Das gemeinsame Ja zum Kind

oder warum können nur Frauen Verantwortung verweigern

Wenn über Abtreibung, den §218 oder § 219a diskutiert wird und man z.B. die Gelegenheit nutzt und auch für Männer das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung einfordert, dann gibt es erstaunliche Reaktionen. Offensichtlich ist es ein vollkommen fremdartiger Gedanke, dass auch ein Mann die Möglichkeit hat, über seine Familienplanung unabhängig von Verhütungsunfällen oder -manipulation durch Sexpartner entscheiden zu dürfen.

Als ich das Thema das erste Mal im August 2011 bei Zeit Online als Leserartikel aufgriff wurde die Idee in der Mehrheit der 510 Kommentare kritisiert. Die KritikerInnen machten mir erstaunlicherweise die gleichen Vorwürfe, wie sie die konservativen Männer in den 60ern, in ihrer Angst um den Verlust der Fortpflanzungskontrolle, den Feministinnen vorwarfen.

  1. Die wollen doch nur verantwortungslosen Sex (Heute wahlweise auch ihren Unterhalt für die dritte Yacht/den vierten Porsche ausgeben)
  2. Sollen sie doch verhüten/ sich sterilisieren lassen oder eine Gummipuppe kaufen. So ist halt die Biologie.

Jene mit einer etwas positiveren Grundhaltung lieferten noch die dritte Option „Nette Idee, lässt sich aber nicht mit unserer Grundordnung vereinbahren.“ Die selbe Grundordnung übrigens, nach der das Bundesverfassungsgericht 1975 die Liberalisierung das §218, u. A. mit folgendem Argument ablehnte:

„Der Staat muss grundsätzlich von einer Pflicht zur Austragung der Schwangerschaft ausgehen.“

Wenn zwei das gleiche tun…

Die Einscheidungsfreiheit der Männer, wird gerne mit mit Argumenten wie »es geht euch also nur ums Geld«-Frage bagatellisiert. Klar ist Geld dabei ein Thema, denn dass ist die einzige Verantwortung zu der der Staat realistischerweise einen Vater zwingen kann, wenn dieser in den nächsten 21 Jahren kein Leben an der Armutsgrenze vorzieht. Wenn man sich überlegt, das alleine beim Mindestsatz, der für Einkommen bis 1900€ gilt, für ein Kind über 21 Jahre mit Zins und Zinseszins gut 200.000€ zusammenkommen, dann ist das für jemanden mit 1800€ Netto schon eine Menge Geld. Da will man gar nicht den Unterhalt für die Mutter in den Ersten drei Jahren mit einrechnen, auch wenn die ARGE den sicherlich auch vom Vater einfordern wird.

Beim Geld findet selbst die Mütterlobby einen Vater wichtig

Geld ist letztendlich auch die einzige Beteiligung des Vaters an der Elternverantwortung, die selbst das bindungsintoleranteste Mitglied von den mittlerweile bunt aus dem Boden schießenden Vereinigungen wie der Mütterlobby e.V.  und »Mütterinitiative – Mamas wehren sich« vom doofen Erzeuger einfordert. Sobald der Vater allerdings auch sozialer Vater sein will, müssen ihm natürlich möglichst viele Hindernisse in den Weg gelegt werden. Um diesen mittlerweile immer größeren Spagat zu vermeiden, fordert genannte Mütterinitiative seit einiger Zeit einfach vom Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen für Mütter, damit die Geldfrage geklärt wird, ohne den Vater zu involvieren. Die Feministin Antje Schrupp, fordert ebenfalls die Opt Out Möglichkeit für den Mann. Nur fordert sie es leider ebenfalls auch mit dem selben Hintergedanken. Falls nicht gerade eine lesbische Partnerin die Verantwortung tragen möchte, doch bitte Vater Staat Papas Geldbörse ersetzen. So Einfach ist das.
Wenn das Geld nicht wäre, würden diese Frauen jetzt schon einfach den Namen des Vaters verschweigen, wenn das Jugendamt nachfragt.
Auch dem Staat geht es hierbei lediglich ums Geld. Ansonsten würden Unterhalts-, Sorge- und Umgangsrecht heutzutage Väter nicht mehr diskriminieren, und ihnen einfach die Option offen stehen, ihre väterliche Verantwortung per Erziehungsteilhabe zu erfüllen. Aber vermutlich hat sich bei Papa Staat rumgesprochen, dass 50% der alleinerziehenden Mütter keine Ausbildung haben. Bei denen wird sich also auch Jobmäßig nicht viel ändern, selbst wenn der Vater 50% der Betreuung übernimmt, dann fehlt der Arge einfach nur die Legitimation, sich den Hartz IV-Satz vom Vater wieder zu holen. Wie es die Vorzeigemutter aus dem Spiegelbericht so schön auf den Punkt bringt: „Natürlich würde ich arbeiten, wenn es sich lohnt.“ aber ohne Ausbildung und Schulabschluss lohnt sich das Leben mit Hartz IV wesentlich mehr Für knapp 1500€ Netto braucht man schon mehr als den Mindestlohn.

