Wer braucht Feminismus?

werbrauchtDie Frage „Wer Braucht Feminismus?“ welche die grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung auf ihrer gleichnamigen Webseite stellt, ist natürlich rein rhetorischer Natur. Keiner möchte die ehrliche Antwort dort lesen, welche „Niemand“ lauten müsste (zumindest, wenn man die Definition des Dudens zur Grundlage nimmt). Aber die Initiatoren dieser Seite sind wenigstens so ehrlich, dass sie ihre Wunschantwort gleich vorgeben:

„Wir denken: jeder Mensch. Ziel unser Kampagne ist, den Begriff Feminismus mit Inhalten zu füllen und ihm ein Gesicht zu geben. Wir möchten alle ermuntern, eine eigene Definition von Feminismus zu entwickeln und mit uns zu teilen.“

Die „Women against Feminism“ sind da wesentlich ehrlicher bei der Auswahl ihres Seitentitels. Bei ihnen weiß man sofort worum es geht, aber soviel Ehrlichkeit trauen sich die Macher offensichtlich nicht zu. Ein weniger heuchlerischer Titel wie „Warum schaffen Frauen das auch nach 40 Jahren nicht alleine?“ wäre viel ehrlicher gewesen, aber ich bezweifle, dass sie damit viele Leute auf ihre Seite gelockt hätten. Was besonders lustig ist, ist die Aufforderung, dass jeder seine eigene Definition von Feminismus entwickeln soll. Gerade damit hat sich der Feminismus in der Vergangenheit ja besonders angreifbar gemacht. Oder weswegen wurde in jeder kritischen Diskussion zu diesem Thema immer erst mal auf die Wörterbuchdefinition verwiesen?Sperm01Letztendlich ist es erschreckend, dass Frauen immer noch mit soviel Leidenschaft als verantwortungsunfähige Wesen diskreditiert werden. FeministInnen scheinen zu glauben, dass Frauen nichts auf die Reihe bekommen, wenn Mutti Feminismus ihnen nicht den Hintern hinterher trägt. Eigentlich sollte jeder vernunftbegabte Mensch heutzutage dem alten Nietzsche zustimmen, wenn er in „Also sprach Zarathustra“ sagt, dass ‚beim Weibe kein Ding unmöglich ist‘. Trotzdem scheint Frau sie für unfähig zu halten, selber zu entscheiden, ob sie eine Karriere im Vorstand oder eine sinnvolle Work-Life-Balance reizvoller empfinden. Oder gibt es einen anderen Grund, warum FeministInnen glauben, eine Dauerunterstützung der Frauen zu benötigen, damit diese endlich mal verstehen, was der Kapitalismus von ihnen erwartet? Vermutlich können sich die sexistischen Initiatoren der Heinrich-Böll-Stiftung beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Bewegung wie „Women against Feminism“ der Ausdruck eines Sieges der Frauenbewegung ist. Frauen können heute einfach frei entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Dafür brauchen sie keine alte Tante mit Mundgeruch mehr, die immer noch zu wissen glaubt, was gut für junge Frauen ist.

Phantasielosigkeit haben die Macher vor allem dadurch unter Beweis gestellt, dass sie einfach die Kampagne der „Women against Feminism“ plagiiert haben. Interessant ist es ja schon sich durchzulesen, welche Gründe Männlein wie Weiblein für eine Feminismus-Legitimation halten.

Am besten gefällt mir Prof. Luise Pusch die das standesgemäß als Sprachwissenschaftlerin und Publizistin eloquent auf den Punkt bringt:Luise PuschGrandios. Da frage ich mich: Und was brauche ich dann als Mann um z.B. dafür zu sorgen, dass ich als unverheirateter Vater nicht mehr von dem Gesetz aufgrund meines Geschlechtes diskriminiert werde? Meinen eigenen Kampfverband? Besser kann man das Ausheben der Gräben zwischen den Geschlechtern, welches gerade den gegenwärtigen Opferkult-Feminismus auszeichnet, nicht auf den Punkt bringen.

