Falschbeschuldigung ist kein Kavalierinnendelikt

Warum die Instrumentalisierung von Gina Lisa Lohfink auch keine Lösung ist

TeamGinaLisa

Es ist faszinierend, wenn man sich die ganzen Diskussionen und Heldinnen-Glorifizierungen ansieht, welche jetzt im Fall Gina Lisa Lohfink verbreitet werden. Auf Anne Wizoreks »kleiner 3«-Webblog darf eine Teresa Kalmer das Rechtsverständnis einer zwölfjährigen zu Schau stellen, wenn sie schreibt »Obwohl sie ihre Vergewaltigung nachweisen kann, wird sie der Falschaussage bezichtigt und soll 24.000 Euro Strafe zahlen.« Statt dessen hätte man genausogut schreiben können, „obwohl die Beschuldigten die Einvernehmlichkeit des Sexes mit dem vollständigen Video beweisen könnten, wurde gegen sie der Prozess wegen Vergewaltigung geführt.“ Weiterlesen

Wer braucht Feminismus?

werbrauchtDie Frage „Wer Braucht Feminismus?“ welche die grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung auf ihrer gleichnamigen Webseite stellt, ist natürlich rein rhetorischer Natur. Keiner möchte die ehrliche Antwort dort lesen, welche „Niemand“ lauten müsste (zumindest, wenn man die Definition des Dudens zur Grundlage nimmt). Aber die Initiatoren dieser Seite sind wenigstens so ehrlich, dass sie ihre Wunschantwort gleich vorgeben:

„Wir denken: jeder Mensch. Ziel unser Kampagne ist, den Begriff Feminismus mit Inhalten zu füllen und ihm ein Gesicht zu geben. Wir möchten alle ermuntern, eine eigene Definition von Feminismus zu entwickeln und mit uns zu teilen.“

Die „Women against Feminism“ sind da wesentlich ehrlicher bei der Auswahl ihres Seitentitels. Bei ihnen weiß man sofort worum es geht, aber soviel Ehrlichkeit trauen sich die Macher offensichtlich nicht zu. Ein weniger heuchlerischer Titel wie „Warum schaffen Frauen das auch nach 40 Jahren nicht alleine?“ wäre viel ehrlicher gewesen, aber ich bezweifle, dass sie damit viele Leute auf ihre Seite gelockt hätten. Was besonders lustig ist, ist die Aufforderung, dass jeder seine eigene Definition von Feminismus entwickeln soll. Gerade damit hat sich der Feminismus in der Vergangenheit ja besonders angreifbar gemacht. Oder weswegen wurde in jeder kritischen Diskussion zu diesem Thema immer erst mal auf die Wörterbuchdefinition verwiesen?Sperm01Letztendlich ist es erschreckend, dass Frauen immer noch mit soviel Leidenschaft als verantwortungsunfähige Wesen diskreditiert werden. FeministInnen scheinen zu glauben, dass Frauen nichts auf die Reihe bekommen, wenn Mutti Feminismus ihnen nicht den Hintern hinterher trägt. Eigentlich sollte jeder vernunftbegabte Mensch heutzutage dem alten Nietzsche zustimmen, wenn er in „Also sprach Zarathustra“ sagt, dass ‚beim Weibe kein Ding unmöglich ist‘. Trotzdem scheint Frau sie für unfähig zu halten, selber zu entscheiden, ob sie eine Karriere im Vorstand oder eine sinnvolle Work-Life-Balance reizvoller empfinden. Oder gibt es einen anderen Grund, warum FeministInnen glauben, eine Dauerunterstützung der Frauen zu benötigen, damit diese endlich mal verstehen, was der Kapitalismus von ihnen erwartet? Vermutlich können sich die sexistischen Initiatoren der Heinrich-Böll-Stiftung beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Bewegung wie „Women against Feminism“ der Ausdruck eines Sieges der Frauenbewegung ist. Frauen können heute einfach frei entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Dafür brauchen sie keine alte Tante mit Mundgeruch mehr, die immer noch zu wissen glaubt, was gut für junge Frauen ist.

Phantasielosigkeit haben die Macher vor allem dadurch unter Beweis gestellt, dass sie einfach die Kampagne der „Women against Feminism“ plagiiert haben. Interessant ist es ja schon sich durchzulesen, welche Gründe Männlein wie Weiblein für eine Feminismus-Legitimation halten.

Am besten gefällt mir Prof. Luise Pusch die das standesgemäß als Sprachwissenschaftlerin und Publizistin eloquent auf den Punkt bringt:Luise PuschGrandios. Da frage ich mich: Und was brauche ich dann als Mann um z.B. dafür zu sorgen, dass ich als unverheirateter Vater nicht mehr von dem Gesetz aufgrund meines Geschlechtes diskriminiert werde? Meinen eigenen Kampfverband? Besser kann man das Ausheben der Gräben zwischen den Geschlechtern, welches gerade den gegenwärtigen Opferkult-Feminismus auszeichnet, nicht auf den Punkt bringen.

