Falschbeschuldigung ist kein Kavalierinnendelikt

Warum die Instrumentalisierung von Gina Lisa Lohfink auch keine Lösung ist

TeamGinaLisa

Es ist faszinierend, wenn man sich die ganzen Diskussionen und Heldinnen-Glorifizierungen ansieht, welche jetzt im Fall Gina Lisa Lohfink verbreitet werden. Auf Anne Wizoreks »kleiner 3«-Webblog darf eine Teresa Kalmer das Rechtsverständnis einer zwölfjährigen zu Schau stellen, wenn sie schreibt »Obwohl sie ihre Vergewaltigung nachweisen kann, wird sie der Falschaussage bezichtigt und soll 24.000 Euro Strafe zahlen.« Statt dessen hätte man genausogut schreiben können, „obwohl die Beschuldigten die Einvernehmlichkeit des Sexes mit dem vollständigen Video beweisen könnten, wurde gegen sie der Prozess wegen Vergewaltigung geführt.“ Weiterlesen

Sind Frauen doof?

Zugegeben ein etwas provokanter Titel, aber er war einfach griffiger als „Warum glauben Frau Schwesig und die Gewerkschaften nicht, dass Frauen voll geschäftsfähig sind?“

Und um es gleich vorweg zu schreiben, ich glaube nicht das Frauen doof sind. Ansonsten würden mich meine äusserst kluge und selbstbewuste Tochter und ihre nicht weniger selbstbewuste und kluge Stiefmutter nicht so gerne mögen. Und zwar zurecht. Frauen sind in der Gesamtheit betrachtet nicht weniger klug als Männer.

Was mich nur immer wundert, wenn ich so einen Artikel lese wie jenen, den die Welt am 20.12 in freudiger Erwartung des geplanten Lohntransparenzgesetzes geschrieben hat, dass es offensichtlich viele Menschen und vor allem Frauen gibt, die das nicht so sehen. Weiterlesen

#Alltagssexismus

1.) Die Familienrichterichterin, die trotz eindeutiger Stellungnahme der Gutachterin („Soweit die Mutter dabei bleibt, ihren Lebensmittelpunkt … in so großer Entfernung zu behalten, ist vor dem Hintergrund der Entwicklung der familiären Beziehungen … zu empfehlen, dass die Kinder ihren Aufenthalt beim Vater finden.“) dem Kindvater erwidert:

„Die Bindung zur Mutter ist mir wichtiger. Wenn sie dem Umzug zustimmen, werden wir eine großzügige Umgangsregelung beschließen. Wenn nicht, können Sie den Umgang separat einklagen“

2.) Die Jugensamtsmitarbeiterin, die dem Vater, der vorgeschlagen hat, dass Kind könne auch bei ihm im Haus, in dem das Kind die ersten 5 Jahre seines Lebens gewohnt hat, wohnen bleiben, vor Gericht beschreibt als:

Zuerst war er ja ganz vernünftig, aber dann sagte er das Kind könnte auch bei ihm wohnen. Das Kind braucht doch seine Mutter.

3.) Die alte Dame, die meinte mich beim Einsteigen in den Zug (um meine Kinder nach dem Umgangswochenende nach Hause zu bringen) aufhalten zu müssen, um meiner weinenden Tochter zu sagen

Du kannst doch nicht weinen, kleines. Dein Papa weiss doch gar nicht wie er damit umgehen soll“

4.) Die gefühlten 200 Mütter, die glaubten mir auf dem Kinderspielplatz erklären zu müssen, wie man mit kleinen Kindern umgeht und welche Risiken man seine Kinder dort eingehen lassen könnte.

5.) Die Frau, die dem Vater, der alleine den Kinderwagen durch die Gegenschiebt sagt

Da ist ihre Frau ja ganz schön mutig.

6.) Die Frau, die guckt als ob sie Sodbrennen hat, wenn sie nach dem Date ihre eigene Rechnung bezahlen muß.

7.) Die Ortsamtsmitarbeiterin, die bei der Ummeldung meines Sohnes von mir erwartet, dass ich Ausweis und Unterschrift der Mutter vorlege, während meine Ex-Frau unsere Tochter lustig ummelden kann, ohne, dass mich jemand fragt.

8.) Die Familienministerin, die hinter jeder Statistik bei der Frauen schlechter abschneiden, ein untrügliches Zeichen der Unterdrückung von Frauen wittert und bei jeder Statistik bei der Männer schlechter abschneiden vermutet, dass Männer halt selbst schuld haben.

