Falschbeschuldigung ist kein Kavalierinnendelikt

Warum die Instrumentalisierung von Gina Lisa Lohfink auch keine Lösung ist

TeamGinaLisa

Es ist faszinierend, wenn man sich die ganzen Diskussionen und Heldinnen-Glorifizierungen ansieht, welche jetzt im Fall Gina Lisa Lohfink verbreitet werden. Auf Anne Wizoreks »kleiner 3«-Webblog darf eine Teresa Kalmer das Rechtsverständnis einer zwölfjährigen zu Schau stellen, wenn sie schreibt »Obwohl sie ihre Vergewaltigung nachweisen kann, wird sie der Falschaussage bezichtigt und soll 24.000 Euro Strafe zahlen.« Statt dessen hätte man genausogut schreiben können, „obwohl die Beschuldigten die Einvernehmlichkeit des Sexes mit dem vollständigen Video beweisen könnten, wurde gegen sie der Prozess wegen Vergewaltigung geführt.“

Wenn man siebenundzwanzig Minuten auf drei »Hör Auf« und zwei »Nein« verkürzt, dann mag es so aussehen, als würde dieses Video irgendetwas beweisen, aber es ist übler Populismus so zu tun, als habe die Staatsanwaltschaft nur aufgrund dieses kleinen Ausschnitts entschieden, dass hier keine Vergewaltigung vorlag. Die Staatsanwältin wird in der Süddeutschen Zeitung wie folgt beschrieben: »Über die Juristin heißt es in Berliner Justizkreisen, dass sie Verbrechen an Frauen mit harter Hand verfolge. Als der Sohn von Uschi Glas 2015 zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, weil er eine Prostituierte getreten hatte, hatte sie ein Jahr Haft gefordert.« Selbst der Berliner Justizsenator Thomas Heilmann, schon lange vor der Causa Lohfink eine Verfechter der Leitspruches „Nein heißt nein“, verteidigt die Arbeit seiner Staatsanwälte „Die Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft Berlin sind nach dem Aktenstudium, das ich selber vorgenommen habe, das sehr umfangreich ist, nicht begründet“.

Jetzt so zu tun als würden sich hier alle zu Erfüllungsgehilfen des Patriarchats machen lassen, nur weil das Opfer Gina Lisa Lohfink heißt, sendet sicher schlimmere Signale für Vergewaltigungsopfer aus, als wenn die Staatsanwalt nach einem Freispruch der Angeklagen überprüft, ob hier eine Falschbeschuldigung vorliegt.

Mißbrauchsvorwürfe bei Sorgerechtsstreitigkeiten

Ein Blick auf die Missbrauchsvorwürfe bei Sorgerechtsstreitigkeiten zeigt, dass Tatenlosigkeit beim Missbrauch mit dem Missbrauch fatale Konsequenzen hat.

In 30-40% der Hochkonfliktfälle wird hier irgendwann ein Missbrauchsvorwurf – meist gegen den Vater – ins Spiel gebracht. Zu 95% erweist sich dieser als falsch. Jene Frauen, die den Missbrauchsvorwurf in der Vergangenheit bequem und weitgehend konsequenzfrei genutzt haben, um den Vater aus dem Leben ihrer Kinder zu entfernen, haben heute eine Situation geschaffen wo vielerorts Missbrauchsvorwürfen in Trennungssituationen pauschal nicht mehr geglaubt wird.

Ich persönlich kenne drei Trennungsväter, die sich im Laufe des Streites um das gemeinsame Sorgerecht oder Umgangserweiterungen plötzlich Missbrauchsvorwürfen ausgesetzt sahen, und der letzte dieser Trennungsväter, beschrieb die Reaktion von Jugendamt, Familienberatung und Familienrichterin einheitlich als »Die verdrehten die Augen und sagten zur Mutter ›DAMIT wollen sie jetzt nicht ernsthaft kommen, oder?‹«

Keine Frau hat es verdient, bei ihrer Vergewaltigungsanzeige so empfangen zu werden, ebenso wie es kein Kind, das wirklich unter einem pädophilen Vater zu leiden hat, so abgefertigt werden darf. Das letzteres aber momentan der Fall ist liegt nicht an ominösen Schutzlücken, sondern weil zahllose Frauen sich mit dieser äußerst perfiden Beschuldigung ihre Alimente gesichert oder an ihrem Ex-Partner gerächt haben.

Deshalb ist es auch absolut angebracht bei einem Freispruch eines angeklagten Vergewaltigers, der nicht nur auf »im Zweifel für den Angeklagten« basiert, automatisch zu ermitteln, ob eine mutwillige Falschbeschuldigung vorliegt. Alleine damit künftige Opfer sexueller Gewalt noch ernst genommen werden.

Ob Gina Lisa Lohnfink der Falschbeschuldigung schuldig ist, dass haben die Gerichte zu entscheiden und nicht irgendwelche Unterstützergruppen, die mit ihrem Unterstützer-Hashtag #TeamGinaLisa der Medienschlacht für den Freispruch eine sportliche Note verleihen wollen.

Wo war eigentlich das #TeamGinaLisa, als das #TeamHorstArnold benötigt wurde?