Auch Tine Wittler, die Frau für das geschickte Händchen für die Inneneinrichtung hat sich zitieren lassen :tinewittlerIch weiß ja nicht, wie sie auf die Idee kommt, dass eine Welt ohne Feminismus diesen Besitzanspruch streitig machen würde. Dafür sorgen eigentlich unsere Gesetze. Was das Bewerten und Ansehen von Körpern – des eigenen und des anderen Geschlechtes – angeht, wüsste ich nicht, wie der Feminismus das verhindern sollte. Vor allem sind Frauen höchstens im Weltbild von vierjährigen Mädchen nur an inneren Werten interessiert, während Männer nur auf den Körper schauen. Vielleicht liegt es in der Natur der Sache, solange sich Männer und Frauen paaren, dass sie angesehen und auch bewertet werden. Darunter haben genauso Männer zu leiden, wenn sie auf Singlebörsen so dumm sind, ihr ehrliches Gewicht von über 100 Kg anzugeben und auf dem Profilbild nicht erkennbar ist, dass sie wie George Clooneys Zwilling aussehen. Wenn man sich nicht diesen Schönheitsidealen unterwerfen will, helfen nur zwei Dinge: Das eine  ist Selbstbewusstsein und das andere ist ist Ruhm bzw. ein dickes Bankkonto. Mit letzterem bekommt man selbst als menschenverachtendes Charakterschwein im voranschreitenden Alter noch einen Partner, egal ob als Mann oder Frau. Und gegen grenzverletztende Menschen, die ihren eigenen Minderwertigkeitskomplex kompensieren wollen, indem sie dir einreden, dass du mit deinem Äußeren nichts wert bist, hilft Selbstbewusstsein sicherlich mehr als Feminismus. Denn wer glaubt, dass FeministInnen tolerant und Weltoffen sind, wenn Frauen nicht so funktionieren, wie FeministInnen es gerne hätten, der kann sich gerne mal die Beschimpfungen auf den Seiten der Women against Feminism durchlesen.

Gut gefallen hat mir auch Christine Lüders, die als Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes natürlich direkte Nutznießerin der weiblichen Opferkultur ist. Sie hat ganz richtig erkannt:ChristineLuedersIch wäre hin und weg von soviel selbstreflektierender Einsicht, wenn sie nach den ersten zwei Sätzen Schluss gemacht hätte und fragte mich nur, wozu man für diese Erkenntnis den Feminismus brauchte. Denn auch Männern fliegen Positionen in Aufsichtsräten und Vorständen nicht einfach zu wie ein warmer Windhauch. Mehr als 99% von ihnen sind auch von diesen Positionen ausgeschlossen. Die meisten Frauen, die gezeigt haben, dass man dort auch ohne Penis landen kann, haben einfach nur den gleichen Preis bezahlt wie ihre männlichen Kollegen. Ist DAS vielleicht das Probem? Wie es Beatrice Tschanz Im Tagesanzeiger  einmal schön auf den Punkt bringt: „Frauen haben zuviele Skrupel“. Soll der Feminismus jetzt dafür sorgen, dass auch Frauen, die einen Kuschelvorstand zur Selbstverwirklichung brauchen, endlich die Chance auf einen Posten im Vorstand eines DAX-Unternahmens bekommen? Frauen die es geschafft haben, haben entweder auf Kinder verzichtet, sich einen schlechter verdienenden Mann gesucht, der ihnen die Kinder regelmäßig zum Stillen ins Büro gebracht hat oder sie haben sich lieber einen Job mit passenderer Work-Life-Balance gesucht. Bei dem einzigen weiblichen CFO eines Nasdaq-Unternehmens, die ich mal kennengelernt habe, hat auch der Mann die Rolle der Hausfrau übernommen und sich um das Kind gekümmert, während sie durch die Welt gejettet ist. Wenn gerade Akademikerinnen sich damit schwer tun, Hausmänner zu ehelichen, ist es vielleicht doch eher ein Problem der Frauen, als der gläsernen Decke oder der patriarchalen Unterdrückung. Und das Frauen an Unternehmensspitzen nicht zwingend familienfreundlichere Arbeitsmodelle unterstützen sollte einem spätestens seit Februar 2013 klar sein, wo Marissa Mayer als neue Yahoo Chefin als eine der ersten Amtshandlungen die familienfreundlichen Home-Offices strich.