Auch Tine Wittler, die Frau für das geschickte Händchen für die Inneneinrichtung hat sich zitieren lassen :tinewittlerIch weiß ja nicht, wie sie auf die Idee kommt, dass eine Welt ohne Feminismus diesen Besitzanspruch streitig machen würde. Dafür sorgen eigentlich unsere Gesetze. Was das Bewerten und Ansehen von Körpern – des eigenen und des anderen Geschlechtes – angeht, wüsste ich nicht, wie der Feminismus das verhindern sollte. Vor allem sind Frauen höchstens im Weltbild von vierjährigen Mädchen nur an inneren Werten interessiert, während Männer nur auf den Körper schauen. Vielleicht liegt es in der Natur der Sache, solange sich Männer und Frauen paaren, dass sie angesehen und auch bewertet werden. Darunter haben genauso Männer zu leiden, wenn sie auf Singlebörsen so dumm sind, ihr ehrliches Gewicht von über 100 Kg anzugeben und auf dem Profilbild nicht erkennbar ist, dass sie wie George Clooneys Zwilling aussehen. Wenn man sich nicht diesen Schönheitsidealen unterwerfen will, helfen nur zwei Dinge: Das eine  ist Selbstbewusstsein und das andere ist ist Ruhm bzw. ein dickes Bankkonto. Mit letzterem bekommt man selbst als menschenverachtendes Charakterschwein im voranschreitenden Alter noch einen Partner, egal ob als Mann oder Frau. Und gegen grenzverletztende Menschen, die ihren eigenen Minderwertigkeitskomplex kompensieren wollen, indem sie dir einreden, dass du mit deinem Äußeren nichts wert bist, hilft Selbstbewusstsein sicherlich mehr als Feminismus. Denn wer glaubt, dass FeministInnen tolerant und Weltoffen sind, wenn Frauen nicht so funktionieren, wie FeministInnen es gerne hätten, der kann sich gerne mal die Beschimpfungen auf den Seiten der Women against Feminism durchlesen.

Gut gefallen hat mir auch Christine Lüders, die als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes natürlich direkte Nutznießerin der weiblichen Opferkultur ist. Sie hat ganz richtig erkannt:ChristineLuedersIch wäre hin und weg von soviel selbstreflektierender Einsicht, wenn sie nach den ersten zwei Sätzen Schluss gemacht hätte und fragte mich nur, wozu man für diese Erkenntnis den Feminismus brauchte. Denn auch Männern fliegen Positionen in Aufsichtsräten und Vorständen nicht einfach zu wie ein warmer Windhauch. Mehr als 99% von ihnen sind auch von diesen Positionen ausgeschlossen. Die meisten Frauen, die gezeigt haben, dass man dort auch ohne Penis landen kann, haben einfach nur den gleichen Preis bezahlt wie ihre männlichen Kollegen. Ist DAS vielleicht das Probem? Wie es Beatrice Tschanz Im Tagesanzeiger  einmal schön auf den Punkt bringt: „Frauen haben zuviele Skrupel“. Soll der Feminismus jetzt dafür sorgen, dass auch Frauen, die einen Kuschelvorstand zur Selbstverwirklichung brauchen, endlich die Chance auf einen Posten im Vorstand eines DAX-Unternahmens bekommen? Frauen die es geschafft haben, haben entweder auf Kinder verzichtet, sich einen schlechter verdienenden Mann gesucht, der ihnen die Kinder regelmäßig zum Stillen ins Büro gebracht hat oder sie haben sich lieber einen Job mit passenderer Work-Life-Balance gesucht. Bei dem einzigen weiblichen CFO eines Nasdaq-Unternehmens, die ich mal kennengelernt habe, hat auch der Mann die Rolle der Hausfrau übernommen und sich um das Kind gekümmert, während sie durch die Welt gejettet ist. Wenn gerade Akademikerinnen sich damit schwer tun, Hausmänner zu ehelichen, ist es vielleicht doch eher ein Problem der Frauen, als der gläsernen Decke oder der patriarchalen Unterdrückung. Und das Frauen an Unternehmensspitzen nicht zwingend familienfreundlichere Arbeitsmodelle unterstützen sollte einem spätestens seit Februar 2013 klar sein, wo Marissa Mayer als neue Yahoo Chefin als eine der ersten Amtshandlungen die familienfreundlichen Home-Offices strich.

