Angst vor dem Feminismus?

Christian von AllesEvolution hat anscheinend mal wieder eine traumatisierende Diskussion mit einer Feministin gehabt, die glaubt in seine kritische Haltung dem Feminismus gegenüber eine männliche Angst vor gleichberechtigten Frauen interpretieren zu müssen.

Es tut mir ja immer leid, solche Frauen so hartherzig enttäuschen zu müssen, aber der Vorwurf ist genauso dämlich, wie die Vorhaltungen einiger meiner Ex-Freundinnen:

»Du willst doch nur ein Mäuschen.«

Ich weiß nicht wie man auf diese absurde Idee kommen kann, dass es für einen Mann eine wünschenswerte Option ist, mit einer rückgratlosen Jasagerin zusammen zu leben?

Nur, weil ein Mann nicht gleich bei jeder Idee seiner Partnerin in ehrfürchtiges Nicken verfällt, heißt nicht, dass Männer lieber Frauen bevorzugen, die nicht wissen was sie wollen. Eine Frau, die nicht weiß was sie wirklich will, ist nämlich genau der Typ Frau, mit denen man solche nervigen Diskussionen führen muss, denn solche Frauen kommen alle drei Tage mit neuen Ideen, wie sie ihre Glückseligkeit zu finden glauben. In der Psychologie nennt man diesen weiblichen Vorwurf dass Männer eine Jasagerin an ihrer Seite wollen, nur weil sie nicht zum Jasager werden »Projektion«. Denn eigentlich wollen diese Frauen einen Jasager, ebenso wie Feministinnen, die mit diesen Vorwürfen kommen, nicht an einer gleichberechtigten Beziehung interessiert sind.

Klar mag man sagen, dass Frauen in einer Beziehung Unterstützung wollen und keine Entmutigung, aber was ist die Alternative? Sich seinem Cassandra Complex ergeben und sehenden Auges den Plan der Partnerin gegen die Wand fahren lassen? Wie ich meinem Sohn in solchen Situationen immer sage: »Wenn du wirklich überzeugt wärest von deiner Idee, dann würdest du dir nicht durch zwei Nachfragen den Wind aus den Segeln nehmen lassen und einfach die Schule schmeissen. Solange Du diese Überzeugung nicht hast, ist es vielleicht besser, die Vorzüge der Schulzeit zu genießen und sich zu überlegen, wie es danach aussehen soll.«

Mal ehrlich, liebe Feministinnen: Männer finden es unglaublich sexy, wenn Frauen wissen, was sie wollen. Wir mögen es, wenn ihr bereit seid, euch für die Umsetzung eurer Ideen einzusetzen. Wir lieben es, wenn ihr diese dann auch kommunizieren können, damit auch wir eine Planungssicherheit haben. Dabei ist es prinzipiell egal, wie diese Idee im Detail aussieht. Ob es euer oberstes Ziel ist, ein erfülltes Mutterdasein zu pflegen, ob Ihr eine Karriere im Vorstand eines Dax-notierten Unternehmens anstrebt, oder euch als Heilpraktikerin in der Schossraum-Begleitung selbstständig machen wollt… Alles kein Problem, wenn zwei Dinge gegeben sind: Erstens ihr euch in einem sinnvollen Maße sicher seid, dass ihr damit glücklich werdet und uns in zwei Monaten nicht mit einer neuen Idee ein Ohr abkaut, und wir zweitens nicht den Eindruck bekommen, dass die Frage, »wer soll das alles finanzieren« als sekundär betrachtet wurde, weil es in der Vergangenheit nun mal so war, dass im Zweifelsfall der Partner, Papa oder Vater Staat eingesprungen ist. Als Mann weiß man halt schon ganz gerne, dass man an Entscheidungen, die für uns ein Kostenrisiko bedeuten, nicht nur als Zustimmkaspar oder Zahlesel beteiligt war.

Frauen, die kritische Nachfragen nicht als ein »Kleinmachen« interpretieren müssen, weil sie sich selber so klein sehen, sondern, die darin eine Hilfe sehen, um die Stichhaltigkeit ihres Plans zu überprüfen, finden Männer echt toll.

Als ich z. B. vor ein paar Jahren den Entschluss gefasst habe, eine Festanstellung mit toller Karriereaussicht in einem zukunftsträchtigen Großkonzern gegen meine Selbstständigkeit einzutauschen, da hat mich mein lieber Herr Papa, obwohl ich 35 war, erstmal in die Mangel genommen (und wenn ich zu dem Zeitpunkt eine entscheidungsrelevante Partnerin gehabt hätte, hätte die es vermutlich ebenso getan) und ausgefragt, ob ich mir das auch gut überlegt habe. Die spanische Inquisition kann einem in so einer Situation schon wie ein Kaffeekränchen vorkommen, aber aus dem Gespräch rauszugehen mit dem Gefühl: »Gut,  da war keine Frage die ernsthaften Zweifel erregen konnte«, nachdem mein Vater sagte: »Gut, dann hoffe ich, dass das alles so eintrifft, wie Du es Dir vorgestellst.« das war schon eine schöne Bestätigung meines Entschlusses. Und wenn er meine Entscheidung ins Wanken gebracht hätte, dann wäre ich vermutlich dankbar gewesen, dass ich noch einen Punkt gefunden hätte, über den ich noch etwas nachdenken muss.

