründe, warum es toll ist eine Frau zu sein:

Die dümmsten, ungebildetsten und scheußlichsten Frauen können die herzlichsten, freundlichsten und intelligentesten Männer kritisieren und niemand sagt etwas dagegen. Die Männer scheinen so eingeschüchtert zu sein, dass sie sich nicht wehren.

Und nicht nur das.

Als Frau können Sie ihren Freund in der Öffentlichkeit demütigen, anpöbeln und schlagen.

Die Wahrscheinlichkeit ist äußerst gering, dass Sie jemand daran hindert und noch viel geringer, dass Sie gesetzlich dafür belangt werden. Vermutlich gehen einfach alle davon aus, dass er bestimmt selber schuld ist (siehe Punkt 4), weil er fremd gegangen ist, ihren Jahrestag oder den den Namenstag ihres Wellensittichs vergessen hat.

Als Promi-Frau können Sie anschließend sogar ein Buch darüber schreiben, wie es war ihre Ex-Partner zu schlagen und in Talkshows lachend darüber berichten.
Frauenstudium

Es ist auch unwahrscheinlich, dass der Mann sich angemessen wehrt, auch wenn er ihnen vielleicht körperlich überlegen ist. In der Regel greifen hier die Punkt 4 (und er selber glaubt auch, dass er selber schuld ist) oder Punkt 5 (und seine Sozialisierung verbietet es ihm).

Falls Sie als Frau jetzt auf die Idee kommen, diesen Punkt gleich bei ihrem Partner oder einen wildfremden Menschen ausprobieren zu wollen gebe ich natürlich kein Gewähr dafür, dass letzteres auf ALLE Männer zutrifft.

Sollten Sie aber ausgerechnet ein Exemplar treffen, welches sich Ihre Gewalttätigkeit nicht gefallen lässt, seien sie beruhigt. Er wird sicherlich derjenige sein, dessen Gewalttätigkeit Eingang in die Polizeistatistik finden wird.

9. Frauen haben auch unverheiratet umgehend das Sorgerecht

Der Vater muss, wenn die Eltern nicht verheiratet sind, dass Sorgerecht immer noch vor Gericht erkämpfen und wenn er über der Einkommensgrenze für Prozeßkostenhilfe (PKH) liegt, darf er dafür auch noch die Gerichtskosten tragen.

10. Frauen müssen sich nicht totschießen lassen, wenn die Ukraine Krise eskaliert (zu mindestens nicht an der Front)

Selbst wenn die Wehrpflicht wieder eingeführt wird, dann garantiert nicht für das weibliche Geschlecht.

Klar, wenn sie unbedingt auch mal die Chance haben wollen, mit schweren Waffen auf wildfremde Leute zu schießen, ohne anschließend ins Gefängnis zu wandern, dann dürfen sie da gerne mitmachen, aber nur freiwillig. Niemand käme auf die Idee sie dazu zu zwingen. Dass tut man nur bei Männern.

Und das beste ist, egal ob sie mitschießen oder nicht, und selbst wenn sie den Konflikt überleben: Als Frau sind trotzdem das primäre Opfer. Hillary Clinton drückte es einmal als First Lady bei der Conference on domestic violence in San Salvador 1998 sehr schön aus:

Women have always been the primary victims of war. Women lose their husbands, their fathers, their sons in combat. Women often have to flee from the only homes they have ever known. Women are often the refugees from conflict and sometimes, more frequently in today’s warfare, victims. Women are often left with the responsibility, alone, of raising the children.

Interessante Logik. wass ist dagegen schon das sterben an der Front. Nur Weicheier kämen vermutlich auf die idee 5.180.000 tote deutsche Soldaten (vermutlich fast ausschließlich Männer) für das primäre Opfer zu halten, wenn sie mit 1.170.000 toten deutschen Zivilisten  (unter denen vermutlich auch noch ein guter Anteil Männer war) konkurrieren müssen. Da bekommt die Bezeichnung „Primäres Opfer“ gleich einen ganz blumigen Beiklang.

Klar die zurückgebliebenen Witwen und Waisen müssen plötzlich alleine zurechtkommen, nur weil sich die 5.180.000 Männer aus dem Staub gemacht haben. Diese Drückeberger. Wollten sie noch eine weitere Bestätigung für Punkt 4? Hier ist sie.

11. Frauen haben Partner, die pflegeleichter sind als eine Schildkröte

Männer wollen nur gelegentlich mal Sex und ansonsten sind sie meistens glücklich wenn sie trotz ihrer Macken noch respektvoll behandelt werden.