Dazu Passt der Kommentar von Ramona Pisal:RamonaPisalVielleicht ist das Problem, dass die meisten großen Unternehmen von Männern gegründet und auf Weltmarkt-Niveau aufgebaut wurden. Da reden wir natürlich nicht nur von Unternehmen wie Siemens oder Mercedes Benz, die gegründet wurden, als Frauen sicherlich noch weniger Möglichkeiten hatten, eine adäquate Ausbildung zu erlangen, um selber Unternehmensgründer zu werden. Auch jüngere Unternehmen wie Microsoft, Google und Facebook wurden nicht von Frauen gegründet. Soll man als Ziel des Feminismus ansehen, dass auf männlicher Dominanzhierarchie aufgebaute, Unternehmen doch bitte jetzt, wo Frauen auch an ihre Spitzen drängen, auf weibliche Geltungshierarchie umgestellt werden? Auch hier ist es fraglich, wieso Frauen Feminismus brauchen sollten, um sich diesen Unternehmensstrukturen nicht zu unterwerfen. Die Lösung wäre ganz einfach: Gründet selber solche Unternehmen, liebe Frauen, und führt es mit „eurem“ Weg auf Weltmarktniveau, Wenn das funktioniert werden sicherlich einige progressive Unternehmen mitziehen.Aber nach vierzig Jahren Feminismus und einer Revolution wie der IT-Branche, welche einige unbekannte Menschen wie Bill Gates, Steve Jobs, Larry Page, Mark Zuckerberg zu Milliardären und viele Frauen zu CEOs gemacht hat, hat keine Frau ein vergleichbares Unternehmen wirklich gegründet. Wieso eigentlich nicht? Klar können sich Frauen hier wieder in die Opferrolle stellen und sagen „das Patriarchat hat uns halt nicht gelassen“ aber auch Bill Gates hat nicht gefragt, ob sein Vater nicht lieber wollte, dass er Jura studiert, oder der IT-Übervater IBM ihn zu einer der einflussreichsten Personen in der IT werden lassen wollte. Er hat es einfach gemacht. und das Frauen prinzipiell nicht von einer patriarchalen Gesellschaft daran gehindert werden, hat eindrucksvoll Meg Withman gezeigt. Ebay hat sie zwar nicht gegründet, aber als sie CEO wurde, war als es ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern und keine zwei Jahre später war sie die erste Internet Milliardärin. Vermutlich half ihr dabei aber keine feministische Neid-Rethorik, sondern knallharter Geschäftssinn und Führungsstärke. Ihren Standpunkt zum Feminismus formuliert die 59 jährige wunderbar griffig: “Die große Errungenschaft des Feminismus ist, das Frauen in unserer Genration die freie Wahl haben. Wenn sie Babies bekommen wollen können sie Babies bekommen. Wenn sie Karriere machen wollen können Sie Karriere machen”. Sie spricht bewusst in der Gegenwart. Wer braucht heute noch ein Feminismus, wenn eine Frau kurz dem dem Ruhestandsalter schon sagt, sie hätte die freie Wahl gehabt zwischen Karriere und Kinder.

Besonders interessant auf so einer Seite sind natürlich die Kommentar der Männer, die glauben Feminismus zu benötigen, wie z.B. Nils PickertNilsPickert Ich bin in der selben Situation wie Herr Pickert, auch wenn ich nicht weiß, ob er auch alleinerziehend ist. Ich habe auch einen Sohn und eine Tochter und ich wäre froh, wenn meine Kinder zum Beispiel in Bezug auf selbstbestimmte Familienplanung gleichberechtigt wären. Während meine Tochter aber jede Möglichkeit hat, ihre Familienplanung frei und unabhängig zu gestalten, selbst wenn es einen Verhütungsunfall oder eine böswillige Manipulation an der Verhütung durch ihren Partner gibt, wird mein Sohn im umgekehrter Situation in die Röhre schauen. Er wird noch nicht einmal automatisch das Sorgerecht bekommen. Gegenwärtig hat meine Tochter wesentlich mehr Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben zu führen als ihr Bruder und die Tatsache, dass Jungen auf ihrem Gymnasium bis zur zehnten Klasse zur Minderheit geschrumpft sind, lässt mich schon daran zweifeln, dass sie hier noch Diskriminierung erfährt. Wohingegen meinem Sohn in der 5. Klasse ADHS unterstellt wurde, weil er der Lehrerin recht deutlich zeigte, wie langweilig er ihren Unterricht fand. Ich wüsste nicht, wie Feminismus ihm helfen sollte, wenn dieser seine Eigenschaften als Mann mit den Worten abtut „Kein Mann muss sich so benehmen“. Gerade der letzte Satz von Herrn Pickert ist besonders schön, wenn man ihn auf das relevante eindampft: „…dass sie frei sind zu tun was sie wollen, solange sie dabei nicht sich selbst verletzen.“ Das hat natürlich fast schon einen zynischen Beigeschmack angesichts der Tatsache, dass heutzutage 80% der erfolgreichen Selbstmorde von Männern begangen werden. Aber während der Feminismus aufschreien würde, wenn die Prozentzahl zu Ungunsten der Frauen wäre, ist die einzige mir bekannte feministische Würdigung dieser Tatsache der Kommentar von Herrn Pickerts Feminismus-Mitstreiterin Luise Pusch, welche den erweiterten Selbstmord von Herrn Andreas L. zum Anlass nimmt, eine Frauen-Quote in deutschen Cockpits zu fordern. Wie er seinem Sohn diesen Feminismus ohne Scham als Instrument seiner männlichen Befreiung verkaufen kann, finde ich schon erstaunlich.