9.) Die Lehrerin, die bei Desinteresse der Mädchen am Unterricht überlegt, wie sie die Mädchen besser motivieren kann und die bei Desinteresse der Jungen ADHS unterstellt.

10.) Die Eltern eines Mädchens, die sich auf dem Elternabend beschweren, weil der neue Sportlehrer ja soviel Wert auf körperliche Ertüchtigung, wie Liegestütze nach dem Aufwärmen, legt.

11.) Die Mutter, die glaubt, ihre Stillwilligkeit alleine würde darüber entscheiden, ab wann der Vater sich gleichberechtigt um die Kinder kümmern kann.

12.) Die Patchworkberaterin, die meint im ersten Jahr gehört das Kind zur Mutter und sich um die Antwort drückt, wie der vater die Bindung zum Kind aufbauen soll und dann nach einer Trennung, das mangelnde Engagement des Vaters im ersten Jahr als Grund nimmt das Residenzmodell mit Aufenthalt bei der Mutter zu fordern.

Warum Väter unbedingt mehr Rechte brauchen

Es ist schon traurig, wenn man bei einem sonst doch recht seriösen Sender wie Deutschlandradio Kultur einen solchen Unfug lesen muss: Den Vätern die Rechte, den Müttern die Pflichten

Zitat: „Durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte sah sich der deutsche Gesetzgeber gezwungen, unverheirateten Vätern mehr Rechte einzuräumen. Rechte, wie sie es seit der Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht gegeben hat. Unverheiratete Mütter und ihre Kinder geraten so in eine noch nie da gewesene Situation des Ausgeliefertseins an den Kindesvater.“

Erstens ließe sich in dieser Rhetorik natürlich auch die Einführung des deutschen Frauenwahlrechtes 1918 beschreiben: „Rechte wie sie es seit den ersten Repräsentativverfassungen in deutschen Staaten kurz nach 1800 noch nicht gegeben hat.“

http://www.huffingtonpost.de/lutz-bierend/warum-vater-unbedingt-mehr-rechte-brauchen_b_7305230.html

Bildungsbürger for Feminism

Es ist faszinierend, aber während sich „Die Anstalt“ bislang durch eine humoristische aber kritische Auseinandersetzungen mit Diskussionen welche in de Massenmedien kochten auszeichnete, haben sie es am 28.4.2015 für nötig gehalten die Lanze für den Feminismus zu brechen. Offensichtlich sind die Abgesänge in der „Lügenpresse“ und Bewegungen wie „Women against Feminism“ inzwischen so lauf geworden, dass sich auch hier mal wieder ein paar Männer als Lila Pudel outen mussten um die gegenwärtig als Feminismus bezeichnete Opferstigmatisierung junger Frauen wieder zu beleben.

Sicherlich wäre eine wirklich neutrale und kritische Auseinandersetzung mit Gleichberechtigung und Sexismus wünschenswert, aber natürlich hätten sich Max Ultholf und Claus von Wagner sich dann nicht auf das simple repetieren von Männer- und Frauenunterdrückungsklischees beschränkten dürfen, welche sie leider aus der Mottenkiste geholt haben, um dem Publikum zu erklären, warum der Feminismus nicht tot ist. Leider werden diese Klischees auch beim 75 wiederholen nicht wahrer und die große Frage, die ich mir die ganze Zeit stellte, war, ob sie diese Klischees wirklich noch glauben und wie diese Sendung wohl angekommen wäre, wenn dieser üble Sexismus umgekehrt präsentiert worden wäre. Weiterlesen

La minorité pigeon – Die ausgebeutete Minderheit

Das virale Youtube-Video „Die Unterdrückte Mehrheit“ der Französischen Regisseurin Éléonore Pourriat lässt mal wieder die Sexismus Diskussion des letzten Jahres aufleben und zieht die Gräben zwischen der „ja genau so geht es jetzt Frau Tag für Tag“-‪#‎aufschrei‬ Fraktion, und der Fraktion an oft liberalen Männern, die sich mal wieder als ewig gestrig stigmatisiert sehen, weil wieder sämtliche Cliches der letzten 120 Jahre aufgewärmt werden.

Eigentlich ist dieses Video zutiefst sexistisch. nicht nur für Männer, sondern auch für all die selbstbewussten und selbstverantwortlichen Frauen, die der Feminismus der letzten dreißig Jahre doch hervorgebracht hat.