Dazu Passt der Kommentar von Ramona Pisal:RamonaPisalVielleicht ist das Problem, dass die meisten großen Unternehmen von Männern gegründet und auf Weltmarkt-Niveau aufgebaut wurden. Da reden wir natürlich nicht nur von Unternehmen wie Siemens oder Mercedes Benz, die gegründet wurden, als Frauen sicherlich noch weniger Möglichkeiten hatten, eine adäquate Ausbildung zu erlangen, um selber Unternehmensgründer zu werden. Auch jüngere Unternehmen wie Microsoft, Google und Facebook wurden nicht von Frauen gegründet. Soll man als Ziel des Feminismus ansehen, dass auf männlicher Dominanzhierarchie aufgebaute, Unternehmen doch bitte jetzt, wo Frauen auch an ihre Spitzen drängen, auf weibliche Geltungshierarchie umgestellt werden? Auch hier ist es fraglich, wieso Frauen Feminismus brauchen sollten, um sich diesen Unternehmensstrukturen nicht zu unterwerfen. Die Lösung wäre ganz einfach: Gründet selber solche Unternehmen, liebe Frauen, und führt es mit „eurem“ Weg auf Weltmarktniveau, Wenn das funktioniert werden sicherlich einige progressive Unternehmen mitziehen.Aber nach vierzig Jahren Feminismus und einer Revolution wie der IT-Branche, welche einige unbekannte Menschen wie Bill Gates, Steve Jobs, Larry Page, Mark Zuckerberg zu Milliardären und viele Frauen zu CEOs gemacht hat, hat keine Frau ein vergleichbares Unternehmen wirklich gegründet. Wieso eigentlich nicht? Klar können sich Frauen hier wieder in die Opferrolle stellen und sagen „das Patriarchat hat uns halt nicht gelassen“ aber auch Bill Gates hat nicht gefragt, ob sein Vater nicht lieber wollte, dass er Jura studiert, oder der IT-Übervater IBM ihn zu einer der einflussreichsten Personen in der IT werden lassen wollte. Er hat es einfach gemacht. und das Frauen prinzipiell nicht von einer patriarchalen Gesellschaft daran gehindert werden, hat eindrucksvoll Meg Withman gezeigt. Ebay hat sie zwar nicht gegründet, aber als sie CEO wurde, war als es ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern und keine zwei Jahre später war sie die erste Internet Milliardärin. Vermutlich half ihr dabei aber keine feministische Neid-Rethorik, sondern knallharter Geschäftssinn und Führungsstärke. Ihren Standpunkt zum Feminismus formuliert die 59 jährige wunderbar griffig: “Die große Errungenschaft des Feminismus ist, das Frauen in unserer Genration die freie Wahl haben. Wenn sie Babies bekommen wollen können sie Babies bekommen. Wenn sie Karriere machen wollen können Sie Karriere machen”. Sie spricht bewusst in der Gegenwart. Wer braucht heute noch ein Feminismus, wenn eine Frau kurz dem dem Ruhestandsalter schon sagt, sie hätte die freie Wahl gehabt zwischen Karriere und Kinder.

Besonders interessant auf so einer Seite sind natürlich die Kommentar der Männer, die glauben Feminismus zu benötigen, wie z.B. Nils PickertNilsPickert Ich bin in der selben Situation wie Herr Pickert, auch wenn ich nicht weiß, ob er auch alleinerziehend ist. Ich habe auch einen Sohn und eine Tochter und ich wäre froh, wenn meine Kinder zum Beispiel in Bezug auf selbstbestimmte Familienplanung gleichberechtigt wären. Während meine Tochter aber jede Möglichkeit hat, ihre Familienplanung frei und unabhängig zu gestalten, selbst wenn es einen Verhütungsunfall oder eine böswillige Manipulation an der Verhütung durch ihren Partner gibt, wird mein Sohn im umgekehrter Situation in die Röhre schauen. Er wird noch nicht einmal automatisch das Sorgerecht bekommen. Gegenwärtig hat meine Tochter wesentlich mehr Möglichkeiten ein selbstbestimmtes Leben zu führen als ihr Bruder und die Tatsache, dass Jungen auf ihrem Gymnasium bis zur zehnten Klasse zur Minderheit geschrumpft sind, lässt mich schon daran zweifeln, dass sie hier noch Diskriminierung erfährt. Wohingegen meinem Sohn in der 5. Klasse ADHS unterstellt wurde, weil er der Lehrerin recht deutlich zeigte, wie langweilig er ihren Unterricht fand. Ich wüsste nicht, wie Feminismus ihm helfen sollte, wenn dieser seine Eigenschaften als Mann mit den Worten abtut „Kein Mann muss sich so benehmen“. Gerade der letzte Satz von Herrn Pickert ist besonders schön, wenn man ihn auf das relevante eindampft: „…dass sie frei sind zu tun was sie wollen, solange sie dabei nicht sich selbst verletzen.“ Das hat natürlich fast schon einen zynischen Beigeschmack angesichts der Tatsache, dass heutzutage 80% der erfolgreichen Selbstmorde von Männern begangen werden. Aber während der Feminismus aufschreien würde, wenn die Prozentzahl zu Ungunsten der Frauen wäre, ist die einzige mir bekannte feministische Würdigung dieser Tatsache der Kommentar von Herrn Pickerts Feminismus-Mitstreiterin Luise Pusch, welche den erweiterten Selbstmord von Herrn Andreas L. zum Anlass nimmt, eine Frauen-Quote in deutschen Cockpits zu fordern. Wie er seinem Sohn diesen Feminismus ohne Scham als Instrument seiner männlichen Befreiung verkaufen kann, finde ich schon erstaunlich.