Einen kontroversen Einzelfall zu instrumentalisieren, um das Sexualstrafrecht soweit zu ändern, bis auch die paranoideste Interessenvertretung zufriedengestellt ist, ist leider keine Lösung. Wenn Frau Lohfink wirklich nur zum Filmen des Geschlechtsverkehrs »hör auf« und »nein« gesagt hat, dann sind die Typen mit denen sie da Sex hatte zwar trotzdem moralisch verachtenswürdige Idioten, aber Vergewaltiger sind sie nicht.

Was das Instrumentalisieren eines Einzelfalles so gefährlich macht, zeigt sich bei der Überlegung, wie es wohl gelaufen wäre, wenn ein fiktives #TeamHorstArnold ebenso populistische Propaganda betrieben hätte, um die Politik in blinden Aktionismus zu treiben. Horst Arnolds Leben wurde durch eine Vergewaltigungsanzeige ruiniert. 5 Jahre saß er im Gefängnis und durfte, selbst als die Falschbeschuldigung zehn Jahre nach seiner Verurteilung nachgewiesen wurde, nie wieder als Lehrer arbeiten. Wäre es da nicht angebracht, aufgrund dieses Unrechtsfalles, das Sexualstrafrecht zu ändern um Schutzlücken zu schließen? Man hätte nach diesem Fall ja durchaus fordern können, dass Vergewaltigungsopfer künftig erstmal wie Falschbeschuldigerinnen behandelt werden und ihre Anschuldigung stichhaltig zu beweisen haben, bevor der vermeintliche Täter in Haft genommen wird. Der Fall Kachelmann wäre damit vermutlich weniger katastrophal für den beruflichen Werdegang des damals angeklagten Wettermoderator verlaufen.

Trotzdem wäre so eine Änderung natürlich eine Katastrophe für jedes Opfer von sexueller Gewalt. Es ist eine durchaus positive Errungenschaft, dass es heutzutage offensichtlich egal ist, ob das vermeintliche Opfer zuvor jahrelang eine sexuelle Beziehung mit dem Täter geführt hat, oder ob es seinen Lebensunterhalt mit der Vermarktung seiner sekundären Geschlechtsmerkmale verdient.

Auch wenn das #TeamGinaLisa alle Welt glauben lassen möchte, dass dem nicht so ist, wäre Herr Kachelmann nämlich andernfalls nicht aufgrund der Aussage seiner Ex-Geliebten mit der gleichen Strenge verfolgt worden, als hätte ihn eine Überwachungskamera dabei gefilmt, wie er wildfremde Frauen im Parkhaus missbraucht hätte. Auch der Vergewaltigungsprozess von Gina Lisa Lohfink wäre nicht einmal zur Vorverhandlung gekommen, wenn man einer leichtbekleideten Dame, von der es bereits Geschlechtverkehrvideos im Internet gibt, bei Polizei und Staatsanwaltschaft heutzutage pauschal nicht glauben würde. Aber gerade damit so gutgläubig mit den Opfern von sexueller Gewalt umgegangen werden kann, müssen jene, die das Strafrecht instrumentalisieren wollen bitte auch bestraft werden.

Warum Anzeigen scheitern

Dem BUNDESVERBAND FRAUENBERATUNGSSTELLEN UND FRAUENNOTRUFE kann man durchaus keine maskulinischen Tendenzen unterstellen. Wenn man sich deren Broschüre »Streitsache Sexualdelikte« bis zu dem Punkt »Aktenanalyse Stuttgart« durchliest, dann sieht man dass die »schlechte« Verurteilungsquote, die immer wieder beklagt wird, nicht darauf basiert, dass heutzutage einfach alles abgebügelt wird, was bei der Polizei in Hinsicht auf die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung angezeigt wird. Ebenso wenig scheitern die Anzeigen daran, dass die Angeklagten im Prozess leichtfertig freigesprochen werden.

»Von 100 Anzeigen bleiben die meisten im Ermittlungsverfahren stecken und zwar aus folgenden Gründen:

(Täter) Nicht identifiziert: 20
Betroffene (Opfer) kooperiert nicht: 13
Falsche Anschuldigung: 3
Mangelnde Beweise: 14
Keine Beweise für sex. Übergriff: 20
Kein öffentliches Interesse: 3
Unbekannt: 4«

Aufgeteilt nach den unterschiedlichen Ermittlungsphasen sieht das dann so aus:

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69% der Verfahren werden also wegen »Mangelnder Beweislage«, »Mangelnder Kooperationsbereitschaft des Opfers«, »Rückzug der Anzeige« oder schlicht und einfach weil der Täter nicht ermittelt werden konnte eingestellt. 3% werden wegen erwiesener Falschbeschuldigung eingestellt, wobei nicht zu sagen ist, in wie vielen der Fällen, die wegen Mangel an Beweisen, mangelnder Kooperationsbereitschaft des Opfers oder Rückzug der Anzeige nicht verhandelt wurden auch eine Falschbeschuldigung zugrunde liegt. Von den Verfahren, die in der Hauptverhandlungen bearbeitet werden enden 85% mit einer Verurteilung.