Schön ist auch der Kommentar von Cem Özdemir:CemoezdemirIch liebe den Argumentationsfehler des „True Scotsman“: „WIr haben heute Gleichberechtigung, Cem.“ und Cem erwidert „Ja, aber dass ist ja keine ECHTE Gleichberechtigung.“  Was ist denn bitte ECHTE Gleichberechtigung, Cem? Wenn Frauen den gleichen Drang verspüren MINT-Fächer zu studieren und ihre mittlerweile überdurchschnittliche Ausbildung endlich in Jobs investieren, die mehr Geld als Selbstverwirklichung bringen? Frauen machen heute bessere Abschlüsse, studieren häufiger als Männer, sie haben einen geringeren Anteil an Schulabbrechern und kein Gesetz unseres Landes hält Frauen davon ab Firmen zu Gründen oder macht es ihnen schwerer irgendeinen wirtschaftlich erfolgreichen Beruf zu wählen. Wo ist diese Gleichberechtigung denn nicht echt? Weil Frauen nicht so entscheiden, wie sie es in einer deiner Meinung nach ECHT gleichberechtigten Gesellschaft tun müssten? Oder weil du als Mann ihre Motive nicht verstehst und deshalb meinst, ein ominöses Patriarchat würde sie dazu nötigen, sich für weniger lukrative Jobs zu entscheiden? Weil sie weniger Geld verdienen? Sie arbeiten auch weniger Stunden und leider meist in Jobs die unser Wirtschaftssystem für nicht so wertvoll hält. Klar, das kann man schlimm finden, aber das hat nichts mit unechter Gleichberechtigung zu tun, sondern mit den verkorksten Wertmaßstäben unseres Wirtschaftssystems, dem Bankkonten wichtiger sind, als die Erziehung des Nachwuchses. Wenn man glaubt, irgendein Unternehmer würde 22% mehr Lohn raus schleudern, wenn er nicht das Gefühl hätte, dass er damit seinen Umsatz in wenigstens gleichem Maße steigert, dann glaubt man vermutlich auch, dass die Regierung uns mit Chemikalien in den Jetstreams zu willenlosen Zombies machen möchte, damit wir im Feminismus etwas sinnvolles sehen. Nur weil Frauen sich leider immer noch seltener für finanziell lukrative Jobs entscheiden? Nur weil sie lieber nach persönlicher Neigung irgendwas mit Menschen machen, anstatt mit Banknoten heißt nicht, dass diese Entscheidung nicht auf der Basis einer echten Gleichberechtigung entstanden ist. Aber besonders gut gefällt mir natürlich Cems Abschlusssatz

Eine gerechte Gesellschaft unterscheidet nicht zwischen Mann und Frau, sondern stellt den Menschen und sein bzw. ihr Handeln in den Mittelpunkt.

Erstaunlicherweise ist genau DAS der Grund für das schlechte Ansehen des Feminismus heutzutage, weil man nicht auf die Definition, sondern auf die Handlungen seiner Vertreter schaut. Das wäre sicherlich ein Satz mit dem man jeden entsorgten Familienvater und seine Kinder sofort zum Feminismus bekehren könnte, wenn es nicht so eine hohle Phrase im Zusammenhang mit Feminismus wäre. Dem Feminismus ist die Situation von Vätern oder Männern egal. denn der Feminismus ist wenn man Google glauben darffemDie Tatsache, dass Männer immer noch benachteiligt werden bei der Frage, wo die Kinder nach der Trennung hingehen und wer für den ganzen Unsinn bezahlen soll, hat noch keine Feministin dieser Welt aufheulen lassen. Statt dessen wird darüber geheult dass 40% der alleinerziehenden Mütter an der Armutsgrenze leben. Angesichts der Tatsache, das 50% der alleinerziehenden Mütter keine nennenswerte Berufsausbildung haben, kann man sich eigentlich nur wundern, dass es nicht mehr sind. Und die Lösung könnte so einfach sein und das Leiden von entsorgten Vätern und ihren Kindern lindern, wenn man sich einfach um Gleichberechtigung als Eltern nach der Trennung genauso vehement kümmern würde, wie um die Gleichberechtigung im Beruf.  Die meisten zivilisierten europäischen Länder machen das mittlerweile so. In Deutschland hingegen wird ohne Studie „Was will die Frau“ eine Frauenquote für Vorstände durchgeprügelt. Aber bei Entscheidungen, welche die Lebenssituation von Hunderttausenden von Vätern, Müttern und ihren Kindern verbessern könnten, werden erst mal Studien in Auftrag gegeben, damit Entscheidungen in die nächste Legislaturperiode verschoben werden können. Auch wenn Internationale Studien hier bereits sehr eindeutige Ergebnisse liefern. Wenn Deutschland in den letzten Jahren vom EuGH verknackt wurde, war es nicht, weil Rechte von Frauen verletzt wurden, sondern weil Männer diskriminiert wurden. Unverheiratete Väter bekommen im Gegensatz zur Mutter immer noch nicht automatisch das Sorgerecht für ihre Kinder. Auch wenn sie sich mit der Vaterschaftsanerkennung dazu bereit erklären 20 Jahre lang eine Posten auf dem Kontoauszug der Mutter zu sein. Anonyme Geburten werden  nur für Frauen durchgesetzt. Pro Choice ist nur ein Frauenthema, auch wenn Väter sich nach einem Verhütungsunfall möglicherweise genauso gerne gegen die Verantwortungsübernahme entscheiden würden, wie Frauen es können. Für diese Erkenntnis brauche ich leider keinen Feminismus. Ein Streben nach Gleichberechtigung reicht. Nur weil einige Menschen nicht verstehen, dass es da einen Unterschied gibt, werde ich trotzdem kein Feminist.

