Sind Frauen doof?

Zugegeben ein etwas provokanter Titel, aber er war einfach griffiger als „Warum glauben Frau Schwesig und die Gewerkschaften nicht, dass Frauen voll geschäftsfähig sind?“

Und um es gleich vorweg zu schreiben, ich glaube nicht das Frauen doof sind. Ansonsten würden mich meine äusserst kluge und selbstbewuste Tochter und ihre nicht weniger selbstbewuste und kluge Stiefmutter nicht so gerne mögen. Und zwar zurecht. Frauen sind in der Gesamtheit betrachtet nicht weniger klug als Männer.

Was mich nur immer wundert, wenn ich so einen Artikel lese wie jenen, den die Welt am 20.12 in freudiger Erwartung des geplanten Lohntransparenzgesetzes geschrieben hat, dass es offensichtlich viele Menschen und vor allem Frauen gibt, die das nicht so sehen.

Der Artikel ist dabei gar nicht so problematisch, denn immerhin lautet er

„Was diese Chefinnen an Schwesigs Lohngesetz ärgert“

Entsprechend beschweren sich hier selbstbewusste und erfolgreiche Führungsfrauen uber verschiedene Aspekte des Gesetzes, auch wenn vermutlich keine dieser Frauen möchte, dass Frauen aufgrund von sexueller Diskriminierung weniger Geld bekommen, als sie verdienen.

Was an dem Artikel wirklich ärgerlich ist, ist das eingebettete Video, in dem ein neuer Teilaspekt des Gesetzesentwurf diskutiert wird.

Weil Frauen ja immer noch und überall im Schnitt „22% weniger verdienen“(ich finde es immer noch faszinierend, dass sich jemand „Journalist“ nennen darf, der sich traut diese vielfach widerlegte Zahl in Umlauf zu bringen) sollen Firmen jetzt bei Stellenausschreibungen ein Mindestgehalt angeben.

Begründung der Gewerkschaft:

„Wir glauben, dass Frauen eben auch ein Hilfsmittel an die Hand gegeben bekommen müssen.“

Eine Hilfsmittel an die Hand gegeben bekommen?…

Vom Arbeitgeber ?…

In Form eines Mindestlohnes, den sie fordern dürfen?…

Bemerkt noch jemand die Ironie?

Wie doof ist das denn?

Sind Frauen wirklich so doof, dass sie nicht wissen was sie fordern können?

Oder sind nur die Gewerkschaften und Frau Schwesig so doof, weil sie Frauen für minderbemittelt beim selbstständigen Geschäftsverkehr halten.

Wozu hat man eigentlich Ehefrauen 1969 auch ohne ihren Ehemann für geschäftsfähig erklärt, wenn Frau Schwesig und die Gewerkschaften glauben, dass sie immernoch überhaupt nicht in der Lage sind, ihre eigenen Interessen in Verträgen umzusetzen?

Ich mache mal einen Vorschlag:

Frau Schwesig lässt Frauen einfach nur noch unter Verbehalt für geschäftsfähig erklären. Jeder Vertrag, den eine Frau unterschreiben will, wird von einer unabhängigen Schiedsstelle bewertet, ob sie sich da aufgrund ihrer weiblichen Ahnungslosigkeit hat übervorteilen lassen.

Und wenn sie dann drei unbeanstandete Verträge hätte unterschreiben wollen, dann bekommt sie zur Belohnung, die Geschäftsfähigkeit zugesprochen. Mit Zertifikat des Frauenministeriums.

Ich wäre echt dankbar dafür und würde meine Autokaufverträge nur noch von meiner Frau unterschreiben lassen, damit mir eine Schiedstelle vor Inkraftreten bestätigt, dass meine Inkompetenz in diesem Bereich mich nicht 1.000 € mehr kostet, als der Wagen wert gewesen wäre.

Eine Zukunftvorhersage, wie sich diese Idee auf das Lohngefälle auswirken wird:

Künftig schreiben die Firmen als Mindestlohn in ihren Ausschreibungen 22% weniger aus, als ihnen der Job eigentlich wert ist.

Weil Männer nach der Vorstellung von Frau Schwesig ja im Gegensatz zu den Frauen wissen, was sie sich wert sind (wie würden sie sonst so zielgenau über die Jahre bei +22% landen) fordern sie 40 % mehr als als Mindestlohn ausgeschrieben war. Erstens  weil sie Wissen, was sie für eine qualifizierte Erledigung dieser Aufgabe fordern können. Zweitens um etwas Verhandlungsspielraum zu haben.

Die Frau, die nach nach der Theorie der Gewerkschaft nur mit ihrer Lohnforderung scheitern, weil sie keine realistische Selbstwerteinschätzung haben, fordert einfach zehn Prozent mehr, um etwas Verhandlungsspielraum zu haben.

Wenn der Arbeitgeber glaubt „die Frau bringt es“, handelt er die Frau auf den ausgeschrieben Lohn runter, weil er ja weiß, dass diese Frau offensichtlich überhaupt nicht weiß, ihre Arbeit am Markt wert ist und spart sich 22% Lohn.