Lange rede kurzer Sinn: Nein liebe Frauen, wir haben weder ein Problem mit selbstbewussten Partnerinnen, noch mit gleichberechtigten Frauen als Konkurrenz in der Berufswelt. Zu mindestens die Selbstbewussten unter uns Männern, und die weniger Selbstbewussten? Seid versichert, die sind für Männer ebenso nervig, wie die Berufsopfer, die sich im Feminismus eine Existenzgrundlage suchen, indem sie sich immer neue Gründe suchen, warum Frauen mit ihrem Leben nichts anständiges anfangen können (und dafür dann die restlichen 50% der Bevölkerung verantwortlich machen wollen).

Sind Frauen doof?

Zugegeben ein etwas provokanter Titel, aber er war einfach griffiger als „Warum glauben Frau Schwesig und die Gewerkschaften nicht, dass Frauen voll geschäftsfähig sind?“

Und um es gleich vorweg zu schreiben, ich glaube nicht das Frauen doof sind. Ansonsten würden mich meine äusserst kluge und selbstbewuste Tochter und ihre nicht weniger selbstbewuste und kluge Stiefmutter nicht so gerne mögen. Und zwar zurecht. Frauen sind in der Gesamtheit betrachtet nicht weniger klug als Männer.

Was mich nur immer wundert, wenn ich so einen Artikel lese wie jenen, den die Welt am 20.12 in freudiger Erwartung des geplanten Lohntransparenzgesetzes geschrieben hat, dass es offensichtlich viele Menschen und vor allem Frauen gibt, die das nicht so sehen. Weiterlesen

Männliche Privilegien

Wenn Feministinnen von der Herrschaft der Männer phantasieren, frage ich mich jedes Mal „Wie viele Männer können aufgrund ihres Berufes „Herrschaftsanspruch“ anmelden?“ In DAX-Unternehmen gibt es 192 Vorstandsposten. 176 von ihnen besetzen Männer. Okay, das ist eine sehr deutliche Männermehrheit. Bei 40.1 Millionen Männern in Deutschland ist es aber schwer den Anteil, den diese Zahl an der Gesamtheit der Männer hat, überhaupt lesefreundlich in Prozent auszudrücken. Grob aufgerundet sind das 0,0005%.

Wie demonstrieren die restlichen Männer, die vom Feminismus unterstellte privilegierte Position? Nach Aussage des »Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)« besetzen Männer 1105 Führungspositionen. Wow! immerhin schon 0,003% der gesamtdeutschen Männlichkeit. Dagegen stellen 445 Frauen in solchen Positionen das Patriarchat schon deutlicher in Frage, als bei den Vorständen der DAX-Unternehmen. Zugegeben: Das sind immer noch Verhältnisse, die, wenn man nur die Genderverteilung ansieht, einen an Benachteiligung glauben lassen könnten. Aber mal ehrlich: Klingt es wirklich nach Unterdrückung DER Frauen durch DIE Männer, wenn 0,003% der Männer in Führungspositionen 0,001% der Frauen gegenübersitzen?

fraueninführungspositionen

Wie manifestieren bitte die übrigen 99,996% das Patriarchat?

Wikipedia hat eine Liste von Frauenanteilen in der Berufswelt veröffentlicht. Man sieht dort deutlich, dass die wenigsten Berufen mit Männerüberschuss die Legende vom Patriarchat rechtfertigen.

Könige oder Bundeskanzler sind dort leider nicht mit übermäßigem Männeranteil gelistet. Selbst »GymnasiallehrerInnen« sind mit 61% Frauenanteil keine männliche Domäne mehr, um den armen Schulmädchen den Stempel der Unfähigkeit aufzudrücken oder ihnen einzureden, dass sie ja immer schön brav sein müssen.

Dagegen haben die 95,8% der KindergärtnerInnen, ebenso wie die 77,9 Prozent der RealschullehrerInnen mehr Möglichkeiten, den Knaben ihre Minderwertigkeit zu demonstrieren, was den höheren Jungenanteil an Schulabbrechern, Sonderschülern, ADHS-Patienten oder jugendlichen Selbstmördern erklären könnte.

Berufsbildern mit weniger als 25% Frauenanteil sind vor allem Berufe wie »Kunststoffverarbeiter«, »Drahtverformer, -verarbeiter« oder »Gesundheitssichernde Berufe«. Letztere sind keine Pflegeberufe. Die Bezeichnung ist ein Euphemismus für »Desinfektoren, Schädlingsbekämpfer, Fleischbeschauer, Tierkörperverwerter, Leichenbestatter«.

