Böse alte weiße Heteros

Stefan Niggemeier wird auf Twitter nicht müde, seine rassistische, sexistische und altersdiskriminierende Haltung zu rechtfertigen, die er beim Streitgespräch mit Harald Martenstein an den Tag legte. Er versucht zu erklären, warum Alt-Weiß-Heterosexuell nicht rassistisch ist. Homosexuelle, Farbige und Frauen

haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie kennen das Gefühl, nicht normal zu sein. Das ist eine besondere Erfahrung, wenn man aufwächst und merkt: Ich bin anders als die anderen

Nigge

Und es gilt pauschal für alle alten weißen, heterosexuellen Männer, dass die das nicht können und das anders sein nie erlebt haben?

Ich bin geneigt zu fragen, ob sich Stefan Niggenmeier mal die Rassismus-Definition des Duden durchgelesen hat?

„(meist ideologischen Charakter tragende, zur Rechtfertigung von Rassendiskriminierung, Kolonialismus o. Ä. entwickelte) Lehre, Theorie, nach der Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen hinsichtlich ihrer kulturellen Leistungsfähigkeit anderen von Natur aus über- bzw. unterlegen sein sollen“

Nur weil man ein weißer, alter, heterosexueller Mann ist, hat man nie die Erfahrung gemacht wie es ist nicht normal zu sein? Warum sollte ein weißer alter Hetero nicht zu dieser kulturellen Leistung in der Lage sein?

Mit einem IQ von über 145 macht man auch als heterosexueller weißer Mann vorangeschrittenen Alters Erfahrungen, die nur 0,2 % der Bevölkerung nachvollziehen können. Normal fühlt man sich dabei nur selten.

Wer glaubt, dass ein Vater, nur weil er weiß ist, die Hälfte seines Lebens hinter sich hat, und seinen Penis lieber in weibliche Körperöffnungen steckt, im Familiengericht nicht die Erfahrung macht, wie es ist diskriminiert zu werden, weniger wert und unnormal zu sein, ist und bleibt ein ignoranter Idiot.

Als alleinerziehender Vater war ich Teil einer Minderheit und alles andere als normal. Für die Probleme dieser Minderheit interessiert man sich nur einen Scheiß. Wenn sie da von Problemen erzählen oder davon, dass sie nie einen Cent Unterhalt sehen, bekommen sie zu hören „Lassen sie das doch die Mutter machen und gehen Sie lieber arbeiten“, weil das der Normalfall wäre.

Als Scheidungskind war ich damals ANDERS als die Mehrheit meiner Freunde und Klassenkameraden und als ich nach der Scheidung meiner Eltern innerhalb von zwei Jahren vier mal die Schule wechseln musste, war ich als „der Neue“ jedesmal meines Andersseins bewusst. Da habe ich auch mein Privileg als weiße Hete vermisst.

Auch als weißer, alter, heterosexueller Mann hat man in diesem Land reichlich Möglichkeiten zu erfahren, wie es ist, anders oder nicht normal zu sein.

Selbst ein stromlinienförmiger Karrierist ist da vielleicht nur gelandet, weil er sein Anderssein runtergeschluckt hat, und seinen Eltern zu liebe statt Kunstgeschichte lieber BWL studiert und die zerrissene Jeans gegen den Anzug getauscht hat.

Ein Anti-Mobbing-Clip von VH-1 hat sehr schön zusammengefasst, welche Andersseinserfahrung künftige alte, weiße, heterosexuelle Männer in ihrer Sozialisierung erfahren können.

 

 

Zu glauben Minderheitenerfahrung könnte man nur als schwarze, homosexuelle Frau machen, ist kein anderer Rassismus, als Polen zu unterstellen sie wüssten ja gar nicht, wie es ist einen teuren Neuwagen zu kaufen, weil die da ja immer die geklauten deutschen Luxuskarossen für einen Spottpreis kaufen, oder dass ein Jude ja die Erfahrung als armer Mensch nicht machen könnten, weil Juden ja den Weltreichtum gehortet haben.

Die Mär von „an Minderheitsleiden unerfahrenen alten, weissen Heteros“ ist und bleibt sexistisch, rassistisches Voruteilsgeblubber, dass sich auf einem Niveau eines AFD-Anhängers bewegt, der meint die Asylanten bekommens reingesteckt, während unsere deutschen Rentner hungern.

Der Zweck ist der gleiche: Mitleid abzutöten, indem man Einzelfälle pauschalisiert. Die privilegierten Menschen sind eine Minderheit, und haben diese Privilegien nicht, weil sie weiß, alt oder heterosexuell sind, sondern weil sie meist aus privilegierten Familie kommen.

Alle anderen müssen dafür kämpfen, dass sie über die Runden kommen. Auch ich als mittlerweile alter, weißer Hetero musste irgendwann entscheiden, ob ich Karriere machen will, oder meine Kinder groß werden sehe.

Wenn Familie für Frauen ein Karrierehemmnis ist, dann liegt das leider daran, dass Frauen in puncto Familie privilegiert sind und Arbeitgeber bei ihnen eher vermuten, dass sie dieses Privileg nutzen werden.

Wer dieses Privileg nicht sehen will, ist der ist leider der kapitalistischen Lebenslüge auf den Leim gegangen, dass Karriere und Geldverdienst das Einzige ist, was glücklich macht. Dieses Problem ließe sich einfach lösen. Einfach etwas von diesem weiblichen Privileg mit den Vätern teilen.

Denn erst wenn Familie auch für Männer zum Karriererisiko wird, wird sie aufhören überhaupt ein Karriererisiko zu sein. was sollen Arbeitgeber machen? Nur noch häßliche, sozial inkompetente Menschen einstellen, weil die keinen Partner finden?

Social Justice Warrior die einen Keil zwischen Männer und Frauen, weiße und schwarze Menschen und Homos und Heteros treiben sind leider einer der Stützpfeiler dieser Privilegierten, denn sie unterstützen das macchiavellistische Motto „Teile und Herrsche„.

Divide et impera (lateinisch für teile und herrsche) ist eine Redewendung (im lateinischen Imperativ); sie empfiehlt, eine zu besiegende oder zu beherrschende Gruppe (wie z. B. ein Volk) in Untergruppen mit einander widerstrebenden Interessen aufzuspalten. Dadurch soll erreicht werden, dass die Teilgruppen sich gegeneinander „wenden, statt sich als Gruppe vereint gegen den gemeinsamen Feind zu stellen.“

Warum sollte #HeForShe gelten, wenn SIE alle seine Probleme ignoriert und zum selbst verschuldeten Elend erklärt?

Also liebe SJWs wie Stefan Niggemeier: Fickt euch. Ergebt euch eurem Sexismus und eurem Rassismus und glaubt, dass Ihr die Guten seid. In diesem Punkt seid Ihr nicht besser als alle anderen Rassisten. Die glauben das nämlich auch meistens.

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