Auch mit einer Verschärfung des Strafrechts wird sich die Verurteilungsquote nicht unbedingt verbessern, denn wie Thomas Fischer es auch in einer seiner letzten Zeit Online-Kolumnen zu diesem Thema (»Zum letzten Mal: Nein heißt Nein«) sagt: »Das bloße »Machen« eines Gesetzes löst weder Beweisfragen noch Dunkelzifferfragen noch Gerechtigkeitsfragen.«

Auch wenn das #TeamGinaLisa sich hier vielleicht diese Aushebelung von rechtsstaatlichen Prinzipien nach dem Motto »lieber ein weiterer Horst Arnold, als eine weitere Gina Lisa« wünscht: In einem Rechtsstaat, der die Zeugen nicht nach Geschlecht privilegiert, darf es so etwas nicht geben.

Auch ein »Nein« das im Schlafzimmer unter vier Augen geflüstert wird, wird man im Rechtsstaat beweisen müssen. Zur Aufnahme von weiteren Ermittlungen muss die Anzeige ein Mindestmaß an Plausibilität haben, denn eines zeigen die Fälle von Horst Arnold, Jörg Kachelmann und Dominique Strauss-Kahn und vieler andere: Allein eine Anzeige wegen Vergewaltigung kann – selbst bei einem Freispruch – die gesellschaftliche Existenz vernichten. Auch der Freispruch von Horst Arnold, knapp zehn Jahre nach der Falschbeschuldigung, hat ihn nicht wieder rehabilitiert. Seine Beziehung war zerstört. Er durfte nicht mehr als Lehrer arbeiten und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens als Hartz IV Empfänger. Von den 25€ die ihm der Staat für jeden Tag seines ungerechtfertigten Gefängnisaufhaltes an luxoriösem Schadensersatz zahlen sollte, hat er nie einen Cent gesehen.

Oder kennt noch jemand den Namen Andreas Türck? Am 23. März 2004 beurlaubte ihn ProSieben, als Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden, er habe eine Frau vergewaltigt. Zwei Monate später wurde ihm gekündigt. Damit war seine Medienkarriere zunächst beendet. Obwohl er bereits 2005 auf Antrag der Staatsanwaltschaft freigesprochen wurde, dauerte es 8 Jahre, bis er das nächste Mal als Moderator, beim wesentlich kleineren Sender Kabel 1, vor der Kamera stand.

Frauen wird heutzutage durchaus schneller geglaubt, als die Opferlegenden vom #TeamGinaLisa glauben lassen. Männer wie Abdullah F. und der namenlose Vater aus diesem Artikel sind allein aufgrund der Aussagen der vermeintlichen Opfer in Untersuchungshaft genommen worden. Beide haben sehr viel Glück gehabt, dass die Falschbeschuldigung ihrer Sexpartner sie nicht (in dem einen Fall für wenigstens für 5 Jahre) ins Gefängnis gebracht haben. Der eine hatte glücklicherweise heimlich einen, zwar unerlaubten aber letztendlich rettenden Videomitschnitt des einvernehmlichen Sexaktes und der andere konnte, als der Haftbefehl schon unterschrieben war, noch mit einer SMS des Opfers die Anschuldigung entkräften.

»Der Inhalt: »Hallo, können wir heute abend Sex machen?« Der Mann gab an, er sei zu seiner Freundin gegangen, um dieser Aufforderung nachzukommen. Nach dem Geschlechtsverkehr habe sie ihn aufgefordert, das Kondom nicht wie sonst in der Toilette, sondern im Mülleimer zu entsorgen. Am nächsten Morgen habe er die Wohnung der Freundin verlassen und sei wenig später bei der Arbeit von der Polizei überrascht worden. Die medizinische Untersuchung der Frau nach der angeblichen Tat bestätigte ihren Vorwurf nicht.«

Ralf Witte, Karl-Heinz Wulfhoorst, Herbert Becker hatten da weniger Glück

Nach der Erlebniswelt des #TeamGinaLisa sind die männlichen Opfer vermutlich die Bauernopfer, die man lieber unschuldig für ein paar Jahre ins Gefängnis steckt, als den per se guten Frauen nicht zu glauben, bzw. ihre Geschichten nach einem Freispruch des Täters in einem eigenen Verfahren auf eine mutwillige Falschaussage zu überprüfen.

Mir wurde in einer Diskussion zum Thema Falschbeschuldigung schon gesagt: »Wenn einem das Risiko angezeigt zu werden zu hoch ist, muss man es ja nicht machen. Besser man hat im Zweifel mal auf Sex verzichtet und ist dafür nicht zum Vergewaltiger geworden.« Denn die Idee dass man aufgrund einer Falschanschuldigung nicht zum Vergewaltiger wird, scheint diesen Frauen zu absurd zu sein. Dabei gibt es keinen Grund davon auszugehen, dass Frauen seltener zu selbstsüchtigen, psychotischen Verhalten neigen, als Männer.

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Die Legende von der Vergewaltigungskultur

Ca. 6 % der Bevölkerung weisen nach einer amerikanischen Studie während ihres Lebens Symptome der Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS) auf (mit einem statisch eher unbedeutend höheren Ausschlag zum weiblichen Geschlecht). Im Alter bis 29 sind es sogar noch 9%.Wenn als Sie also in jungen Jahren unabhängig vom Geschlecht mit zehn verschieden Menschen Sex haben, stehen ihre Chancen nicht schlecht, dass sie auf jemanden, treffen, der folgende Verhaltensmuster aufweist: »Instabile Gefühle, (Selbst)-Aggression, Überempfindlichkeit gegenüber möglichen Bedrohungen, geringen Erfolg bei Verständigung nach Konflikten, häufige Missverständnisse und Vermischung von Selbst- und Fremdeinschätzung«.