Mein Alter Politiklehrer brachte das sehr schön auf den Punkt

„Anhänger eines -ismus zu sein, ist fast immer Ausdruck von Dummheit.“

Die einzige Ausnahme ist vielleicht der Humanismus, denn dem geht es wirklich um das, was Herr Özdemir völlig unangebracht in den Feminismus hinein interpretiert:

„Es wird ein Gesellschafts- und insbesondere Bildungsideal entworfen, dessen Verwirklichung jedem die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen soll. Damit verbindet sich Kritik an bestehenden Verhältnissen, die aus humanistischer Sicht diesem Ziel entgegenstehen.“ wikipedia

Wow ! ! ! Damit hätten sie, liebe Gleichberechtigungsfürstreiter von Werbrauchtfeminismus.de, die Unterstützung von Millionen Männern auf ihrer Seite. Weshalb man aber eine mittlerweile so männerfeindlich konnotierte Ideologie durch Definitionsvergewaltigung künstlich am Leben erhalten soll, werde ich nie verstehen. Und da helfen auch nicht die übrigen Kommentare, die zwischen jugendlich naiv bis dämlich pendeln. Wenn ich mir so durchlese, was für eine erbärmliche Einstellung die Damen Nahles, Schwesig, und andere von ihren Geschlechtsgenossinnen haben, dann mache ich mir zumindest keine Sorgen, dass meine Tochter oder meine Frau den Feminismus braucht, um ihr volles Potential zu entfalten.

Bildungsbürger for Feminism

Es ist faszinierend, aber während sich „Die Anstalt“ bislang durch eine humoristische aber kritische Auseinandersetzungen mit Diskussionen welche in de Massenmedien kochten auszeichnete, haben sie es am 28.4.2015 für nötig gehalten die Lanze für den Feminismus zu brechen. Offensichtlich sind die Abgesänge in der „Lügenpresse“ und Bewegungen wie „Women against Feminism“ inzwischen so lauf geworden, dass sich auch hier mal wieder ein paar Männer als Lila Pudel outen mussten um die gegenwärtig als Feminismus bezeichnete Opferstigmatisierung junger Frauen wieder zu beleben.

Sicherlich wäre eine wirklich neutrale und kritische Auseinandersetzung mit Gleichberechtigung und Sexismus wünschenswert, aber natürlich hätten sich Max Ultholf und Claus von Wagner sich dann nicht auf das simple repetieren von Männer- und Frauenunterdrückungsklischees beschränkten dürfen, welche sie leider aus der Mottenkiste geholt haben, um dem Publikum zu erklären, warum der Feminismus nicht tot ist. Leider werden diese Klischees auch beim 75 wiederholen nicht wahrer und die große Frage, die ich mir die ganze Zeit stellte, war, ob sie diese Klischees wirklich noch glauben und wie diese Sendung wohl angekommen wäre, wenn dieser üble Sexismus umgekehrt präsentiert worden wäre. Weiterlesen

Mein Coming Out

Okay, nachdem Emma Watson es vor der UN noch einmal so schön auf den Punkt gebracht hat:

“Feminismus hat das Ziel die Ungleichbehandlung der Geschlechter zu beenden.” da muss es einfach rauslassen, auch wenn es vielleicht immer offensichtlich war: Ja ich bin ein Feminist.

Ich hoffe, das darf man als Mann.

Ich finde es ganz toll, wenn Frauen sich zukünftig ihre Partner nach dem Charakter und der Frage aussuchen, ob er wohl gut mit den Kindern umgehen kann, und nicht mehr danach, ob er auch in der Lage ist den Einkommensverlust zu kompensieren, wenn sie nach der Geburt erst mal zu Hause bleiben will.

Ich würde es wirklich bevorzugen wenn Elternzeit gleichberechtigt genommen werden kann, ohne die Familie an den Rand des Ruins zu führen, oder statt der guten Papmpers künftig immer das No Name-Produkt aus dem Discounter kaufen zu müssen.

Meine Herren, ich spreche da aus Erfahrung, wenn ich sage: “Die Tatsache, dass ich für meine Kinder da bin, ist eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens”. Aber letztendlich ist der Grund weswegen Männer heute seltener zu Hause bleiben, kein Zeichen patriarchaler Unterdrückung sondern eher, ein ergebnis der Tatsache, dass Frauen sich immernoch eher jemanden suchen, der mehr verdient, was für die Frage ob Papa oder Mama zuhause bleibt leider meist eine recht einfach wirtschaftliche Antwort liefert, wie ich es schon bei “Wenn Rechenkönige Elterngeld berechnen” festgestellt habe. Ich persönlich finde hier eine Gleichstellung eine ganz tolle Sache, denn es würde Männern wenigstens die theoretische Möglichkeit schaffen, frei zu entscheiden, ob sie rollenkonform lieber den Familienernährer geben oder lieber Papa sind (oder vielleicht auch beides). Wäre eine Supersache, aber wie gesagt, dafür müssten Frauen von der – gerade für Akademikerinnen zunehmend problematischen – Haltung runter kommen, dass der Partner besser verdienen und sozial höher gestellt sein soll. Dann müsste vielleicht auch eine Akademikerin mal drüber nachdenken einen attraktiven Hausmeister zu ehelichen.