Berufe mit dem Potential das Patriarchat zu beleben, sind in dieser Kategorie Ausnahmen. Bei kaum einer dieser 162 Berufsgruppen, käme eine Feministin ernsthaft auf die Idee eine Quote zu fordern. Ebenso würde niemand vermuten, dass eine gläserne Decke die Genderdiversität verhindert. Wir könnten eher unterstellen, dass das soziale Netz Frauen davor bewahrt, hier Arbeiten zu müssen. Der Frauenanteil unter den »Straßenreiniger, Abfallbeseitiger« ist 3,1 Prozent. Kein Beruf, mit einer so unterentwickelten Genderdiversity, strahlt das das Sexappeal eines Dax-Vorstandsposten aus.

Die meisten Männer verdienen ihren Lebensunterhalt mit dreckigen, anstrengenden und gesundheitsabträglichen Jobs. Da wundert es nicht, dass Männer mit 92 % die Statistik der tödlichen Arbeitsunfälle anführen.

Mit diesen Berufen lässt sich ein Machtgefälle  nur herbei fabulieren, weil viele von ihnen immer noch besser bezahlt werden. Dafür aber zum Verschwörungstheoretiker zu werden, der das Patriarchat dafür verantwortlich macht, ist wohl albern. Im Kapitalismus greifen einfache Mechanismen, wie Angebot und Nachfrage bei der Regelung der Einkommenshöhe. Wer glaubt, dass sich graue Männer, hier verschwören, um die Frauen mit 22% weniger Lohn abzuspeisen, dem ist vermutlich nicht zu helfen. Dieselben „grauen Männer“ fangen bei jeder Lohnverhandlung, wegen jedes Zentelprozentpunkts an zu weinen und das Ende unseres Wirtschaftswachstums zu prognostizieren. Gesetze oder Vorschriften die Frauen daran hindern diese Berufe ebenfalls zu ergreifen gibt es nicht.

Es wäre schön, wenn die Frauen, die sich ihr eigenes Scheitern mit der Patriarchatslegende schön reden wollen, endlich mal einsehen, dass die Grenze nicht zwischen den Geschlechtern verläuft, sondern zwischen den oberen 0,004% und dem Rest der Bevölkerung. Dann würde Mann sich auch vielleicht auf #HeForShe einlassen.

Und jeder Frau, die gerne das gleiche Geld verdienen will wie ein Mann, steht es frei, die Selbstverwirklichung hinten an zu stellen, sich einfach einen gut bezahlten Job zu suchen und sich für die Familienplanungen nicht mehr einen besser verdienenden Partner auszuwählen. Dann kann der Mann beim ersten Kind ebenso zu Hause bleiben, ohne die Familie zu ruinieren.

Eines hat die CEO von Facebook Sheryl Sandberg wunderbar erkannt:

„Die wichtigste Karriereentscheidung, die eine Frau trifft, ist, ob sie einen Lebenspartner haben will und wer dieser Partner ist. <…> Ich kenne nicht eine einzige Frau in einer Führungsposition, deren Lebenspartner ihre Karriere nicht voll – und ich meine voll – unterstützt.“

Und solche Männer gibt es inzwischen durchaus nicht selten liebe Frauen. Solange ihr euch aber lieber einen von denen aussucht, mit denen ihr euch später rechtfertigen könnt, warum ihr armen, armen Frauen, ja soviel schlechter da steht als irgendein x-beliebiger Mann, solange kann auch der Gesetzgeber nicht helfen.

Weltmännertag im Frauenministerium

Es ist schon niedlich.

Bereits im Oktober hatte Frau Schwesig ihren Münchhausentag der betrieblichen Entgeltgleichheit ausgerufen. um ihre – auch durch ewige Wiederholung nicht wahrer werdende – Lüge, dass Frauen bei gleicher Arbeit 22% weniger verdienen, mal wieder unter das Volk zu werfen. Offensichtlich wollte das schon damals niemand hören.

Guten Morgen! Heute ist der Tag der betrieblichen Entgeltgleichheit. Er macht auf die bestehende Diskriminierung von…

Posted by Manuela Schwesig on Freitag, 9. Oktober 2015

Gestern war nun Weltmännertag, und anstatt mal ein nettes Wort über die Penisträger zu verlieren, zu denen ja Gerüchten zu Folge auch ihr eigener Mann gehört, stellte sie lieber demonstrativ zur Schau, dass sie die Ministerin für alles außer Männer ist. Sie wies also lieber schon mal auf ihren nächsten LügenbaronInnentag hin: Den Equal Pay Day.

Frauen verdienen weniger als Männer – bei gleichwertiger Arbeit. Auf diese Ungerechtigkeit macht der Equal Pay Day…

Posted by Manuela Schwesig on Dienstag, 3. November 2015

Schließlich könnte  man ansonsten ja über die Weihnachtsfeiertage bis kurz vor den Frühlingsanfang ja vergessen, wie schlecht es den Frauen heutzutage geht.

Genderpaygaptheorie

Wenn man sich allerdings überlegt, dass zur Errechnung der 22% Gender Pay Gap alle Arbeitnehmer, von der ungelernten Teilzeitputzfrauen bis hin zum vollzeitbeschäftigten Ingenieuren in einen Topf geworfen werden, um das männliche und weibliche Durchschnittsgehalt zu errechnen, dann wundert mich am „Equal Pay Day“ eigentlich nur eins, nämlich, dass dieser Tag nicht erst irgendwann zwischen Sommerende und Winteranfang anfängt.