Desweiteren schätzt die amerikanische Psychologenbibel DSM-IV, das drei Prozent der Männer und ein Prozent der Frauen, an dissozialer oder antisozialen Persönlichkeitsstörung leiden, Sie machen immerhin 75% der Gefängsnisinsassen aus. Der ICD-10 beschreibt sie wie folgt: „Eine Persönlichkeitsstörung, die durch eine Missachtung sozialer Verpflichtungen und herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere gekennzeichnet ist. Zwischen dem Verhalten und den herrschenden sozialen Normen besteht eine erhebliche Diskrepanz. Das Verhalten erscheint durch nachteilige Erlebnisse, einschließlich Bestrafung, nicht änderungsfähig. Es besteht eine geringe Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges Verhalten, eine Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für das Verhalten anzubieten, durch das der betreffende Patient in einen Konflikt mit der Gesellschaft geraten ist.“

Unter Frauen gibt es nicht ausschließlich schützenswerte Opfer. Ebenso wie es unter Männern nur weiße Ritter gibt.

Arschlochhaftigeit ist kein Geschlechtsmerkmal

Wenn wir nicht darauf hinarbeiten wollen, eine huxleysche »Schöne neue Welt«-Dystopie zu kreieren, welche allen Menschen nach einer Reagenzglasbefruchtung eine Einheitssozialisation überstülpt (was unserem Gefühl von Freiheit, Familie und persönlicher Selbstentfaltung zutiefst widerspräche), dann wird es leider immer einem gewissen Anteil sogenannter antisozialer Persönlichkeiten bei beiden Geschlechtern geben. In unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung, wo Kinderkriegen auch ohne Befähigungsnachweis und finanzieller Leistungsfähigkeit möglich ist, und sich mehr Menschen Gedanken um den Schutz des ungeborenen, als des geborenen Lebens machen, werden sich Menschen mit Borderline oder dissozialer Persönlichkeitsstörung kaum vermeiden lassen. Und es ist wahrscheinlich, dass jeder in seinem Leben irgendwann einmal mit so jemandem zu tun bekommt. Hoffen sie einfach, dass es nicht in einer Intimbeziehung ist, aber damit ihr ihr Leben negativ von diesen Menschen beeinflusst wird, müssen sie, wie die Fälle von Horst Arnold, Ralf Witte und Herbert Becker zeigen, nicht einmal Sex mit denen gehabt haben. Ebensowenig, wie Sie solche Menschen despektierlich behandeln müssen, damit diese ihnen gegenüber übergriffig werden.

Nicht jeder Mensch mit diesen Persönlichkeitsstörungen fällt im Alltag sofort auf. Einige sind sogar sehr erfolgreich als Investmentbanker oder Führungskraft unterwegs. Die Frauenbeauftragte, die im Fall Arnold, dass vermeintliche Opfer Heidi Külzer im Vergewaltigungsprozess massiv unterstützt hat, hat erst Jahre später ihren Fehler erkannt und mit Hilfe ihres Bruders für Gerechtigkeit gesorgt.

Der Gesetzgeber ist allerdings gefordert Opfer beider Geschlechter vor diesen Personen zu schützen, bzw. diese wenigstens wenigstens anschließend zur Rechenschaft zu ziehen.

Aber wenn die Arschlochhaftigkeit nicht auch nur ansatzweise als Geschlechtsmerkmal nachgewiesen werden konnte, dürfen in der Öffentlichkeit die männlichen Negativfälle gnadenlos pauschalisiert werden, während die Erwähnung der weiblichen Negativfälle als Victim Blaming oder Zeichen einer Vergewaltigungskultur aus dem öffentlichen Bewustsein getilgt werden sollen. Das kennen wir auch aus dem Familienrecht, wo unterhaltspflichtige Väter jedes Jahr durch die Presse getrieben werden, wenn man mal wieder feststellt, dass Alleinerziehen zu mindestens kein wirtschaftliches Erfolgsmodell ist. Über unterhaltspflichtige Mütter, deren Zahlungsmoral deutlich schlechter ist, verliert man aber kein Wort, und es interessiert auch nicht, wie viele der nicht zahlenden Väter von den Müttern aus dem Leben der Kinder entfernt wurden oder schlichtweg zahlungsunfähig sind.

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Als Michael Gwosdz von den Hamburger Grünen im Rahmen der Kölner Sylvesterübergriffe veranlasst sah zu konstatieren »Als Mann weiß ich, jeder noch zu gut erzogene und tolerante Mann ist ein potentieller Vergewaltiger.« Da hat sich vielleicht die eine oder andere Zeitung über diese Pasuchalveruteilung der Männer beklagt, aber konsequenzen hatte das irgendwoe nicht. Stellen Sie sich mal vor, was passiert wäre wenn eine Sprecherin des Familienministeriums, z.B. sich zum Beispiel zum Fall Kachelmann in dieser Form negativ über Frauen geäußert hätte: »Als Frau weiß ich, jede noch so gut erzogene und aufgeschlossene Frau ist eine potentielle Falschbeschuldigerin.« Was glauben sie, wie lange sich die gute Frau nach dieser Aussage noch im Amt halten würde.