Ich glaube sowieso, dass der Feminismus hier nur ein echtes Marketing-Problem hat, gerade wenn man sich das Familienrecht anschaut, wäre dies ein echtes Gebiet wo FeministInnen sich einsetzen könnten „die Ungleichbehandlung der Geschlechter zu beenden“. Da könnten sie ganz einfach beim männlichen Geschlecht nach Support wildern. Wie Emma Watson es schon auf den Punkt gebracht hat: “Mein Vater hat nie die soziale Achtung erfahren, wie meine Mutter, obwohl ich ihn genauso dringend brauchte.”

Eigentlich müssten die FeministInnen VorreiterInnen sein bei der Forderung nach dem Wechselmodell, damit sie nicht mehr den Eindruck erwecken Rosinenpickerei zu betreiben, weil sie offensichtlich gar kein Problem damit haben, wenn nach der ersten Geburt gut ausgebildete Frauen plötzlich wieder in Rollenmuster der Nachkriegszeit zurückfallen. Schließlich ist das Wechselmodell DAS Modell bei dem die Unvereinbarkeit von Arbeit und Familie am besten auf beide Geschlechter abgewälzt wird. Noch schöner wäre es natürlich, wenn einfach mal in Deutschland auch eine Arbeitskultur wie in den Skandinavisachen Ländern einziehen würde, wo Meetings vor 16 Uhr abgehalten werden, damit auch Führungskräfte sagen können, “Ich muss mal los meine Tochter aus dem Kindergarten holen”, und die sich dann Abends lieber noch mal zwei Stunden an den Laptop setzen um Emails zu bearbeiten oder Präsentationen vorzubereiten, wenn die Kinder schon schlafen. Deutsche Präsenzarbeit ist hier das wirkliche Problem, und der Fall Yahoo zeigt, dass Frauen in Führungspositionen leider überhaupt nicht familienfreundlicher agieren.

Die Mär der FeministInnen,  dass die Unvereinbarkeit von Karriere und Kindern ein patriarchisches Mittel zur Unterdrückung der Frau ist, ist natürlich nicht anderes als ein Märchen. Männer leiden heutzutage genauso unter diesem Rollenbild und spätestens mit der Trennung bekommen sie die Rechnung dafür, wenn aufgrund der gesteigerten Erwerbsobliegenheit ihre Familienernährerrolle zementiert wird, Mit dem großen Unterschied, dass sie dann kein Teil der zu finanzierenden Familie mehr sein sollen.

Und das ist leider der Denkfehler in Emma Watsons Rede. #HeForShe ist leider der falsche Ansatz um Männer mit ins Boot zu holen. Wenn es nur darum geht, dass Männer den Frauen den Hintern pudern sollen, dann wird man in unseren Breitengraden kaum jemanden damit hinter dem Ofen hervorlocken, denn die meisten Gründe, welche FeministInnen gerne immer wieder hervor kramen, wenn sie demonstrieren wollen wie sehr Frauen unterdrückt werden, sind der Versuch gesellschaftliche Probleme als ein Ergebnis der männlichen Unterdrückung der Frau zu sehen. Leider haben die meisten Probleme leider rein gar nichts mit einem Patriarchat oder irgendeiner Unterdrückung zu tun.

Die gesetzlichen Grundlagen sind geschaffen. Wenn Frauen besonders in Modernen Ländern wie Norwegen und Deutschland immer wieder in alte Rollenmuster verfallen, kämpft man hier vielleicht doch eher gegen die Biologie an, als gegen einen Feind im Patriarchat. Man kann gerne dafür Kämpfen, dass typische Frauen-Jobs genau so gut bezahlt werden, wie Ingenieurstätigkeiten. Dann wird man vielleicht die Lohnlücke bereinigt bekommen, aber das eigentliche Problem ist, dass die meisten Jobs im Kapitalismus dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgen. Und damit wird man leider keine auf marktwirtschaftlichen Prinzipien basierende Gleichstellung hinbekommen, solange Frauen sich nicht in gleichem Maß wie Männer für MINT-Studiengänge begeistern. Leider können weder ich noch der Rest der männlichen Bevölkerung viel dafür, wenn sie das nicht tun, solange weder das Bildungssystem noch irgendwelche Gesetze sie davon abhalten.

Feminismus als F.D.P. der Gleichberechtigung

Es ist schon faszinierend, aber wer hätte gedacht, dass eine ehemalige CDU Familien und Frauen Ministerin (nämlich Kristina Schröder) mal ein wirklicher Trendsetter unter den jungen Frauen sein könnte.