Irgendetwas mit einer geschlechtlichen Benachteiligung hat dieser Tag nämlich nicht zu tun.

Vor dem ersten Kind sind die Gehaltsunterschiede zwischen männlichen und weiblichen Berufseinsteigern in gleichen Berufsfeldern, bei gleicher Arbeitszeit nämlich im Bereich der statistischen Ungenauigkeit (und somit vermutlich eher auf ein besseres oder schlechteres Verhandlungsgeschick zurück zu führen).

Aber bevor man mal nach der eigenen Verantwortung für die schlechtere weibliche Gehaltssituation fragt, ist es natürlich bequemer mal wieder das weibliche Opferabo über zu strapazieren.

Vielleicht sollten Frauen doch lieber mal über ein MINT-Studienfach nachdenken anstatt im Sozialpädagogikstudium ihre inzwischen besseren Schulabschlüsse für die Selbstverwirklichung zu vergeuden. Oder sie sollten die Work-Life-Blance nicht über die Karriereambitionen stellen, wenn sie darüber klagen, dass sie weniger Geld als die Männer bekommen.

Nicht dass ich den weiblichen Ansatz nicht sympathisch und nachvollziehbar finde. Ich habe mich auch dafür entschieden lieber Zeit für meine Kinder zu haben, als für 20-50% höhere Stundensätze für irgendwelche Projekte durch die Republik zu ziehen, aber ich käme nicht im Traum auf die Idee so zu tun, als wäre es sexuelle Diskriminierung, die mich für meine persönliche Entscheidung bestraft. Letztendlich bezahlen die Auftraggeber die Bedingungslose Flexibilität und Überstundenbereitschaft meiner Konkurrenten.

Wenn Frauen wirklich soviel billigere Arbeitskräfte wären, die den gleichen wirtschaftlichen Nutzen des Unternehmens für 22% weniger Lohn erbringen, dann würde heutzutage kaum noch ein Mann Arbeit finden, oder er würde ebenfalls für weniger Geld arbeiten, denn da sind die kapitalistischen Mechanismen von Angebot und Nachfrage äußerst effektiv.

Arbeitgeber machen sich bei den Tarifverhandlungen in der Regel wegen jedes Prozents Lohnerhöungen wie ein kleines Mädchen ins Hemd. Wer glaubt, dass diese nun Männern nur aufgrund ihres Geschlechtsteiles 22% mehr zahlen, der bewegt sich eigentlich in Deutschland auf einer Ebene mit Chemtrail-Jüngern und Menschen die Unterstellen dass 9/11 von der CIA organisiert wurde Und vermutlich ist die Gender Pay Gab die einzige Verschwörungstheorie, die immer wieder Beachtung in den Seriösen Medien findet, ohne dass man sich über ihre Verbreiter lustig macht

Vielleicht sollten Sie, liebe Frau Schwesig, mal für Gleichberechtigung im Familienrecht sorgen. Dann hätten Männer nämlich einen Grund mehr sich mehr für die Familie zu engagieren und somit würden Kinder für Männer endlich genauso ein Karrierehemmnis.

Wenn man aber Trennungsväter nur noch als Unterhaltszahler sehen will, muss man sich nicht wundern, dass Männer sich lieber auf ihre Karriere konzentrieren, und nach der Geburt des ersten Kindes lieber ein paar Überstunden mehr machen um den Gehaltsverlust durch die künftig, in der Regel nur noch maximal teilzeiterbeitende Mutter zu kompensieren.

Denn die Karriere wird ihnen noch nicht von der diskriminierenden Regelungen eines Sorge- und Unterhaltsrechts behindert und da sind sie auch nicht auf die Unterstützung einer sexistischen Familienministerin angewiesen, die Männer nach der Trennung offensichtlich nicht mehr zu ihrer Familienklientel zählt.

Wer braucht Feminismus?

werbrauchtDie Frage „Wer Braucht Feminismus?“ welche die grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung auf ihrer gleichnamigen Webseite stellt, ist natürlich rein rhetorischer Natur. Keiner möchte die ehrliche Antwort dort lesen, welche „Niemand“ lauten müsste (zumindest, wenn man die Definition des Dudens zur Grundlage nimmt). Aber die Initiatoren dieser Seite sind wenigstens so ehrlich, dass sie ihre Wunschantwort gleich vorgeben:

„Wir denken: jeder Mensch. Ziel unser Kampagne ist, den Begriff Feminismus mit Inhalten zu füllen und ihm ein Gesicht zu geben. Wir möchten alle ermuntern, eine eigene Definition von Feminismus zu entwickeln und mit uns zu teilen.“