Die Aussagen sind vom reinen Wahrheitsgehalt identisch. »Potentiell« bedeutet schließlich nicht anderes als »…der Anlage, Möglichkeit nach…« Und wer bezweifelt, dass eine Frau potentiell in der Lage ist aus Rache oder zur Vorteilsgewinnung zu Lügen, der wird vermutlich auch nicht glauben, dass alle Männer einen funktionsfähigen Penis haben, und kräftig genug sind, sich über den Willen der Frau hinwegzusetzen.

Natürlich gibt es böse Männer, ebenso wie es böse Frauen gibt, Aber sie sind zum Glück bei beiden Geschlechtern die Ausnahme und eine Gesellschaft die davon ausgeht, dass das Böse nur auf ein Geschlecht projiziert werden kann, auch wenn heute die meisten Männer heutzutage von Frauen erzogen wurden, ist nicht feministisch, sondern zutiefst sexistisch.

Mythos Victim Blaming

Wenn man allerdings auf die Idee kommt, Tipps zu geben, wie das Risiko vermindert werden kann, ein Opfer zu werden, so wird man, sobald es um die Frage der Vergewaltigung geht sofort mit dem Vorwurf des Victim Blamings (der Opferbeschuldigung) überschüttet. Dabei ist es selbst mit den strengsten Gesetzen kaum zu vermeiden, alle Bürger vor Ungemach und Schaden zu schützen. Gerade wegen der Menschen mit o.g. Persönlichkeitsstörungen. So vehement die Eigenverantwortung bei der Risikovermeidung zu verneinen, wie die #Ausnahmslos-Anhänger in ihrem Manifest tun, kann eigentlich nur als dämlich oder grenzenlos naiv bezeichnet werden:

»Alle Menschen sollen sich von klein auf, unabhängig von ihrer Ethnie, sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität, Religion oder Lebensweise, sicher fühlen und vor verbalen und körperlichen Übergriffen geschützt sein: egal ob auf der Straße, zu Hause, bei der Arbeit oder im Internet. Ausnahmslos.«

Dass man damit überhaupt ein Presseecho erzeugen kann, sprich nicht gerade für unseren Qualitätsjournalismus.

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Gerade bei dem »von klein auf« frage ich mich ernsthaft, ob der Vater Heiko Maas seinen Kindern das Gleiche sagt, wie der Justizminister Heiko Maas der Bevölkerung. Würde er seinen Satz »Nicht Frauen tragen Verantwortung, sondern Täter« bei seinen Kindern wirklich so umformulieren: »Hey, es ist okay, wenn ihr von fremden Menschen Bonbons annehmt und mit zu denen nach Hause geht, weil die euch Spielzeug versprechen, denn nicht ihr, sondern die sind Schuld, wenn euch dabei was passiert«? Klar kann man das so vertreten. Das Problem ist nur, es hilft den Kindern nicht, selbst wenn im Gesetz alle Schutzlücken geschlossen sind, um sicher zu stellen, dass die Täter später verurteilt werden. Besser wäre es trötzdem die kleinen gleich so zu erziehen, dass ihnen das Erlebnis möglichst erspart bleibt, auch wenn sie ohne Leine durch die Welt laufen.

Aber bevor man nach der Logik der #Ausnahmslos-Anhänger »Victim Blaming« betreibt, lässt man seine Kinder halt machen, was sie wollen und heult rum, dass sich nicht alle bösen Menschen dieser Welt an die Gesetze des Staates halten wollten.

Es ist schon eine ziemlich alberne Unterstellung, dass Ratschläge, wie man unangenehme Situationen vermeiden kann, etwas mit Schuldzuweisung zu tun hat. Schuld hat natürlich immer der Täter, aber das würde wohl auch kein Vater bestreiten, der seiner Tochter rät »Pass auf wie viel du verträgst«. Trotzdem will er verhindern, dass seine Tochter ein traumatisierendes Erlebnis hat, weil sie zur Bewusstlosigkeit betrunken in einer dunklen Gasse leider nicht vom scheinenden Ritter in weißer Wehr gefunden wird, sondern leider von einem der 2% aller Personen, die sich leider einen Scheißdreck darum kümmern, wie viele Schutzlücken der Gesetzgeber geschlossen hat. Dabei ist es auch egal, ob 95% der Männer die sexuelle Selbstbestimmung der Frauen für ein hohes Gut hält, wenn  5% auf diesen gesellschaftlichen Standard scheißen.

Natürlich können kleine Kindern auch sagen: »Erzählt mir nicht, dass ich an der Ampel schauen soll ob die Autos auch wirklich halten, sagt einfach den Autofahrern, dass sie sich entsprechend der StVO verkehrsgerecht zu verhalten haben.« Letztendlich ist es aber sinnvoller, an die Eigenverantwortung zu erinnern, um selber die Gefahr zu minimieren einen Unfall zu vermeiden. Die Konsequenzen, wenn man sich einfach nur auf die »Schuldfrage« im Schadensfall konzentriert, hilft dem Kind leider nicht wirklich, wenn es den Rest der Tage im Rollstuhl sitzen muss. Egal, wie viele Schutzlücken die Straßenverkehrsordnung geschlossen hat.