Wenn es einen Grund gibt, dem Mann seine Forderung zu bezahlen, versucht er ihn noch etwas runterzuhandeln. Sie landen vermutlich bei 30% über dem Ausschreibungsbetrag.

Er  nimmt den Mann und die Lohnlücke bleibt oder steigt.

Entschuldigung, aber ich ich tue mich schwer damit Frauen für geschäftsunfähige Idiotinnen zu halten, denen man den Weg zur Karriere mit Gelee Royale auslegen muss.

Und wenn man nicht glauben will, dass Frauen einfach doof sind, gibt es zwei Erklärungen für den Gender Pay Gap

  1. Die Lohnlücke als Diskriminierungsindiz ist eine Lüge, die nur auf wenig gewinnorientierte Lebens- oder Berufsentscheidungen basiert. Wie es Lencke Steiner es beschreibt:
    „Viele Frauen legen stärker Wert auf flexible Arbeitszeiten und Homeoffice statt nur auf das Gehalt.“
    Work/life-Balance ist Frauen tendenziell halt immernoch wichtiger als der letzte Euro Lohnsteigerung.
  2. Frauen haben einfach keine Ahnung über den Marktpreis ihrer Arbeit. Und sie sind dann schlichtweg zu doof einfach 22% mehr verlangen, als ihnen durch ihre gute Erziehung, das unterdrückende Patriachat, oder irgendeine andere hanebüchene Lügen nahegelegt wird zu fordern.

Im Gegensatz zu Frau Schwesig und der Gewerkschaft würde ich mich für Türchen 1 entscheiden, denn ich mag nicht glauben dass Frauen wirklich so doof sind.

Was glauben Frau Schwesig und die Gleichstellunsgbeauftragten bei den Gewerkschaften denn eigentlich, wie Männer es schaffen so zielgenau 20%+ mehr zu fordern und zu bekommen? Bekommen die ihre Lohndreistigkeit in die Wiege gelegt? Von Wem? Von den Müttern? Wenn die es nicht mal bei sich selber hinbekommen?!?

Wenn ich solchen himmelschreienden Unsinn aus dem Mund unserer Frauenministerin hören, dann möchte ich doch noch einmal auf meinem Artikel zum Ende der Frauenkrise verweisen:

Das Problem dieser Frauen ist, dass sie sich nach der finanziellen Verantwortungslosigkeit zurücksehnen, welche sie im klassischen Patriarchat leben konnten.

Frauen die sich heute noch unterdrückt fühlen, wo es keinerlei Gesetze gibt, die ihnen die Gleichberechtigung erschweren (und im Gegenteil viele, die sie ihnen erleichtern), sehnen sich einfach nach einer Zeit zurück, wo es nicht in ihrer Verantwortung lag, aus ihren, mittlerweile schon lange ebenbürtigen Schulabschlüssen und Ausbildungsmöglichkeiten adäquat bezahlte Anstellungsverhältnisse zu generieren.

Sie sehnen sich nach einer Zeit zurück, in der sie sich nicht mit lästigen Fragen beschäftigen mussten, wie: „Kann ich mit meinem Abschluss in Kunstgeschichte überhaupt genug Geld verdienen um nicht von Altersarmut bedroht zu sein?“ Oder andersrum: „Ist es für ein anständiges Einkommen inklusive Altersvorsorge vielleicht doch erforderlich, entgegen meiner persönlichen Neigung mal über einen Abschluss in einem MINT-Studiengang nachzudenken?“ Weil damals letztlich jemand anderes die Verantwortung dafür trug, dass sie nicht verhungerten oder von Altersarmut bedroht waren, egal was für eine Ausbildung sie machten – der Ehemann!

Wenn der Gender Pay Gap zu 64 Prozent aus der unökonomischen Berufswahl und zu 27 Prozent aus den mangelhaften (weil nicht paritätischen) Familienentscheidungen und nur zu 9 Prozent (2 Prozent des gesamten Einkommensunterschieds) aus unerklärbaren Gründen resultiert, die sich aber vermutlich eher mit schlechterem Verhandlungsgeschick als mit sexueller Diskriminierung erklären lassen, dann ist die Vermutung nicht ganz abwegig, dass die von Feministinnen heutzutage herbeigeredeten Probleme eigentlich eher die Sehnsucht der modernen Frauen ausdrücken, in der eigenen Verantwortungslosigkeit des Patriarchats glücklich zu werden.

Immerhin müssen sie Mikro-Aggressionen als Grund heranziehen, um überhaupt noch einen Grund zu finden, weshalb sie in der westlichen Welt unterdrückt werden.

Ähnlich wie Tony Soprano, wollen diese Frauen es zwar anders machen als frühere Generationen, wirklich den Schritt in die alleinige Verantwortung für ihre beruflichen und familiären Entscheidungen wollen sie aber ganz und gar nicht.

