Potentielle Entschuldigung

Michael Gwosdz hat ja mittlerweile noch einmal Stellung zur Berichterstattung im Abendblatt genommen.

Michael Gwosdz, unser stellvertretender Landesvorsitzender, hat heute noch einmal Stellung zur Berichterstattung im…

Posted by GRÜNE Hamburg on Samstag, 9. Januar 2016

»Und es tut mir leid, wenn Männer sich durch meine Aussage persönlich angegriffen fühlen. Jeder Täter trägt seine eigene Verantwortung und ist für seine Taten zu bestrafen.«

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»Genauso richtig ist, dass die große Mehrheit der Männer – egal woher sie kommen – Frauen keine sexuelle Gewalt antun wollen. Es war nicht der Sinn meiner Aussage, das in Zweifel zu ziehen, und ich bedaure, wenn es so verstanden wurde.«

Das ist natürlich eine schöne Politikeraussage: Nicht dass Herr Gwosdz eine Aussage gemacht hat, die danach schreit, dass man sie als persönlichen Angriff versteht, ist das Problem, sondern dass die Männer sich persönlich angegriffen fühlen tut ihm leid. Nicht dass er sich missverständlich formuliert hat, sonder das man seine ansonsten Einwandfreie Aussage falsch verstanden hat.

Wie mein Freund Werner Kretscher es so schon sagte:

„Es tut mir leid, wenn Frauen sich belästigt fühlen.

Frauen würden das glaube ich Victim Blaming nennen, denn das Gefühl der Frau ist in diesem Fall an der Sexismusdebatte schuld und nicht die Aktion der Männer.

Aber in diesem Sinne möchte dann doch auf jeden Fall zu meinem Beitrag „Potentielle Vergewaltiger“ Stellung nehmen bevor es hier zu Missverständnissen kommt):

„Es tut mir leid, wenn sich Mitglieder der Grünen Hamburg durch meinen satirischen Entwurf für ein künftiges grünes Wahlplakat persönlich angegriffen fühlen. Jeder Täter trägt seine eigene Verantwortung und ist für seine Taten zu bestrafen. Natürlich bezweifle ich nicht die große Mehrheit der Mitglieder der Grünen (Bei dieser kleinen Teilgruppe aller Männer möchte ich sogar sagen „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“) – egal woher sie kommen – Frauen keine sexuelle Gewalt antun wollen. Es war nicht der Sinn des Posterentwurfes, das in Zweifel zu ziehen, und ich bedaure, wenn es so verstanden wurde.“

Nebenbei bemerkt: Wenn ich mich zu der Aussage: »Jede Frau ist eine potentielle Falschbeschuldigerin« in folgender Form entschuldigen würde:

»Und es tut mir leid, wenn Frauen sich durch meine Aussage persönlich angegriffen fühlen. Jede Täterin trägt Ihre eigene Verantwortung und ist für ihre Taten zu bestrafen.«

»Genauso richtig ist, dass die große Mehrheit der Frauen – egal woher sie kommen – Männer niemals Unberechtigt der Vergewaltigung bezichtigen würden. Es war nicht der Sinn meiner Aussage, das in Zweifel zu ziehen, und ich bedaure, wenn es so verstanden wurde.«

Ich mag nicht glauben, dass Frauen mir dann meine dumme Behauptung nachsehen würden.

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4 Antworten auf “Potentielle Entschuldigung”

  1. Wenn man die Substitution Mann Frau macht, dann kann man das sogar noch härter formulieren, wodurch noch prägnanter rüberkommen sollte warum das Originalzitat von Gwosdz so derart beleidigend und verleumderisch war:

    „Als Frau weiss ich, jede noch so gut erzogene und liebevolle Frau ist eine potentielle Kindsmörderin. Auch ich. Wir Frauen müssen uns dessen bewusst sein, nur dann sind wir auch in der Lage, erkennen zu können wann Kindesmisshandlung beginnt. Wer das nicht für sich selbst erkennt wird mit dem Erkennen von Grenzen Schwierigkeiten haben.“

    Und dann die „Entschuldigung“:

    „Und es tut mir leid, wenn Frauen sich durch meine Aussage persönlich angegriffen fühlen. Jede Täterin trägt Ihre eigene Verantwortung und ist für ihre Taten zu bestrafen.“

    „Genauso richtig ist, dass die große Mehrheit der Frauen – egal woher sie kommen – ihren Kindern niemals etwas antun würde. Es war nicht der Sinn meiner Aussage, das in Zweifel zu ziehen, und ich bedaure, wenn es so verstanden wurde.“

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