Es geht bei solchen Tipps, wie jenem – zugegebenermaßen etwas naiven – mit dem sich die Kölner Bürgermeisterin Henriette Reker ihren eigenen Hashtag verdient hat, nicht darum Schuld zuzuweisen, sondern an die eigenen Möglichkeiten zu erinnern, wie man verhindern kann, Opfer zu werden. Wenn ich in Menschenmassen unterwegs bin, sorge ich nach Möglichkeit auch dafür eine Armlänge Abstand zu Wildfremden, weil ich nämlich verhindern will, dass man mir in dem Gewühl die Brieftasche klaut.

Nach der Logik der #Ausnahmslos-Fraktion würde ich das Recht für mich einfordern, mit weit offener Handtasche beim Weihnachtseinkauf herumzurennen. Wenn mir dann das Portemonnaie aus der Handtasche geklaut wird, und mich der Polizeibeamte fragt, warum ich die Handtasche denn gerade im Weihnachtsgedränge so weit offen gehabt, wo jeder weiß, dass da doch auch Taschendiebe unterwegs sind, schnauze ich den Beamten an, was dieses Victim Blaming soll und jammere etwas von einer Taschendiebkultur herum. Dabei hat das eine nichts mit dem anderen zu tun. Auch wenn man es dem Dieb einfach gemacht hat wird er verurteilt. Allerdings wird er sich hier vielleicht darauf hinausreden wollen, dass das Portemonnaie aus der Handtasche gefallen ist und er es nur aufgehoben und behalten hat. Und plötzlich wird er nur wegen Unterschlagung einer Fundsache verurteilt, weil ich ihm natürlich nicht zweifelsfrei beweisen kann, dass er das Portemonnaie gegen meinen Willen entfernt hat.

Wer also fordert, dass Vergewaltigung eine Straftat wie jede andere sein soll, übersieht, dass sie anderen Straftaten in der Frage der Beweislast leider den anderen in nichts nachsteht, nur dass einer Vergewaltigung, zu knapp 70% in privaten Räumen geschieht. Mangels Zeugen sind die Taten, wenn es keine eindeutigen Anzeichen von Gegenwehr in Form von Verletzungen gibt, halt noch schwerer zu beweisen.

Deshalb ist die »Victim Blaming«-Leier oft so unsinnig. Was die #Ausnahmslos-Unterzeichner offensichtlich einfach nicht wahrhaben wollen ist, dass es nicht mit Toleranz gegenüber der Straftat zu tun hat, anzuerkennen, dass es Menschen mit dissozialen Persönlichkeitsstrukturen gibt, die sich nicht um Gesetze oder moralische Verhaltensmaßregeln des zwischenmenschlichen Zusammenlebens kümmern. Hinweise, wie man sein Opferrisiko minimieren kann, haben nichts damit zu tun hat, Opfer zum Täter umzudeuten. Man möchte, dass seine Kinder gar nicht zu schaden kommen, und sich nicht darauf ausruhen, dass der Täter im Falle des Falles mit großer Wahrscheinlichkeit verurteilt wird.

Die Menschen, die so etwas tun sind trotzdem in der Minderheit und es hat nichts mit einer ominösen Vergewaltigungs- oder Gewaltkultur zu tun, wenn diese Menschen trotz aller Gesetzesänderungen vergewaltigen oder auf dem Bahnsteig harmlose Männer verprügeln.

Es werden auch nicht mehr Täter, indem man in den Statistiken fehlgeleitete Flirtversuche einfach als Vergewaltigung subsumiert, wie bei jener ominösen Studie, die gerne herangezogen wird, wenn man behaupten möchte, dass jede 4. Studentin in Amerika sexuelle Gewalt erfährt, oder das jeder 5. Mann gesteht in einer Beziehung bereits gewalttätig geworden zu sein.

Wenn ich künftig ein Rempeln in der U-Bahn als Körperverletzung werte, erreiche ich nur eins: Dass sich die „Dunkelziffer“ erhört, weil nicht jeder so blöd ist, deswegen einen Rempler anzuzeigen, egal was im Gesetz steht. Ebenso wie die meisten Frauen in der Lage sind, einem Mann der ihre Freundlichkeit als Flirtversuch überinterpretiert (Was nach Unnuetzes.com schon mal 89% aller Männer passiert ist) selber in die Schranken zu weisen, ohne #Aufschrei oder Vergewaltigung zu rufen.

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Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung findet Sexuelle Übergriffe deshalb trotzdem nicht konsensfähig, was sich schon an den Konsequenzen zeigt, welche alleine die Verhaftung von Beschuldigten hat, egal ob sie später frei gesprochen werden. In einer Vergewaltigungs-Kultur müsste ein Herr Kachelmann ein Pop-Star sein, der, nach seinem rauswurf bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern, gleich ein großes Angebot von einem Privatsender hätte bekommen müssen. Wenn wir „die Vergewaltigungskultur“ lediglich an der Tasache festmachen, dass immernoch einige Menschen diese Verbrechen begehen, dann würden wir auch in einer Mord- und Taschendiebkultur leben, geschweige denn von einer Einbruchs- oder Volksverhetzungskultur.