Deshalb geht es deshalb in der Diskussionen um die familiäre Selbstbestimmung der Väter natürlich auch ums Geld.

Aus männlicher Sicht geht es aber vor allem um all die Gründe, welche es auch für Frauen heutzutage schwer vorstellbar machen, den §218 auf eine Zeit vor den 70ern zurückzudrehen, als nur medizinisch oder kriminologisch induzierte Schwangerschaftsabbrüche straffrei waren. Wo Frauen ihr Leben beim Engelsmacher riskierten oder Abtreibungstourismus praktizierten, wenn eine ungewollte Schwangerschaft ihre Lebensplanung über den Haufen warf.

Für Frauen muss heute aus einem Verhütungsunfall kein lebensveränderndes Drama werden, und das ist gut so.

Aber warum sollte derselbe Verhütungsunfall einem 22 jährigen Mann die Lebensplanung für die nächsten 21 Jahre massiv beeinflussen, wenn seiner 2 Jahre ältere Freundin problemlos das Recht zugestanden wird, sich aus dieser Verantwortung zu verabschieden. Verhüten hätten sie beide können. und ob die neun Monate, in denen sie keine hundertprozentige Kontrolle mehr über ihren Körper und ihr Leben hat, seine 21 Jahre aufwiegen, in denen die gesteigerte Erwerbsobliegenheit ihn in der Berufswahl einschränken und seine Chance mindern noch einmal bewusst mit einer anderen Partnerin ein Kind zu bekommen, kann doch sehr in Frage gestellt werden.

Dass Frau frei entscheiden kann und der Mann die Verantwortung zu tragen hat, ist heute nicht mehr einzusehen. Wir leben nicht mehr zu Zeiten von Heinrich Manns „Der Untertan“, wo Männer und Frauen sich einvernehmlich zum Sex entscheiden, und wo Frauen kaum anders können, als in kürzester Zeit Schwanger zu werden und sich mit Elternverantwortung konfrontiert zu sehen. Damals war es ein durchaus nachzuvollziehender gesellschaftlicher Konsens, dass auch von dem beteiligten Vater eine Verantwortungsübernahme erwartet wurde. Aber heute? Wo jede Frau die absolute Entscheidungsfreiheit darüber hat, ob und mit wem sie schwanger werden will, bzw. ob sie im Falle eines Unfalles die Verantwortung tragen möchte, ist diese einseitige Benachteiligung von Männern nicht einzusehen.

In Schweden gilt Sex, bei dem der Mann ohne Absprache das Kondom weg lässt, wie bei Julian Assange, als Vergewaltigung. Wenn die Frau ohne Absprache die Pille weglässt, und somit oft die Basis für die Einvernehmlichkeit des Sexes ohne Wissen des Mannes entfernt, ist das kein Straftatbestand, sondern ein Grund Unterhalt fordern zu dürfen.