Schön ist auch der Kommentar von Cem Özdemir:CemoezdemirIch liebe den Argumentationsfehler des „True Scotsman“: „WIr haben heute Gleichberechtigung, Cem.“ und Cem erwidert „Ja, aber dass ist ja keine ECHTE Gleichberechtigung.“  Was ist denn bitte ECHTE Gleichberechtigung, Cem? Wenn Frauen den gleichen Drang verspüren MINT-Fächer zu studieren und ihre mittlerweile überdurchschnittliche Ausbildung endlich in Jobs investieren, die mehr Geld als Selbstverwirklichung bringen? Frauen machen heute bessere Abschlüsse, studieren häufiger als Männer, sie haben einen geringeren Anteil an Schulabbrechern und kein Gesetz unseres Landes hält Frauen davon ab Firmen zu Gründen oder macht es ihnen schwerer irgendeinen wirtschaftlich erfolgreichen Beruf zu wählen. Wo ist diese Gleichberechtigung denn nicht echt? Weil Frauen nicht so entscheiden, wie sie es in einer deiner Meinung nach ECHT gleichberechtigten Gesellschaft tun müssten? Oder weil du als Mann ihre Motive nicht verstehst und deshalb meinst, ein ominöses Patriarchat würde sie dazu nötigen, sich für weniger lukrative Jobs zu entscheiden? Weil sie weniger Geld verdienen? Sie arbeiten auch weniger Stunden und leider meist in Jobs die unser Wirtschaftssystem für nicht so wertvoll hält. Klar, das kann man schlimm finden, aber das hat nichts mit unechter Gleichberechtigung zu tun, sondern mit den verkorksten Wertmaßstäben unseres Wirtschaftssystems, dem Bankkonten wichtiger sind, als die Erziehung des Nachwuchses. Wenn man glaubt, irgendein Unternehmer würde 22% mehr Lohn raus schleudern, wenn er nicht das Gefühl hätte, dass er damit seinen Umsatz in wenigstens gleichem Maße steigert, dann glaubt man vermutlich auch, dass die Regierung uns mit Chemikalien in den Jetstreams zu willenlosen Zombies machen möchte, damit wir im Feminismus etwas sinnvolles sehen. Nur weil Frauen sich leider immer noch seltener für finanziell lukrative Jobs entscheiden? Nur weil sie lieber nach persönlicher Neigung irgendwas mit Menschen machen, anstatt mit Banknoten heißt nicht, dass diese Entscheidung nicht auf der Basis einer echten Gleichberechtigung entstanden ist. Aber besonders gut gefällt mir natürlich Cems Abschlusssatz

Eine gerechte Gesellschaft unterscheidet nicht zwischen Mann und Frau, sondern stellt den Menschen und sein bzw. ihr Handeln in den Mittelpunkt.