Feministische Vergewaltigungsmythen

Leider ist es – entgegen von feministischen Vergewaltigungsmythen – gerade bei bei dieser Verbrechensart so, dass alleine die Anzeige, bzw. Untersuchungshaft so weitreichende Konsequenzen hat, dass über die Aussage des Opfers hinaus leider Gewissheit geschaffen werden muss, bevor ein Verfahren eingeleitet wird, auch wenn  Falschbeschuldigung scheint in der Welt der Feministinnen ein ganz absurdes Gedankenkonstrukt zu sein. Wenn es passiert, dann ist der Mann selber schuld. Hätte er halt einfach mal auf den Sex verzichten sollen.

Wenn man heutzutage mit dieser Art von Victim-Blaming einem Vergewaltigungsopfer entgegenträte, gilt man heute gesellschaftlich zurecht als Idiot. So etwas darf man sich heute offensichtlich nur gegenüber Männern herausnehmen.

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Auch wenn es nicht nett ist, aber eigentlich kann man diesen Frauen nur wünschen, dass sie irgendwann einmal einen Sohn haben werden, der zum nächsten Paul Nungesser wird, denn dann würden sie vielleicht mal merken, welche Konsequenzen ihre einseitige Parteinahme für ein Geschlecht haben kann, wenn sie Fälle wie Horst Arnold für notwendige Bauernopfer halten, und schon die Anklage wegen Falschbeschuldigung für ein ganz schlechtes Signal für künftige Vergewaltigungsopfer halten.

Paul Nungessers Zukunft wurde auch ohne Prozess oder wirklichen Beweis zerstört. Denn eine Falschbeschuldigung wegen Vergewaltigung ist halt doch etwas anderes, als eine Falschbeschuldigung wegen Ladendiebstahls.

Erstaunlicherweise ist seine Mutter auch überzeugte Feministin ist. Laut der Wochenzeitung „Die Zeit“ Sie ist als »Journalistin für [das Magazin] des deutschen Frauenrats tätig. Sie ist Mitgründerin des feministischen Blogs Weibblick und schreibt über Gender-Themen.«

Eigentlich sollte man erwarten, dass sie ihrem Sohn Respekt vor Frauen beigebracht hat.

Paul Nungesser hatte eine Affäre mit Emma Sulkowicz, ein paar Mal Sex und einige Monate nach dem letzten Sex hat Emma ihn wegen Vergewaltigung angezeigt. Es gab keinen Beweis. Der Klassiker: Aussage gegen Aussage. »Am 29. August 2012, also zwei Tage nach der angeblichen Vergewaltigung, schreibt sie, sie wolle Paul sehen: ›Wir haben schon lange keine Paul-Emma-Chill-session gehabt.‹ am 4. Oktober folgt: ›I love you Paul. Where are you!?!?!?!?!‹« Wochen nach der vermeintlichen Tat also. Emma bestätigt sogar die Echtheit der Nachrichten. Erklären mag sie sie aber nicht.

Wenn die Pauls Mutter hört, dass ein Kunstprofessor von der Kraft von Emmas Matratzen-Performance »Carry The Weight« schwärmt, mit der Emma auf einen Schlag zum Popstar des Rape Culture-Hypes wurde, »dann wird sie rot vor Wut. ›da schaffen sich ein paar hochprivilegierte Frauen eine eigene Gerichtsbarkeit. Für mich hat Feminismus etwas mit sozialer Gerechtigkeit zu tun.‹«

Zwar sprach ihn die Columbia University frei, die Staatsanwaltschaft ließ Emmas Anzeige fallen, aber ein Paar Monate nach seinem Freispruch tauchen Flyer auf, in denen Paul als ›Serienvergewaltiger‹ bezeichnet wird. Sein Anwalt sagt:

»Emma lügt. Sie tarnt ihre Attacken auf Paul als Kampf für die gute Sache… Dürften wir beide mit dem Schild ›Emma Sulkowicz ist eine Hure‹ auf dem Campus stehen? Natürlich nicht. Aber Emma darf Kundgebungen abhalten. Die Columbia ist ihr Komplize.«

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Emma Sulcowitz wurde inzwischen mit dem „Woman of Courage“-Award der National Organization for Women ausgezeichnet. Es wird dafür nicht einmal erwartet, dass sie erklärt, warum sie nach der vermeintlichen Tat dem vermeintlichen Vergewaltiger noch Liebesbotschaften schickt, warum es keine Verletzungen gab (die nach ihrer Beschreibung hätten vorhanden sein müssten), die Abwesenheit von Ohrenzeugen, die ihre »lautstarken Hilfeschreie« im hellhörigen Studentenwohnheim eigentlich hätten hören müssen, und die komplette Abwesenheit von Verhaltensänderungen nach der vermeintlichen Tat. Alles egal. Sie braucht keine Beweise um Paul Nungessers Zukunft zu ruinieren.