Wir erinnern uns?

Als eine ihrer letzten Amtshandlungen veröffentliche sie ihr Buch „Danke, emanzipiert sind wir selber: Abschied vom Diktat der Rollenbilder„. Und wurde dafür massiv von den Gralshüterinnen der Gleichberechtigungsdebatte angegangen.

Inzwischen finden ihre Schwestern im Geiste immer mehr Aufmerksamkeit mit ihrem Tumblr-Blog und der gleichnamigen Facebook-Seite „Women against feminism“ und selbstverständlich, wie auch bei Frau Schröders Buchveröffentlichung, kommen jene sich missverstandenen und sich verunglimpft dargestellt fühlenden Feministinnen aus den Löchern gekrochen und klagen, dass diese Frauen einfach nicht den Sinn vom Feminismus verstanden hätten, nicht wüssten was Feminismus bedeutet oder ignorieren würden, dass es immer noch Flecken auf dieser Welt gibt, in denen Frauen unterdrückt werden. Auf das Buch der ex-Ministerin wusste die TAZ über einen modernen Feminismus zu berichten, indem sie alle darum ringen, wie das Leben mit Beruf und Kindern gelingen kann und kommen zu dem Schluss „Das ermüdende postfeministische Feminismusbashing aus den 90er Jahren, dem Schröder offenbar noch anhängt, haben sie längst hinter sich gelassen.“ denn Frau Schröder konzentriert sich leider ganz und gar auf die 90ermäßigen Feminismus-Aushängeschilder Alice Schwarzer und Bascha Mika.

Letztendlich übersehen diese Kritikerinnen, ebenso wie die Kritikerinnen der junge Frauen von „Women against Femisnism“, dass sie damit eigentlich ihr eigenes Kernproblem verkennen. Denn leider ist genau dieser Opferbonus-Feminismus einer Alice Schwarzer mit ihrer Publikation Emma, welcher sich in der allgemeinen Gleichstellungsdiskussion als Feminismusbegriff festgesetzt hat, und diese Frauen, die meinen „Women Against Feminism“ wegen ihres vermeintlich falschen Feminismusbegriffes kritisieren zu müssen, sollten sich eigentlich erst mal ein wenig der Selbstkritik hingeben, und sich überlegen, wo sie versagt haben, damit solche Frauen wie Frau Schwarzer die öffentliche Diskussion immer noch bestimmen und damit Feminismus offensichtlich bei der jüngeren Generation von Frauen zum Schimpfwort hat verkommen lassen. wie es die durchaus Frauenbewegte Margeret Wente auf den Punkt Punkt bringt:

Any younger woman who knew the slightest thing about feminism would be one! So how come they’re not? (Most polls say fewer than half of younger women identify with feminism.) One big reason is: We won. Thanks for your hard work, Gloria and Germaine (was sich auf die amerikanischen Feministinnen Gloria Steinem und Germaine Greer bezieht). The heavy lifting’s over. You can rest on your laurels now.“

Wir haben inzwischen eine Bundeskanzlerin, eine Verteidigungsministerin, einen größeren Anteil an weiblichen Abiturientinnen und Studentinnen, Frauen können heute alles werden, sie können sich sogar in Afghanistan totschießen lassen, wenn sie das wollen. des Gesetz legt ihnen keine Barrieren mehr in den weg (im gegensatz zu den Männern, die noch regelmäßig vom Familliengericht demonstriert bekommen was Gleichberechtigung als unverheirateter Vater bedeutet) Das wollen Frau Schwarzer und auch die Kritikerinnen von „Women against Feminism“ einfach nicht wahr haben und kreieren immer noch eine weibliche Opferrolle, die es schwer fällt als Nichtparanoider nachzuvollziehen. Und hier bewahrheitet sich mal wieder Robert Anton Wilsons schon Aphorismus:

„Der Paranoide hat recht. Es mag ihn wirklich keiner.“

Letztendlich ist genau das der Grund, warum junge selbstbewusste Frauen, welche eigentlich wunderbare Aushängeschilder für den Erfolg der feministischen Bewegung dienen könnten heutzutage mit ihm ebenso wenig zu tun haben wollen, wie politisch interessierte Liberale mit der F.D.P. Letztendlich haben die „modernen“ Feministen (ähnlich wie Herr Rösler und Herr Brüderle) offensichtlich auf ganzer Linie versagt, wenn es darum geht ihre neue Heilsbotschaft, wegen der man ihre Bewegung noch brauchen könnte im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Die „modernen“ Femistinnen haben nicht klar gemacht, dass es im Femismus nicht darum geht, dass Frauen alle Verantwortung für ihre Handlungen ablegen können, so lange sie nur eine verquere Begründung dafür finden, warum doch ein Mann an ihrer Misere Schuld ist, wie zum Beispiel bei Emmas Vorzeige-Prostituierten Tanja Rahm, die mit ihrem Brief an ihre Ex-Freier ein besonders erbärmlich demonstriert was die Verweigerung von Selbstverantwortung wirklich bedeutet (Wie ich hier geschrieben habe). Wenn Femistinnen sich missverstanden fühlen fühlen, sollten sie sich mit dem Problem auseinandersetzen, dass sie offensichtlich nicht genug dafür getan haben um zu verhindern, dass der Feminismus-Begriff von rosinenpickenden Heulsusen gekapert wurde. Sich statt dessen wieder über die Definition des Feminismusbegriffes aus der Verantwortung für das erbärmliche Ansehen des Feminismus zu ziehen ist ein ziemliches Armutszeugnis. Genau genommen, ist das die Bestätigung der Verweigerung von Verantwortung, welche mich persönlich bei dem Begriff Feminismus gepflegt kotzen lässt. Sich für Gleichberechtigung und Gleichstellung stark machen dürfte nicht am Geschlecht hängen. Und was die rechtliche Gleichbehandlung angeht sind Männer inzwischen vor dem Gesetz wesentlich mehr benachteiligt. Und genau das haben die jungen Frauen von Women against Feminism kapiert. Gleichberechtigung beim einen Geschlecht zu fordern, und bei der Wahrung des Besitzstände dem anderen Geschlecht zu verweigern ist eine Doppelmoral, welche nicht mehr viel Zustimmung findet. ebenso, wie die Klientelpolitik der F.D.P., die spätrömische Dekadenz bei HartzIV Empfängern ausmacht, aber kein Problem damit hat Steuersünder zu schützen. 

Der Kampf für Gleichberechtigung bedeutet auch sich dafür stark zu machen, das Männer zum Beispiel im Trennungsfall die gleichen Chancen haben als Vater präsent zu sein wie die Mutter. DAS würde dem Gleichberechtigungs- und Gleichstellungsgedanken des Feminismus mehr dienen, als sich wie eine dreizehn Jährige hinzustellen, und eine wirkliche Auseinandersetzung mit ihren Kritikern zu vermeiden.

Vom Prinzip her ist keine der jungen Frauen deren Statement ich auf „Women against Feminism“ gelesen habe gegen Gleichberechtigung und Gleichstellung. Die jungen Frauen von heute profitieren alle von den Errungenschaften der ersten Wellen des Feminismus, aber gerade deswegen sehen sie als selbstbewusste Frauen immer seltener die Notwendigkeit sich zum Opfer zu stilisieren, und vor allem sich von einer Bewegung vorschreiben zu lassen, wie sie ihr Leben zu gestalten haben. Letztendlich fressen die Kinder hier die Revolution ihrer Eltern. Kein selbstbewusster junge Mensch braucht eine Gouvernante, welche Männern wie Frauen vorschreiben möchte wie sie sich zu verhalten haben, damit die armen Opferfrauen mal ihrer Opferrolle raus kommen. Ebenso wie sich ein liberaler und politisch interessierter Mensch nicht mehr von der F.D.P (als klassischer Partei der Liberalen) vertreten fühlt, so fühlen auch diese Frauen sich in ihrem Ziel ein Gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben zu führen nicht von Feminismus vertreten. Vielleicht sollten dann auch die Feministen mal überlegen wie sie ihr Programm oder ihre Definition so anpassen können, dass sich auch selbstbewusste und verantwortungsbereite Frauen von ihren repräsentieren fühlen können. Und ebenso wie es bei der F.D.P. in der Diskussion war, wäre es hier noch viel angebrachter den Namen zu ändern, um mal die Schützengräben im Geschlechterkampf hinter uns zu lassen. Eins ist Klar mit Opfergejammer, Männerverdammung und einem Beuvoirschen: „Nein, wir wollen den Frauen gerade nicht die Wahl lassen zwischen Berufstätigkeit und Mutterdasein und zwar aus dem einfachen Grunde, weil zu viele Frauen sich für die Mutterschaft entscheiden würden.“ wird ihnen das nicht gelingen. Und mit einem Entsorgen der Männer als eigenständigem Geschlecht, welches sich nicht nur an den Befindlichkeiten und vermeintlichen Bedürfnissen der holden Weiblichkeit orientiert, wird ihnen dass ebenso wenig gelingen, wie einer F.D.P die kein anderes nennenswertes Programm hat als „mehr Netto vom Brutto“.

Wenn man sich die Statistiken über typische männliche Vorteile ansieht:

(und hier lassen sich sicherlich noch einige weitere Fakten hinzufügen) kann Ich für mich nur zu dem Schluss kommen, dass niemand mehr von einer wirklichen Gleichberechtigung und Gleichstellung profitieren würde als die Männer. Ich bin auf jeden Fall ganz dankbar, das meine zukünftige Frau mit ihrem Abschluss und ihrer Berufserfahrung vermutlich immer mehr in einer Festanstellung verdienen würde als ich. Für Ihr Gehalt muss ich mich schon als Freiberufler herumschlagen. Dafür wird es bei unserem Kind die Frage, wer zu Hause bei dem Kind bleibt aber auch nie eine Wirtschaftlichkeitsdiskussion, und das ist eine Freiheit, für die ich echt dankbar bin, auch wenn sie aus den frühen Kämpfen von Alice Schwarzer und Konsorten resultiert.