Der Zwang das Männer Verantwortung  tragen
ist kein biologischer Zwang sondern gesellschaftliche Konvention

Es ist an der Zeit, dass Männer ebenso wie Frauen in der Lage sind, ihre Lebensplanung zu entwerfen, ohne sich vor einer Panik vor dem Verhütungsunfall einer erzkatholischen Verhaltensmoral zu unterwerfen oder nur in One Night Stands ihrer Lust nachgehen, weil sie da kein Problem haben, auf ein Kondom zu bestehen. Welche Frau würde sich heute schon noch sagen lassen: »Hättest du wohl verhüten oder auf Sex verzichten müssen«, wenn eine ungewollte Schwangerschaft ihr Leben auf den Kopf zu stellen droht. Dies wird offensichtlich nur von Männern erwartet. Es geht darum auch ohne Paranoia in eine Beziehung gehen zu können, weil man nicht befürchten muss, dass das Vertrauen missbraucht wird oder es in der ungünstigen Lebenssituation zu dem Verhütungsunfall kommen könnte, der alle Lebensplanung über den Haufen wirft. Wenn gerade kein Kind oder Unterhaltszahlungen in die Lebenssituation rein passt, oder sie zu der Verantwortungsübernahme einfach noch nicht bereit sind. Warum soll das nur ein Problem der Männer sein?

Woher kommt die Bindungsunfähigkeit heutiger Männer?

Es ist eigentlich das einzig vernünftige Verhalten, welches jungen Männern bleibt, sich nur soweit auf eine Beziehung einzulassen, dass sie keine Diskussion riskiert, warum man auf seine eigene Schwangerschaftsprävention nicht verzichten will, selbst wenn die Partnerin die Pille nimmt.

»Tut mir leid, aber vertraue dir nicht, dass du mit der Verhütung verantwortungsvoll umgehst« würde die Beziehung vermutlich ohnehin beenden. Dann kann man die Beziehung auch gleich im Keim abwürgen, bevor es zu so unangenehmen Fragen kommt.

Klar, wir würden diese Diskussion auch nicht führen, wenn Männer eine ebenso zuverlässige und unbemerkte Verhütungsmethode hätten, wie Frauen sie mit der Pille haben. Mit einem „Hätte er verhüten sollen“ geht die Diskussion beim Kondom in einer längeren Beziehung – in der STIs kein Thema mehr sind – an der Lebensrealität der meisten Paare vorbei. Und der auch gerne gebrachte Spruch „Kannst ja’ne Vasektomie machen“ ist nur übler Zynismus, den man einer schwangeren Frau gegenüber kaum hören würde. Nur, weil man – vielleicht mit dieser Partnerin oder zu dieser Lebenssituation – kein Kind bekommen will, heißt ja nicht, dass man für alle Zeiten darauf verzichten möchte. Die einzige – mir bekannte – marktreife, zuverlässige,  dauerhafte und 100% reversible Verhütungsmethode für den Mann, wird nicht auf den Markt gebracht, weil damit die hormongestützten Verhütungspräparate für Frauen überflüssig würden. Und mit denen verdient die Industrie ein vielfaches, denn Vasalgel muß nur alle zehn Jahre aufgefrischt werden und kann mit einem einfachen Eingriff wieder aufgehoben werden.

Was für ein merkwürdiges Männerbild

Was aber vor allem erstaunlich ist, ist diese merkwürdige Idee, dass Männer sich, nur weil sie die Möglichkeit haben auch »nein« zum Kind sagen zu können, nie mehr »Ja« einem Kind sagen würden. Natürlich würden sie das, sie müssten eigentlich nur – wie man das in einer gleichberechtigten Beziehung auf Augenhöhe auch erwarten würde – bei der Entscheidung als gleichberechtigte Partner ins Boot geholt werden.