Die „Women against Feminism“ sind da wesentlich ehrlicher bei der Auswahl ihres Seitentitels. Bei ihnen weiß man sofort worum es geht, aber soviel Ehrlichkeit trauen sich die Macher offensichtlich nicht zu. Ein weniger heuchlerischer Titel wie „Warum schaffen Frauen das auch nach 40 Jahren nicht alleine?“ wäre viel ehrlicher gewesen, aber ich bezweifle, dass sie damit viele Leute auf ihre Seite gelockt hätten. Was besonders lustig ist, ist die Aufforderung, dass jeder seine eigene Definition von Feminismus entwickeln soll. Gerade damit hat sich der Feminismus in der Vergangenheit ja besonders angreifbar gemacht. Oder weswegen wurde in jeder kritischen Diskussion zu diesem Thema immer erst mal auf die Wörterbuchdefinition verwiesen?Sperm01Letztendlich ist es erschreckend, dass Frauen immer noch mit soviel Leidenschaft als verantwortungsunfähige Wesen diskreditiert werden. FeministInnen scheinen zu glauben, dass Frauen nichts auf die Reihe bekommen, wenn Mutti Feminismus ihnen nicht den Hintern hinterher trägt. Eigentlich sollte jeder vernunftbegabte Mensch heutzutage dem alten Nietzsche zustimmen, wenn er in „Also sprach Zarathustra“ sagt, dass ‚beim Weibe kein Ding unmöglich ist‘. Trotzdem scheint Frau sie für unfähig zu halten, selber zu entscheiden, ob sie eine Karriere im Vorstand oder eine sinnvolle Work-Life-Balance reizvoller empfinden. Oder gibt es einen anderen Grund, warum FeministInnen glauben, eine Dauerunterstützung der Frauen zu benötigen, damit diese endlich mal verstehen, was der Kapitalismus von ihnen erwartet? Vermutlich können sich die sexistischen Initiatoren der Heinrich-Böll-Stiftung beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Bewegung wie „Women against Feminism“ der Ausdruck eines Sieges der Frauenbewegung ist. Frauen können heute einfach frei entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Dafür brauchen sie keine alte Tante mit Mundgeruch mehr, die immer noch zu wissen glaubt, was gut für junge Frauen ist.

Phantasielosigkeit haben die Macher vor allem dadurch unter Beweis gestellt, dass sie einfach die Kampagne der „Women against Feminism“ plagiiert haben. Interessant ist es ja schon sich durchzulesen, welche Gründe Männlein wie Weiblein für eine Feminismus-Legitimation halten.

Am besten gefällt mir Prof. Luise Pusch die das standesgemäß als Sprachwissenschaftlerin und Publizistin eloquent auf den Punkt bringt:Luise PuschGrandios. Da frage ich mich: Und was brauche ich dann als Mann um z.B. dafür zu sorgen, dass ich als unverheirateter Vater nicht mehr von dem Gesetz aufgrund meines Geschlechtes diskriminiert werde? Meinen eigenen Kampfverband? Besser kann man das Ausheben der Gräben zwischen den Geschlechtern, welches gerade den gegenwärtigen Opferkult-Feminismus auszeichnet, nicht auf den Punkt bringen.

Auch Tine Wittler, die Frau für das geschickte Händchen für die Inneneinrichtung hat sich zitieren lassen :tinewittlerIch weiß ja nicht, wie sie auf die Idee kommt, dass eine Welt ohne Feminismus diesen Besitzanspruch streitig machen würde. Dafür sorgen eigentlich unsere Gesetze. Was das Bewerten und Ansehen von Körpern – des eigenen und des anderen Geschlechtes – angeht, wüsste ich nicht, wie der Feminismus das verhindern sollte. Vor allem sind Frauen höchstens im Weltbild von vierjährigen Mädchen nur an inneren Werten interessiert, während Männer nur auf den Körper schauen. Vielleicht liegt es in der Natur der Sache, solange sich Männer und Frauen paaren, dass sie angesehen und auch bewertet werden. Darunter haben genauso Männer zu leiden, wenn sie auf Singlebörsen so dumm sind, ihr ehrliches Gewicht von über 100 Kg anzugeben und auf dem Profilbild nicht erkennbar ist, dass sie wie George Clooneys Zwilling aussehen. Wenn man sich nicht diesen Schönheitsidealen unterwerfen will, helfen nur zwei Dinge: Das eine  ist Selbstbewusstsein und das andere ist ist Ruhm bzw. ein dickes Bankkonto. Mit letzterem bekommt man selbst als menschenverachtendes Charakterschwein im voranschreitenden Alter noch einen Partner, egal ob als Mann oder Frau. Und gegen grenzverletztende Menschen, die ihren eigenen Minderwertigkeitskomplex kompensieren wollen, indem sie dir einreden, dass du mit deinem Äußeren nichts wert bist, hilft Selbstbewusstsein sicherlich mehr als Feminismus. Denn wer glaubt, dass FeministInnen tolerant und Weltoffen sind, wenn Frauen nicht so funktionieren, wie FeministInnen es gerne hätten, der kann sich gerne mal die Beschimpfungen auf den Seiten der Women against Feminism durchlesen.