Statt dessen drohte sie lieber dem Magazin Newsweek mit einer Klage, als dieses ankündigte einen kritischen Bericht zu ihrem Fall zu schreiben. Zum Glück war ihre Drohung erfolglos. Und so berichtet der Artikel von 90 Studenten, die mittlwerweile ihre Hochschule wegen ähnlicher Vorfälle verklagt haben.

Wenn so eine Vergewaltigungskultur aussieht: Halleluja!

Wer der Meinung ist „Paul ja nur ein privilegierter weißer Mann, der im Dienste einer großen Sache geopfert wird“, der solle sich eines bewusst machen: Auch diese Männer haben  Mütter, Schwestern oder Frauen. und wer einen Eindruck haben möchte, wie sich diese dabei fühlen, der kann ja mal einen Blick auf die Mutter von Horst Arnold werfen, wie sie ihr Erleben bei Markus Lanz beschreibt.

Wenn ich mir überlege, welche Ratschläge man heute einem Sohn mit ins Leben geben könnte, um so ein Schicksal zu vermeiden, dann muss ich feststellen, dass man da leider, weit weniger praktikable Ratschläge hätte, als jene, mit denen man nach feministischer Logik bei seiner Tochter zum Victim Blamer wird.

»Verzichte auf Sex«? Das sollte man sich mal trauen einer Frau raten.

»Tut nie etwas gegen den Willen einer Frau«? Zählt Schlussmachen auch dazu? Und vor allem glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Frauen Männer attraktiv finden, die zu allem Ja und Amen sagen?

»Mach einen großen Bogen um Frauen, die von ihren Eltern nie gelernt haben, dass auch sie ein Nein akzeptieren müssen«? Wenn man dass mal bloß so schnell heraus bekäme.

Der einzige Tipp, den man eigentlich sinnvoll geben kann, ist: Mach es so wie Abdullah F. und mache künftig Aufzeichnungen von all deinen sexuellen Begegnungen mit Frauen. Im Zweifelsfall hilft zu mindestens eine App wie der Schlafrecorder auf dem Handy, der eigentlich aufzeichnen soll, falls man im Schlaf spricht. Im Idealfall nimmt der nämlich auch den Kontext auf, wenn dein Sexpartner sagt »hör auf« so dass man erkennen kann ob er dabei eigentlich nur meint, dass du du beim Penetrieren nicht an den Zehennägeln herumpulen sollst. Aber ganz ehrlich in so einer Kultur des Mißtrauen ist es ohnehin vermutlich besser auf Sex zu verzichten.

Es war schon bezeichnend, dass Gina Lisa und ihre Anwälte lieber empört den Gerichtssaal verließen, bevor dieses Beweismaterial während des aktuellen Verfahrens noch einmal vollständig gezeigt wurde. Wenn die Beweiskraft des Videos so eindeutig ist, wie #teamginalisa uns glauben lassen will, dann wäre doch damit alles zu klären gewesen. Statt dessen verlässt man lieber die Verhandlung und inszeniert sich als Opfer der Justiz.

P.S.: Über zwei Dinge braucht man in diesem Fall eigentlich nicht zu diskutieren, denn da stimmen auch die meisten Männer, die ich kenne vollständig zu::

  1. Die Typen mit denen Gina Lisa da auf dem Video zu sehen ist waren echte Arschlöcher. Einen C-Promi beim Sex zu filmen, weil sie sich erhoffen damit ein deutsches „One Night in Paris“ (das veröffentlichte Privatvideo von Paris Hilton) zu veröffentlichen und damit Ruhm und Reichtum zu erlangen, ohne die Zustimmung der weiblichen Beteiligten zu haben, ist mies. Aber dafür wurden sie verurteilt, auch wenn ich persönlich finde, dass die Strafe dafür durchaus etwas höher hätte ausfallen können.
  2. „Nein heißt nein“ Wenn ein Partner, von mir aus auch mitten im sich anbahnenden Geschlechtsverkehr „Nein“ zum Sex sagt, und der Geschlechtsakt trotzdem erzwungen wird, dann gehört derjenige Bestraft. Das vertritt – wie gesagt – auch der Berliner Justizsenator Heilmann, der sich aber ganz klar hinter die Ermittlungsarbeit seiner Staatsanwälte gestellt hat. Das Problem im Fall Gina Lisa Lohfink ist das gleiche wie im Fall „Schmähgedicht“ von Jan Böhmermann: Es kommt nunmal auf den Kontext an, in dem „Nein“, „Hör auf“ oder „Ziegenficker“ gesagt wird.
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3 Antworten auf “Falschbeschuldigung ist kein Kavalierinnendelikt”

  1. wenn eine frau künftig „nein!“ sagt, heisst das auch „nein!“
    auch wenn die frau geistig unterentwickelt scheint, sie oft halb nackt durch die strassen schlendert, du sie aus pornofilmen kennst, ihre schönheit nicht mehr erkennbar ist, sie dich an eine schlampe, nutte oder hure erinnert, sie auf dich wie eine alte geile schabracke wirkt, du ihren sexuellen notstand spürst, oder du die frau nur total besoffen kennst. ebenso gilt dies alles auch für deine ehefrau oder lebensgefährtin, auch wenn diese nach dem „nein!“ eingeschlafen ist. nein heisst immer nein!

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