Sie reden Ihnen nicht rein, wenn Sie das Wohnzimmer mit Deko-Gegenständen voll stellen, deren Sinn sich ihm ünerhaupt nicht erschließt. Meist sind zufrieden, wenn sie die Garage oder den Keller als Hoheitsbereich für sich haben.

Wenn Sie sich in Ruhe was Nettes kaufen wollen, können Sie ihren Mann, einfach bei Saturn abstellen und er wird sicherlich nicht klagen, dass er Ihnen in der Zeit gar nichts über die letzten HSV-Ergebnisse erzählen kann.

Er will auch nicht, dass Sie zum Gedankenlesser mutieren und er wird in der Regel auch nicht beleidigt sein, wenn Sie seinen Blick auf die Blu-Ray-Sonderedition von Dawn of the Dead oder auf das lustige technische Gadget für sein Handy nicht richtig interpretiert haben. Im Zweifelsfall kaufen sie es sich dann einfach selber.

12. Frauen brauchen nach einer missglückten Anmache oder einem doppeldeutigen Witz keinen Twitter-Shitstorm zu fürchten

Haben sie dann schon mal gehört, dass, wenn eine Frau einen Mann anmacht, ihn auf sein Äußeres reduziert, weil er seinen knackigen Hintern in einer zu engen Lederhose zur Schau stellt, oder einen Dreckigen Witz auf Kosten der anwesenden Männer macht? Bestimmt. Sowas passiert regelmäßig, wenn die Chippendales-Dokumentationen nicht gefälscht waren und die Jungesellinnen, die regelmäßig in Hannover durch die Innenstadt ziehen keine verkleideten Männer sind.

Aber haben sie es schon mal erlebt, dass daraufhin einer dieser Männer eine Empörungswelle auf Twitter lostritt? Ich nicht. Das liegt nicht daran, dass solche sexuellen Übergriffe von Frauen nicht gemacht werden. In Schottland weigern sich Barmänner mittlerweile Kilt zu tragen, weil Frauen ihnen permanent unter den Rock greifen, um vermutlich festzustellen, ob da wirklich nichts drunter getragen wird.

Ein Mann erwiderte bei einer Internet-Diskussion zu dem Thema:

Das weiß eh jeder, der schon mal einen Kilt getragen hat

Wenn er bei der Beschwerde einer Frau, dass Männer andauernd unter ihren Minirock greifen würden‘ geschrieben hätte:

Das weiß eh jede, die schon mal einen Minirock getragen hat

Dann wäre er gleich an den Sexismuspranger gestellt worden.

Wenn ein Mann so ein unangenehmes Erlebnis auf Twitter gepostet hätte, würde er von den Medien nur Ignoranz erfahren und von seinen männlichen Mitmenschen nur ein „Kauf dir ein Paar Eier und hör auf über so einen Scheiß zu jammern“ zu hören bekommen. Dass hier eine Sexismusklage den Grimme-Preis bekommt ist eher unwahrscheinlich.

In sofern haben Frauen hier eine nicht zu unterschätzende Freiheit.

Während Männer sich immer öfter wie Archie Leach fühlen müssen, können Frauen, wenn sie das nötige Selbstbewusstsein besitzen, Männer anbaggern, weil das schlimmste, was ihnen widerfahren könnte eine Abfuhr ist.

Sie können auch in der Öffentlichkeit despektierliche Witze über die anwesenden Männer reißen, oder in einer Email auf das attraktive Äußere eines Mannes hinweisen, ohne befürchten zu müssen, dass ihr Name an die Öffentlichkeit gezerrt und sie als Sexistin an den Twitter-Pranger gestellt werden.

Selbst ein Nobelpreis in Medizin nützt einem Mann nichts, um seinen Job zu retten, wenn er seine Rede vor Wissenschaftlerinnen mit einem Witz aufzulockert:. Tim Hunt ist ein gutes Beispiel, wie schnell ein Mann da über die Klinge springen kann. Dafür reicht es, dass er (der seine Frau im Labor kennen und lieben gelernt hat) behauptet zwei der drei schlimmsten Probleme mit Frauen im Labor sind die beiden folgenden:

„Man verliebt sich in sie, sie verlieben sich in einen“

Hier verlinke ich sogar gerne Mal auf das Statement von Alice Schwarzer zur Causa Hunt, weil sie hier mal ausgesprochen qualifiziert Partei ergreift:

… all das im Namen des Feminismus und der Gleichberechtigung. Das ist bitter, finde ich.


Alles in allem gibt es einige Gründe für Frauen froh zu sein, dass sie keine Männer sind. Ich weiß nicht, ob heutzutage die Nachteile die Vorteile aufwiegen.

Überhaupt: Welche Nachteile?

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3 Antworten auf “12 Frauenprivilegien”

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