Gut gefallen hat mir auch Christine Lüders, die als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes natürlich direkte Nutznießerin der weiblichen Opferkultur ist. Sie hat ganz richtig erkannt:ChristineLuedersIch wäre hin und weg von soviel selbstreflektierender Einsicht, wenn sie nach den ersten zwei Sätzen Schluss gemacht hätte und fragte mich nur, wozu man für diese Erkenntnis den Feminismus brauchte. Denn auch Männern fliegen Positionen in Aufsichtsräten und Vorständen nicht einfach zu wie ein warmer Windhauch. Mehr als 99% von ihnen sind auch von diesen Positionen ausgeschlossen. Die meisten Frauen, die gezeigt haben, dass man dort auch ohne Penis landen kann, haben einfach nur den gleichen Preis bezahlt wie ihre männlichen Kollegen. Ist DAS vielleicht das Probem? Wie es Beatrice Tschanz Im Tagesanzeiger  einmal schön auf den Punkt bringt: „Frauen haben zuviele Skrupel“. Soll der Feminismus jetzt dafür sorgen, dass auch Frauen, die einen Kuschelvorstand zur Selbstverwirklichung brauchen, endlich die Chance auf einen Posten im Vorstand eines DAX-Unternahmens bekommen? Frauen die es geschafft haben, haben entweder auf Kinder verzichtet, sich einen schlechter verdienenden Mann gesucht, der ihnen die Kinder regelmäßig zum Stillen ins Büro gebracht hat oder sie haben sich lieber einen Job mit passenderer Work-Life-Balance gesucht. Bei dem einzigen weiblichen CFO eines Nasdaq-Unternehmens, die ich mal kennengelernt habe, hat auch der Mann die Rolle der Hausfrau übernommen und sich um das Kind gekümmert, während sie durch die Welt gejettet ist. Wenn gerade Akademikerinnen sich damit schwer tun, Hausmänner zu ehelichen, ist es vielleicht doch eher ein Problem der Frauen, als der gläsernen Decke oder der patriarchalen Unterdrückung. Und das Frauen an Unternehmensspitzen nicht zwingend familienfreundlichere Arbeitsmodelle unterstützen sollte einem spätestens seit Februar 2013 klar sein, wo Marissa Mayer als neue Yahoo Chefin als eine der ersten Amtshandlungen die familienfreundlichen Home-Offices strich.

Dazu Passt der Kommentar von Ramona Pisal:RamonaPisalVielleicht ist das Problem, dass die meisten großen Unternehmen von Männern gegründet und auf Weltmarkt-Niveau aufgebaut wurden. Da reden wir natürlich nicht nur von Unternehmen wie Siemens oder Mercedes Benz, die gegründet wurden, als Frauen sicherlich noch weniger Möglichkeiten hatten, eine adäquate Ausbildung zu erlangen, um selber Unternehmensgründer zu werden. Auch jüngere Unternehmen wie Microsoft, Google und Facebook wurden nicht von Frauen gegründet. Soll man als Ziel des Feminismus ansehen, dass auf männlicher Dominanzhierarchie aufgebaute, Unternehmen doch bitte jetzt, wo Frauen auch an ihre Spitzen drängen, auf weibliche Geltungshierarchie umgestellt werden? Auch hier ist es fraglich, wieso Frauen Feminismus brauchen sollten, um sich diesen Unternehmensstrukturen nicht zu unterwerfen. Die Lösung wäre ganz einfach: Gründet selber solche Unternehmen, liebe Frauen, und führt es mit „eurem“ Weg auf Weltmarktniveau, Wenn das funktioniert werden sicherlich einige progressive Unternehmen mitziehen.Aber nach vierzig Jahren Feminismus und einer Revolution wie der IT-Branche, welche einige unbekannte Menschen wie Bill Gates, Steve Jobs, Larry Page, Mark Zuckerberg zu Milliardären und viele Frauen zu CEOs gemacht hat, hat keine Frau ein vergleichbares Unternehmen wirklich gegründet. Wieso eigentlich nicht? Klar können sich Frauen hier wieder in die Opferrolle stellen und sagen „das Patriarchat hat uns halt nicht gelassen“ aber auch Bill Gates hat nicht gefragt, ob sein Vater nicht lieber wollte, dass er Jura studiert, oder der IT-Übervater IBM ihn zu einer der einflussreichsten Personen in der IT werden lassen wollte. Er hat es einfach gemacht. und das Frauen prinzipiell nicht von einer patriarchalen Gesellschaft daran gehindert werden, hat eindrucksvoll Meg Withman gezeigt. Ebay hat sie zwar nicht gegründet, aber als sie CEO wurde, war als es ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern und keine zwei Jahre später war sie die erste Internet Milliardärin. Vermutlich half ihr dabei aber keine feministische Neid-Rethorik, sondern knallharter Geschäftssinn und Führungsstärke. Ihren Standpunkt zum Feminismus formuliert die 59 jährige wunderbar griffig: “Die große Errungenschaft des Feminismus ist, das Frauen in unserer Genration die freie Wahl haben. Wenn sie Babies bekommen wollen können sie Babies bekommen. Wenn sie Karriere machen wollen können Sie Karriere machen”. Sie spricht bewusst in der Gegenwart. Wer braucht heute noch ein Feminismus, wenn eine Frau kurz dem dem Ruhestandsalter schon sagt, sie hätte die freie Wahl gehabt zwischen Karriere und Kinder.