Kinder sind ein großes Abenteuer. Ich habe selber zwei zum Abitur gebracht, und eine kleine Nachzüglerin entdeckt gerade die Welt. Aber Kinder sind auch eines der größten Armutsrisiken heute. Da sollte man sich schon vollen Herzens dafür entscheiden. Gemeinsam. Eine Frau hat die Möglichkeit aus voller Überzeugung »ja« zum Kind zu sagen, weil sie auch die Möglichkeit hätte, zum Kind »nein« zu sagen. Nur beim Mann soll dieses »Nein« nicht möglich sein? Wo kämen wir denn da hin, wenn er sich dagegen entscheiden könnte ihren Familienwunsch zu finanzieren? Wo kämen wir den hin wenn eine Frau alleine die Verantwortung trägt, für die Entscheidung die sie auch alleine fällt? Absurderweise scheint es kaum einer Feministin aufzufallen, dass sich HIER offensichtlich ein grandioser Unterschied zeigt, wie wir als Gesellschaft Männer und Frauen sehen: Männern als jene, denen man es zu muten kann die Verantwortung auch für Widrigkeiten des Lebens zu trage, während Frau immer ein Netz und einen doppelten Boden braucht? Wundert sich wer, wenn dann mehr Männer in Vorständen sitzen, wo es um sehr große Verantwortungen geht? Vielleicht sollte man sich mal gegen diese Genderrolle des Patriarchats zur Wehr setzen. Aber genau damit tun sich die Frauen, die diese Forderung für abwegig halten, offensichtlich schwer. Gleichberechtigung soll sich doch bitte auf den beruflichen Bereich beschränken. HIER hat der Staat bitte die Aufgabe jede biologische Benachteiligung mit Quoten und unterstützenden Maßnahmen verschwinden zu lassen. Aber doch nicht ein einem Bereich wo Frauen die Vormachtstellung haben: Im Familienrecht und in der Familienplanung.

Wenn eine Frau ein Kind austragen will, dann soll der Mann gefälligst einfach seine Pflicht akzeptieren. Das erlebt man bei jeder Diskussion um Gleichberechtigung im Sorge-, Unterhalts- oder Umgangsrecht. Das Wechselmodell oder das gemeinsame Sorgerecht gegen den Willen der Mutter geht ja gar nicht. Diese Frauen demonstrieren überdeutlich, dass das, was Feministinnen den Männern gerne vorwerfen (dass sie von ihren Privilegien nicht ablassen können), offensichtlich kein geschlechtsspezifisches Problem ist.

Frauen kämpfen um ihre Privilegien nicht weniger verbissen, und Gleichberechtigung wird plötzlich ein Thema, welches bei der Aufgabe ihrer Privilegien nichts zu suchen hat.

Entlastung für Familiengerichte

Dabei birgt die Möglichkeit auch »Nein« zu sagen, unglaublich viel Potential Familienrechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Es es gibt z.B. keinen Grund, jemandem der sich aus ebenso freien Stücken »Ja« zum Kind sagt, nicht von vornherein die gleichen Rechte bezüglich Sorge- und Umgangsrecht, oder Elternzeit zu geben, egal ob die Eltern verheiratet oder noch ein Paar sind.

Wohingegen eine Frau, die gegen den Wunsch ihres Sexpartners ein Kind austrägt, weiß, worauf sie sich einstellen kann. Sie wird alleine, für ihre Entscheidung das Kind auszutragen, verantwortlich sein. Sie wird keine Unterhaltsklagen führen müssen, ebenso wenig wie Sorgerechts- und Umgangsstreitigkeiten.

Natürlich ist es nicht einfach, allein für Kinder da zu sein und noch seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Das weiß ich als alleinerziehender Vater ohne Kindesunterhalt sehr gut, aber es ist schließlich die eigene Entscheidung, das zu tun, ebenso wie es meine eigene Entscheidung war, bei einer unterhaltsunfähigen Ex-Partnerin meine Kinder zu mir zu nehmen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb die meisten alleinerziehenden Väter so wenig über die mangelnde Unterhaltsmoral der Mütter lamentieren, weil sie wissen, dass es ihre Entscheidung war, sich dafür einzusetzen, dass ihre Kinder bei ihnen leben.