Warum müssen wir uns sonst, knapp vierzig Jahre nach dem Fall des letzten diskriminierenden Gesetzes, immer noch das Klagelied anhören, dass Frauen unterdrückt werden? Wegen des Ampelmännchens?

Natürlich wäre es unerträglich für die feministische Selbstwahrnehmung, eine Sehnsucht nach der weiblichen Verantwortungslosigkeit im Patriarchat zuzugeben.

Deshalb suchen diese Frauen natürlich auch eine Alternative zum fürsorglichen Ehemann, der früher die Kosten für suboptimale Lebensentscheidungen trug, um heute nicht selbst die Verantwortung tragen zu müssen.

Offensichtlich glauben Frauenministerin Schwesig und Verdi, dass Frauen immer noch  einen Papa oder Ehemann brauchen, der ihre suboptimalen Lebensentscheidungen kompensiert.

Da es aber dem Image der selbstbewussten Frau absolut zuwider laufen würde, wenn dieser Vater einen Penis hätte, muss halt Papa Staat einspringen, damit die Teilzeitreinigungskraft mit ihrem Abschluss in „Asiatischer Frauenforschung“ irgendwann auf das Lohnniveau eines Ingenieurs kommt.

Legen Sie doch einfach gesetzlich vorgeschriebene Einheitslöhne fest, Frau Ministerin.

Nur wundern Sie sich nicht, wenn dann niemand mehr Bauarbeiter, Müllmann oder Gefäßchirurg werden will, wenn er als Kindergärtner, Lidl-Verkäufer oder Pressesprecher bei Verdi das gleiche Geld verdienen kann.

Ein ernst gemeinter Vorschlag:

Sehen sie zu, dass Kinder (auch nach der Trennung) einen echten Papa haben. Der bringt ihnen ja vielleicht besser bei auch mal „Nein“ zu sagen, oder wie man sich in der Berufswelt verkauft.

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4 Gedanken zu „Sind Frauen doof?

  1. Wozu hat man Ehefrauen 1969 auch ohne ihren Ehemann für geschäftsfähig erklärt

    Unglaublich, dass man dieses feministische Märchen immer wieder widerlegen muss. 😉

    Frauen wurden mit Einführung des Grundgesetzes durch Art. 3 GG zu gleichberechtigten Akteuren erklärt. Art. 117 GG besagt:

    (1) Das dem Artikel 3 Absatz 2 entgegenstehende Recht bleibt bis zu seiner Anpassung an diese Bestimmung des Grundgesetzes in Kraft, jedoch nicht länger als bis zum 31. März 1953.

    Selbst 1896 konnte ein Ehemann nur ein Vormundschaftsgericht anrufen und nicht willkürlich über die Erwerbstätigkeit seiner Frau entscheiden.

    Ab 1969 wurde das gesetzliche Leitbild der Hausfrauenehe abgeschafft. Ein Prozess, der sich bis 1977 hinzog, da er massiv von Frauenverbänden torpediert wurde. Ein ähnlichs Bild findet man aktuell beim Thema Residenzmodell vs. Wechselmodell als gesetzliches Leitbild für Getrennterziehende.

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    • Nicht grimmig werden.
      Das ist durchaus ein Brocken, dem ich der feministischen Rethorik zuwerfen kann. sollen sie sich darüber freuen, dass sie vielleicht irgendwann einmal schlechter gestellt waren. ändert aber nichts daran, dass all das Geschichte ist und nicht mit der Rolle der Frauen heutzutage zu tun hat.

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      • Ich bin nicht grimmig, warum auch?
        Grundsätzlich hast du natürlich Recht. Es lohnt sich nicht darüber zu streiten, ob solche Gesetze vor gut 60 oder erst vor knapp 50 Jahren ihre Wirkung verloren haben.

        Es ist nur so, dass ich nichts davon halte solche Märchen am leben zu erhalten. Insbesondere, da immer wieder angeführt wird, dass erst der Feminismus der zweiten Welle die Gesetzesänderung ermöglicht hätte. Der Unfug steht natürlich auch in der Wikipedia.

        Wirklich interessant finde ich dabei, dass zuerst massiv Stimmung dagegen gemacht und später dann als eigener Erfolg verkauft wird.

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  2. Da hast Du das Küsten-Barbie aber ganz falsch verstanden, Lutz. Soweit mir bekannt, hat Schwesiug, im Gegensatz zu mancher Gewerkschaft o. Partei, nirgendwo, weder implizit noch explizit gesagt, daß Frauen einfach nur geschäftsunfähig seien. Mit solchen Petitessen würde sie sich nicht abgeben. Tatsächlich hat sie wörtlich an diversen Stellen allein in den letzten Monaten zum Ausdruck gebracht, daß Frauen 22-23% weniger verdienen würden, bei gleicher Arbeitsleistung, wohlgemerkt. Inwieweit sich das nun aus ihrem eigenen Karriereweg und ihrer jetzigen Position schließen lässt, weiß ich natürlich nicht. Aber, daß sie von sich auf andere schließt, ist wohl kaum übersehbar.

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