Besonders interessant auf so einer Seite sind natürlich die Kommentar der Männer, die glauben Feminismus zu benötigen, wie z.B. Nils PickertNilsPickert Ich bin in der selben Situation wie Herr Pickert, auch wenn ich nicht weiß, ob er auch alleinerziehend ist. Ich habe auch einen Sohn und eine Tochter und ich wäre froh, wenn meine Kinder zum Beispiel in Bezug auf selbstbestimmte Familienplanung gleichberechtigt wären. Während meine Tochter aber jede Möglichkeit hat, ihre Familienplanung frei und unabhängig zu gestalten, selbst wenn es einen Verhütungsunfall oder eine böswillige Manipulation an der Verhütung durch ihren Partner gibt, wird mein Sohn im umgekehrter Situation in die Röhre schauen. Er wird noch nicht einmal automatisch das Sorgerecht bekommen. Gegenwärtig hat meine Tochter wesentlich mehr Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben zu führen als ihr Bruder und die Tatsache, dass Jungen auf ihrem Gymnasium bis zur zehnten Klasse zur Minderheit geschrumpft sind, lässt mich schon daran zweifeln, dass sie hier noch Diskriminierung erfährt. Wohingegen meinem Sohn in der 5. Klasse ADHS unterstellt wurde, weil er der Lehrerin recht deutlich zeigte, wie langweilig er ihren Unterricht fand. Ich wüsste nicht, wie Feminismus ihm helfen sollte, wenn dieser seine Eigenschaften als Mann mit den Worten abtut „Kein Mann muss sich so benehmen“. Gerade der letzte Satz von Herrn Pickert ist besonders schön, wenn man ihn auf das relevante eindampft: „…dass sie frei sind zu tun was sie wollen, solange sie dabei nicht sich selbst verletzen.“ Das hat natürlich fast schon einen zynischen Beigeschmack angesichts der Tatsache, dass heutzutage 80% der erfolgreichen Selbstmorde von Männern begangen werden. Aber während der Feminismus aufschreien würde, wenn die Prozentzahl zu Ungunsten der Frauen wäre, ist die einzige mir bekannte feministische Würdigung dieser Tatsache der Kommentar von Herrn Pickerts Feminismus-Mitstreiterin Luise Pusch, welche den erweiterten Selbstmord von Herrn Andreas L. zum Anlass nimmt, eine Frauen-Quote in deutschen Cockpits zu fordern. Wie er seinem Sohn diesen Feminismus ohne Scham als Instrument seiner männlichen Befreiung verkaufen kann, finde ich schon erstaunlich.

Schön ist auch der Kommentar von Cem Özdemir:CemoezdemirIch liebe den Argumentationsfehler des „True Scotsman“: „WIr haben heute Gleichberechtigung, Cem.“ und Cem erwidert „Ja, aber dass ist ja keine ECHTE Gleichberechtigung.“  Was ist denn bitte ECHTE Gleichberechtigung, Cem? Wenn Frauen den gleichen Drang verspüren MINT-Fächer zu studieren und ihre mittlerweile überdurchschnittliche Ausbildung endlich in Jobs investieren, die mehr Geld als Selbstverwirklichung bringen? Frauen machen heute bessere Abschlüsse, studieren häufiger als Männer, sie haben einen geringeren Anteil an Schulabbrechern und kein Gesetz unseres Landes hält Frauen davon ab Firmen zu Gründen oder macht es ihnen schwerer irgendeinen wirtschaftlich erfolgreichen Beruf zu wählen. Wo ist diese Gleichberechtigung denn nicht echt? Weil Frauen nicht so entscheiden, wie sie es in einer deiner Meinung nach ECHT gleichberechtigten Gesellschaft tun müssten? Oder weil du als Mann ihre Motive nicht verstehst und deshalb meinst, ein ominöses Patriarchat würde sie dazu nötigen, sich für weniger lukrative Jobs zu entscheiden? Weil sie weniger Geld verdienen? Sie arbeiten auch weniger Stunden und leider meist in Jobs die unser Wirtschaftssystem für nicht so wertvoll hält. Klar, das kann man schlimm finden, aber das hat nichts mit unechter Gleichberechtigung zu tun, sondern mit den verkorksten Wertmaßstäben unseres Wirtschaftssystems, dem Bankkonten wichtiger sind, als die Erziehung des Nachwuchses. Wenn man glaubt, irgendein Unternehmer würde 22% mehr Lohn raus schleudern, wenn er nicht das Gefühl hätte, dass er damit seinen Umsatz in wenigstens gleichem Maße steigert, dann glaubt man vermutlich auch, dass die Regierung uns mit Chemikalien in den Jetstreams zu willenlosen Zombies machen möchte, damit wir im Feminismus etwas sinnvolles sehen. Nur weil Frauen sich leider immer noch seltener für finanziell lukrative Jobs entscheiden? Nur weil sie lieber nach persönlicher Neigung irgendwas mit Menschen machen, anstatt mit Banknoten heißt nicht, dass diese Entscheidung nicht auf der Basis einer echten Gleichberechtigung entstanden ist. Aber besonders gut gefällt mir natürlich Cems Abschlusssatz

Eine gerechte Gesellschaft unterscheidet nicht zwischen Mann und Frau, sondern stellt den Menschen und sein bzw. ihr Handeln in den Mittelpunkt.