Erstaunlicherweise ist genau DAS der Grund für das schlechte Ansehen des Feminismus heutzutage, weil man nicht auf die Definition, sondern auf die Handlungen seiner Vertreter schaut. Das wäre sicherlich ein Satz mit dem man jeden entsorgten Familienvater und seine Kinder sofort zum Feminismus bekehren könnte, wenn es nicht so eine hohle Phrase im Zusammenhang mit Feminismus wäre. Dem Feminismus ist die Situation von Vätern oder Männern egal. denn der Feminismus ist wenn man Google glauben darffemDie Tatsache, dass Männer immer noch benachteiligt werden bei der Frage, wo die Kinder nach der Trennung hingehen und wer für den ganzen Unsinn bezahlen soll, hat noch keine Feministin dieser Welt aufheulen lassen. Statt dessen wird darüber geheult dass 40% der alleinerziehenden Mütter an der Armutsgrenze leben. Angesichts der Tatsache, das 50% der alleinerziehenden Mütter keine nennenswerte Berufsausbildung haben, kann man sich eigentlich nur wundern, dass es nicht mehr sind. Und die Lösung könnte so einfach sein und das Leiden von entsorgten Vätern und ihren Kindern lindern, wenn man sich einfach um Gleichberechtigung als Eltern nach der Trennung genauso vehement kümmern würde, wie um die Gleichberechtigung im Beruf.  Die meisten zivilisierten europäischen Länder machen das mittlerweile so. In Deutschland hingegen wird ohne Studie „Was will die Frau“ eine Frauenquote für Vorstände durchgeprügelt. Aber bei Entscheidungen, welche die Lebenssituation von Hunderttausenden von Vätern, Müttern und ihren Kindern verbessern könnten, werden erst mal Studien in Auftrag gegeben, damit Entscheidungen in die nächste Legislaturperiode verschoben werden können. Auch wenn Internationale Studien hier bereits sehr eindeutige Ergebnisse liefern. Wenn Deutschland in den letzten Jahren vom EuGH verknackt wurde, war es nicht, weil Rechte von Frauen verletzt wurden, sondern weil Männer diskriminiert wurden. Unverheiratete Väter bekommen im Gegensatz zur Mutter immer noch nicht automatisch das Sorgerecht für ihre Kinder. Auch wenn sie sich mit der Vaterschaftsanerkennung dazu bereit erklären 20 Jahre lang eine Posten auf dem Kontoauszug der Mutter zu sein. Anonyme Geburten werden  nur für Frauen durchgesetzt. Pro Choice ist nur ein Frauenthema, auch wenn Väter sich nach einem Verhütungsunfall möglicherweise genauso gerne gegen die Verantwortungsübernahme entscheiden würden, wie Frauen es können. Für diese Erkenntnis brauche ich leider keinen Feminismus. Ein Streben nach Gleichberechtigung reicht. Nur weil einige Menschen nicht verstehen, dass es da einen Unterschied gibt, werde ich trotzdem kein Feminist.

Mein Alter Politiklehrer brachte das sehr schön auf den Punkt

„Anhänger eines -ismus zu sein, ist fast immer Ausdruck von Dummheit.“

Die einzige Ausnahme ist vielleicht der Humanismus, denn dem geht es wirklich um das, was Herr Özdemir völlig unangebracht in den Feminismus hinein interpretiert:

„Es wird ein Gesellschafts- und insbesondere Bildungsideal entworfen, dessen Verwirklichung jedem die bestmögliche Persönlichkeitsentfaltung ermöglichen soll. Damit verbindet sich Kritik an bestehenden Verhältnissen, die aus humanistischer Sicht diesem Ziel entgegenstehen.“ wikipedia

Wow ! ! ! Damit hätten sie, liebe Gleichberechtigungsfürstreiter von Werbrauchtfeminismus.de, die Unterstützung von Millionen Männern auf ihrer Seite. Weshalb man aber eine mittlerweile so männerfeindlich konnotierte Ideologie durch Definitionsvergewaltigung künstlich am Leben erhalten soll, werde ich nie verstehen. Und da helfen auch nicht die übrigen Kommentare, die zwischen jugendlich naiv bis dämlich pendeln. Wenn ich mir so durchlese, was für eine erbärmliche Einstellung die Damen Nahles, Schwesig, und andere von ihren Geschlechtsgenossinnen haben, dann mache ich mir zumindest keine Sorgen, dass meine Tochter oder meine Frau den Feminismus braucht, um ihr volles Potential zu entfalten.

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2 Antworten auf “Wer braucht Feminismus?”

  1. „Eine gerechte Gesellschaft unterscheidet nicht zwischen Mann und Frau, sondern stellt den Menschen und sein bzw. ihr Handeln in den Mittelpunkt.“

    Umgekehrt wird ein Schuh draus. Denn wo wird so sehr ständig zwischen „allen Frauen“ und „allen Männern“ verglichen wie im Radikalfeminismus? Das allererste Argument gegen den Gender Pay Gap ist, dass es überhaupt keinen Sinn hat, nach Geschlecht zu unterscheiden und gleichzeitig jeweils alle Frauen und alle Männer über einen Kamm zu scheren. Sobald man hier nach Handlung unterscheidet, löst sich die angebliche Diskriminierung in Luft auf, weil sich herausstellt, dass die beiden Gruppen sich aus stark unterschiedlichen Gruppen von Handelnden zusammensetzen (Wer studierte was? Wer arbeitet was und wie lang?).

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