Wenn Frauen die männliche Abwehrreaktion gegen diese feministische Stigmatisierung als Beleg für die Notwendigkeit dieses Filmes sehen, der halt wie ein Brennglass funktioniere, welches sich auf den Alltagssexismus konzentriert unter dem Frauen heute und überall zu leiden hätten, dann frage ich mich, wie diese empathisch diese Frauen wohl auf einen Film mit der selben Prämisse reagieren würden, der allerdings von einem Mann mit dem Titel „Die ausgebeutete Minderheit“ gedreht würde.
Die Geschichte ist einfach erzählt und ich verspreche sie basiert nur auf real erlebten Szenen und Dialogen.
Er handelt von Peter und Julia. Peter hat sein Soziologiestudium abgeschlossen gibt in Teilzeit an der VHS Vorlesungen, und kümmert sich um ihre beiden Zwilling, und das Haus im Grünen, welches hauptsächlich von Julias Einkommen als Rechtsanwältin bezahlt wird.
1. Szene: eine Feierlichkeit.
Julia kommt etwas zu spät, weil sie heute noch Kaufvertrag für ihr Haus unterschrieben hat. Ein paar Freunde sind da. die Stimmung ist ausgelassen.
Eine Freundin sprich einen Toast: „Auf euer schönes neues Zuhause.“ Alle stoßen entspannt an.
Peter: „Wenn Julia nur etwas mehr daran teilhaben könnte.“
Julia ist vor dem Kopf gestoßen. Sie versucht sich zu rechtfertigen, aber sie versucht vor den Freunden die Diskussion nicht ausufern zu lassen.
Peter: „Ach, ich fühle auch mit 41 noch die Kraft in mir alleine Glücklich zu werden.“
Im folgenden hat Peter hat eine Affäre mit einer Gitarrenlehrerin, die er an der VHS kennengelernt hat. Mit einigen Tipps des Vereinss alleinverziehender Väter und Mütter (VAVM) entsorgt er Julia so effektiv, (Indem er sie zu Handgreiflichkeiten provoziert) das Julia letztendlich nicht einmal mehr ihre Kinder sieht. Da im Matriarchat lediglich Väter automatisch das Sorgerecht haben und Frauen dieses eigentlich (wenn Männer die Ratschläge des VAVM befolgen) nur bei sehr modernen Richtern bekommen, darf Julia zwar das Leben von Peter und den Kindern finanzieren, aber Entscheidungen wie Schule (Peters neue Freundin schwärmt von der Waldorfschule), Beschneidung des Jungen, etc. nicht mitreden.
Schlußendlich nach dem der jahrelange Kampf dafür ihren Kindern Mutter sein zu dürfen Sie aufgezehrt hat, nimmt sie sich schließlich das Leben.
Tja und wenn sich Frauen hier als Geldgierige Miststücke stigmatisiert sehen, kann ich nur mein feistetes Feministinnengrinsen aufsetzen und sagen: Da habe ich wohl einen Nerv getroffen, der zeigt, das Sexismus gegen Männer ein wichtiges Thema ist, bei soviel Verdrängung. Liebe Frauen. der Film ist halt ein Brennglass und er fokussiert sich halt auf den Sexismus unter dem Männer täglich zu leiden haben. bringt mal etwas mehr Empathie auf anstatt nur an eure Besitzstandwahrung zu denken.“

Liebe Tanja

Ich ekelte mich vor Euch und Euren Fantasien http://www.welt.de/vermischtes/article123793374/Ich-ekelte-mich-vor-Euch-und-Euren-Fantasien.html

Ich weiß, es ist nicht ganz höflich auf Briefe zu Antworten, die nicht an einen geschrieben waren, und du wolltest ja mit dem Brief mit deinen ehemaligen Freiern abrechnen. Jenen Mistkerlen, die wegen deines Körpers und deines Schauspieltalents und nicht wegen deiner Persönlichkeit deine Kunden wurden und zu denen gehöre ich ja nicht. Ich bin auch in der glücklichen Situation, mich nicht als Freier generell von dir persönlich beleidigt zu fühlen, denn ich habe doch nie das Bedürfnis verspürt für Sex bezahlen zu müssen.

Das Einzige, was mich beschäftigt hat, war, schnelles Geld zu verdienen.

Um es vorweg zu sagen: Ich kann es ja verstehen, dass du jetzt, wo deine zehnjährige Tochter über das Internet von deiner Art der Studiumsfinanzierung erfahren hat, beschämt bist, dass Du vor 13 Jahren eher an das schnelle Geld gedacht hast, als an den Eindruck, den Du damit später mal bei deinem Kind hinterlassen könntest, und ich kann mir schon vorstellen, dass man sich als Mutter dann Sorgen macht, die Tochter könnte glauben, das wäre vielleicht eine legitime Art der Studienfinanzierung. Weiterlesen