Erstaunlicherweise ist genau DAS der Grund für das schlechte Ansehen des Feminismus heutzutage, weil man nicht auf die Definition, sondern auf die Handlungen seiner Vertreter schaut. Das wäre sicherlich ein Satz mit dem man jeden entsorgten Familienvater und seine Kinder sofort zum Feminismus bekehren könnte, wenn es nicht so eine hohle Phrase im Zusammenhang mit Feminismus wäre. Dem Feminismus ist die Situation von Vätern oder Männern egal. denn der Feminismus ist wenn man Google glauben darffemDie Tatsache, dass Männer immer noch benachteiligt werden bei der Frage, wo die Kinder nach der Trennung hingehen und wer für den ganzen Unsinn bezahlen soll, hat noch keine Feministin dieser Welt aufheulen lassen. Statt dessen wird darüber geheult dass 40% der alleinerziehenden Mütter an der Armutsgrenze leben. Angesichts der Tatsache, das 50% der alleinerziehenden Mütter keine nennenswerte Berufsausbildung haben, kann man sich eigentlich nur wundern, dass es nicht mehr sind. Und die Lösung könnte so einfach sein und das Leiden von entsorgten Vätern und ihren Kindern lindern, wenn man sich einfach um Gleichberechtigung als Eltern nach der Trennung genauso vehement kümmern würde, wie um die Gleichberechtigung im Beruf.  Die meisten zivilisierten europäischen Länder machen das mittlerweile so. In Deutschland hingegen wird ohne Studie „Was will die Frau“ eine Frauenquote für Vorstände durchgeprügelt. Aber bei Entscheidungen, welche die Lebenssituation von Hunderttausenden von Vätern, Müttern und ihren Kindern verbessern könnten, werden erst mal Studien in Auftrag gegeben, damit Entscheidungen in die nächste Legislaturperiode verschoben werden können. Auch wenn Internationale Studien hier bereits sehr eindeutige Ergebnisse liefern. Wenn Deutschland in den letzten Jahren vom EuGH verknackt wurde, war es nicht, weil Rechte von Frauen verletzt wurden, sondern weil Männer diskriminiert wurden. Unverheiratete Väter bekommen im Gegensatz zur Mutter immer noch nicht automatisch das Sorgerecht für ihre Kinder. Auch wenn sie sich mit der Vaterschaftsanerkennung dazu bereit erklären 20 Jahre lang eine Posten auf dem Kontoauszug der Mutter zu sein. Anonyme Geburten werden  nur für Frauen durchgesetzt. Pro Choice ist nur ein Frauenthema, auch wenn Väter sich nach einem Verhütungsunfall möglicherweise genauso gerne gegen die Verantwortungsübernahme entscheiden würden, wie Frauen es können. Für diese Erkenntnis brauche ich leider keinen Feminismus. Ein Streben nach Gleichberechtigung reicht. Nur weil einige Menschen nicht verstehen, dass es da einen Unterschied gibt, werde ich trotzdem kein Feminist.

Mein Alter Politiklehrer brachte das sehr schön auf den Punkt

„Anhänger eines -ismus zu sein, ist fast immer Ausdruck von Dummheit.“

Die einzige Ausnahme ist vielleicht der Humanismus, denn dem geht es wirklich um das, was Herr Özdemir völlig unangebracht in den Feminismus hinein interpretiert:

„Es wird ein Gesellschafts- und insbesondere Bildungsideal entworfen, dessen Verwirklichung jedem die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen soll. Damit verbindet sich Kritik an bestehenden Verhältnissen, die aus humanistischer Sicht diesem Ziel entgegenstehen.“ wikipedia

Wow ! ! ! Damit hätten sie, liebe Gleichberechtigungsfürstreiter von Werbrauchtfeminismus.de, die Unterstützung von Millionen Männern auf ihrer Seite. Weshalb man aber eine mittlerweile so männerfeindlich konnotierte Ideologie durch Definitionsvergewaltigung künstlich am Leben erhalten soll, werde ich nie verstehen. Und da helfen auch nicht die übrigen Kommentare, die zwischen jugendlich naiv bis dämlich pendeln. Wenn ich mir so durchlese, was für eine erbärmliche Einstellung die Damen Nahles, Schwesig, und andere von ihren Geschlechtsgenossinnen haben, dann mache ich mir zumindest keine Sorgen, dass meine Tochter oder meine Frau den Feminismus braucht, um ihr volles Potential zu entfalten.