Letztendlich ist es auch eine absolut unfeministische Haltung, Männern dieses Recht zu verweigern. Wie es die feministische Anwältin Karen DeCrow ausdrückte, die von 1974 bis 1978 Präsidentin der »National Organization for Women« war:

“Wie es der Oberste Gerichtshof formulierte, haben Frauen das Recht zu entscheiden, ob sie Eltern sein wollen oder nicht. Männer sollten ebenfalls dieses Recht haben«

Sie bezeichnete es als die einzige logische feministische Haltung, die es geben könnte: In einen Brief an die Times schrieb sie 1982:

»Da Männer keine legalen Möglichkeiten haben einen Schwangerschaftsabbruch zu verhindern oder zu erzwingen, ist es nur gerecht, dass sie nicht für eine Entscheidung, welche die Frau alleine fällt, zu zahlen haben. Oder um es anders auszudrücken gleichberechtigte unabhängige Frauen, die ihre eigenen unabhängigen Entscheidungen über ihr Leben fällen, sollten nicht erwarten, dass Männer diese Entscheidungen finanzieren.«

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11 Antworten auf “Das gemeinsame Ja zum Kind”

  1. Ich finde die Schruppsche Lösung nicht so schlecht, dass die Mutter sich gegen eine weitere Beziehung zum Vater entscheiden und das Kind behalten kann – allerdings nur, wenn sie die Trennung vom Vater sofort nach der Geburt vollzieht. Diese Konstellation wäre meines Erachtens erstens selten und zweitens für den Vater eh sehr ungünstig. Denn wenn die Konflikte zwischen den Eltern schon von Beginn an so schwerwiegend sind, sollter der Vater froh sein, ganz aus der Sache raus zu sein. Wenn sich die Mutter zunächst aber darauf einlässt, das Kind gemeinsam mit dem Vater aufzuziehen, sollte der Anspruch auf alleinige Sorge nicht mehr möglich sein. Im Fall einer Trennung längere Zeit nach der Geburt müsste es eine faire, notfalls gerichtlich angeordnete Sorge-Regelung geben.

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    1. Besser als die jetzige wäre sie allemal, aber ich bin doch ein Freund der eigenen Verantwortung für seine Lebensentscheidungen. Vielleicht weil ich meine Kinder auch ohne Unterhalt alleinerziehend zum Abitur gebracht habe. Ohne Unterhalt und ohne Unterstützung, und mit wenig Verständnis vom Finanzamt, wenn ich wegen des Stresses mal mit meinen Erklärungen zu spät war.
      deshalb finde ich dieses austauschen Papa gegen Vater Staat nur suboptimal. Aber zur Frage, ob das nur wenige sind: Nach einer Reportage bei Deutschlandradio sind immerhin 50% der alleinerziehenden zur Geburts nicht mehr mit dem Vater zusammengewesen. Insofern sind das gar nicht so wenig, die sich dann auf diesem Weg die Auseinandersetzung mit dem Vater erspären würden.

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  2. Nein. Sowohl Vater wie auch Mutter sind zur Verantwortung zu ziehen, wenn eine neuer Mensch gezeugt wurde. Alternative sollten Möglichkeiten wie die anonyme Geburt geboten werden. Das würde Menschenleben retten und den Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht der Fraue (welches weniger schwer wiegt als das Lebensrecht des Ungeborenen) auf 9 Monate minimieren.

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    1. Ich glaube wenn Pro Life Anhänger sich genauso für das geborene wie das ungeborene Leben einsetzen würden, wäre die Welt ein wesentlich besserer Ort, und es wären wenigstens lebensfähige Wesen gerettet worden.
      Wir nutzen technische Errungenschaften um alle möglichen Dinge, mit denen uns die Biologie das selbstbestimmte Leben strittig machen will, abzumildern und zu verhindern, um weiter selbstbestimmt leben zu können, Warum sollten wir das nicht auch hier tun?
      Wegen einem Haufen Zellen der weit davon entfernt ist, als eigenständiger Körper überleben zu können?
      Letzendlich muss das jeder mit seinem eigenen Gewissen abmachen, und wer das für sich nicht in Frage kommen lassen will. Bitte sehr: dem steht es ebenso wie einem Zeugen Jehovas, den Segnungen der medizinischen Technik abzuschwören und katholisch enthaltsam zu leben, oder dafür zu sorgen, dass jede ungewollte Befruchtung ausgetragen wird.
      Ich bin da ja Tolerant.

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      1. Ich war auch mal so ein Zellhaufen, und wenn man den abgeschabt hätte, wäre ich heute tot. Dieser „Zellhaufen“ ist ein Mensch im frühen Entwicklungsstadium.

        Viele Menschen sind abhängig. Säuglinge bspw., das greift aber nicht ihr Lebensrecht an.

        Und ach ja: Ich bin dafür, dass ein Ungeborenes geboren wird, aber dann darf man das zum Verhungern aussetzen, total meine Haltung 😉

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        1. Tja, das Problem ist, wenn du als Zellhaufen abgeschabt worden wärest, hätte es aber nie ein bedauerndes Ich gegeben, welches sich diese Gedanken gemacht hätte. Das unterscheidet den Foetus sehr deutlich von einem frühgeborenen Baby.
          Da finde ich es wesentlich schlimmer, weil es sich da schon um ein lebendes und empfindendes Wesen handelt, wenn Kinder in extremer Armut aufwachsen, weil Pro Life Anhänger lieber vor Abtreibungskliniken demonstrieren, als noch mal ein paar Stunden zu arbeiten und sozial schwache Familien zu unterstützen. Ober wenn der ungewollte zwei Jährige von der partymachenden Mutter zu Hause vergessen wird, und am Teppich nagend verhungert. Man glaubt gar nicht wie oft sowas passiert. ich hatte mal in einem Artikel die Link zu „Mutter lässt Kind verhungern“ als Googlesuche hinterlegt, und jedesmal wenn ich den Linke interessehalber mal wieder aufrufe sind wieder neue Fälle in der Suchliste.
          Der Punkt ist, wenn man sich entscheidet den Zellhaufen bin zu einem Zustand zu bringen, wo er auch ohne Gebärmutter überleben kann, dann übernimmt man auch Verantwortung für ihn. bwz. da kann man die Verantwortungsübernahme einfordern und mangelnde Fürsorge bestrafen. Aber bei einem Zellhaufen?
          Wie gesagt ich werde hier sicherlich keine Pro Life Grundsatz-Debatte ausführen, vor allem weil diese auch immer auf jeweiliger Religiöser Ideologie basiert, der eine oder andere sich sicherlich überzeugt dass der liebe Gott die Seele bereits nach verschmelzung von Eizelle und Samen implantiert, wobei er dann ein echter mistkerl wäre, weil 30% der befruchteten Einzellen sich nicht einmal einnisten. Bei uns war es die 6 oder 7. Befruchtung bei der es mal geklappt hat (bis dahin hatte sich die Eizelle sicherlich auch schon fleißig geteilt), weil meine Frau mal ihre Schilddrüsenwerte mal hat überprüfen lassen.
          Bei Männern kann da auch durchaus noch die Angst vor dem Kontrollverlust mitspielen. Nach dem Motto: Scheiße da habe ich es endlich geschafft eine Frau zu schwängern und sie will es einfach wegmachen.
          Soll jeder halten wie er will. Als Mann muss man halt freundlich sein, wenn man Kinder groß ziehen will.
          Der Gesetzgeber hat hier nach langem hin und her eine einigermaßen vertretbare Lösung gefunden. In Schweden gibt man den Frauen noch 6 Wochen mehr Bedenkzeit. Danach fände ich es auch problematisch.

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