Klokampf des Feminismus

Feministinnen können ja schon echt komisch sein. Immer wenn Mann denkt, sie hätten jetzt jede Opferwiese abgegrast, um sich als gesellschaftlich unterdrückt zu präsentieren, dann finden sie noch einmal einen Grund um Lautstark zu klagen. Diesmal sind „Nicht Genderrgerechte Toiletten“ sprich Pinkelbecken, die man nur in Männertoiletten antrifft, das Ziel des feministischen Hasses.

urinals

Im Bekennerschreiben verkünden die TäterInnen:

We the women of America will no longer tolerate male bigotry, especially through the method of genderizing restrooms, just like they had colorized restrooms during the first half of the twentieth century. Men need to know that their reign in this world is OVER and we will show no mercy towards our enemy.

Denn es kann ja nicht angehen, dass Männer aufgrund ihrer Biologie etwas können was Frauen nicht hinbekommen und wenn es nur im stehen pinkeln ist. Auch wenn wir eigentlich seit The Full Monty wissen, dass Frauen das auch könnten, wenn sie mal genug Alkohol intus haben und Zugriff auf ein Männerklo haben.

Aber gut, wenn Frau glaubt, dass sie unterdrückt wird, weil öffentliche Männertoiletten ein Becken haben, an denen Männer stehend pinkeln können, dann zeigt das eigentlich nur eins. Nämlich, dass der Feminismus inzwischen so viel erreicht hat, dass sich Feministinnen schon die absurden Elemente des Lebens aussuchen müssen, um sich noch zum Opfer stilisieren können.

These private rooms with urinals, which we call ‚oppression rooms,‘ are nothing more than a pedestal that men have created to worship their phallic tools of hate and destruction. These shrines to men’s egos must be destroyed if we are going to move beyond Stone Age male chauvinism!

Etwas übertrieben vielleicht: Worshipping the Urinal

Ich kann es ja noch verstehen, wenn Frauen auf den, eher zum Sitzpinkeln geeigneten, Toiletten in privaten Haushalten, darauf bestehen, dass sich auch Männer hinsetzen, vor allem wenn Männer den Schweinkram nicht einmal wegmachen, der selbst bei genauen Zielen meist entsteht, aber das Urinal hat nicht den Sinn das „phallische Hasswerkzeug“ zu verehren, sondern es geht einfach enorm viel Schneller. Oder hat sich noch niemand gefragt, warum im Kino vor den Damenklos am Ende des Filmes eine riesige Schlange steht, während bei dem Männerklo im Extremfall ein oder zwei Leute auf ein freies Klo warten? Am Urinal hat man seinen 0,75 Liter Jumbobecher Cola ratzfatz fachgerecht entsorgt. Mann kommt dort nicht auf die Idee eine Runde Quizduell fertig zu spielen, bis der letzte Tropfen endlich im Becken ist, oder seiner Freundin per SMS schnell noch die Farbe des neuen Lippenstiftes zu beschreiben.

Nach der Frauenquote jetzt die Toilettenquote?

Doch tatsächlich hat sich Soraya Chemaly Gedanken darüber gemacht und darf sich auf Time.com noch einmal ausweinen, warum die Toilettengestaltung den Hashtag #everydaysexism verdient:

  • Women need to use bathrooms more often and for longer periods of time because: we sit to urinate (urinals effectively double the space in men’s rooms)
    (Dafür benutzen Männder die anschlossenen Toiletten als letzten Rückzugsort, wo sie ungestört Angry Birds spielen oder mal lesen können wesentlich länger):
  • we menstruate
    (Ich wusste gar nichts, dass man das komplett auf der Toilette erledigt)
  • We are responsible for reproducing the species (which makes us pee more)
    (Gut dagegen können wir natürlich nichts setzen. Dafür können Schwangere auch die Behindertentoiletten benutzen)
  • We continue to have greater responsibility for children (who have to use bathrooms with us),
    (Komisch. ich sehe auch verhältnismäßig oft Männer, die ihre Kinder auf die öffentliche Toilette mit nehmen. Ich habe das ebenso gemacht. Vielleicht sollten Frauen hier einfach mal los lassen und diesen Nachteil gleichberechtigt auf das andere Geschlecht abwälzen.)
  • we breastfeed (frequently in grotty bathroom stalls)
    (Ich kann mir echt nichts schöneres Vorstellen, als das auf einem öffentlichen Klo zu tun und andere Frauen vom Pinkeln abzuhalten, Ausserdem ist das doch die größte sexuelle Diskriminierung, die Männer erdulden müssen, dass wir nicht die Brust geben dürfen)
  • Additionally, women tend to wear more binding and cumbersome clothes, whereas men’s clothing provides significantly speedier access.
    (Wozu Frauen ja bestimmt von den Bösen Männern gezwungen werden. Nicht nur, dass wir beim Gender Pay Gap jetzt schon die unwirtschaftliche Berufswahl von Frauen berücksichtigen, jetzt sollen wir auch noch auf die unpraktische weibliche Kleiderwahl bei der Toilettengestaltung rücksicht nehmen? kauft euch einfach anständige Klamotten)
  • But in a classic example of the difference between surface “equality” and genuine equity, many public restrooms continue to be facilities that are equal in physical space, while favoring men’s bodies, experiences, and needs.
    (Dadurch das Männer in der Regel größer sind, sie die Räume aber im Verhältnis kleiner wie meine Frau passend feststellte)

Das FeministInnen aus der Tatsache, dass männliche und weibliche Genitalien unterschiedlichen ausgeprägt sind, und man dem auf dem Klo durchaus Rechnung tragen kann, ein männliches Unterdrückungswerkzeug zusammen fabulieren, ist schon großes Kino. Vermutlich kommt als nächstes die Forderung, dass Männer auf dem Bau künftig nur einarmig arbeiten dürfen, damit Frauen hier gleichberechtigt schaffen können, denn, dass Testosteron mit seiner muskelbildenden Wirkung Frauen in diesem Berufszweig so unglaublich benachteiligt kann doch nicht wirklich angehen.

Wie schon gesagt: Wenn Feministinnen sich an solchen punkten des täglichen Lebens ihre ewige Unterdrückung generieren müssen, dass wundert man sich nicht, dass „Women against Feminism“ so einen Zulauf erhält.

Aber ein besonderes Bonbon liefert dann auch noch Facebook mit seiner kontextsensitiven Werbegenerierung. Wenn man auf den Link zu dem o.g. Urinal-Massaker klickt, bietet Facebook folgende Artikel als Interessant an:

Femurinls

Es ist doch toll zu sehen, dass es Frauen gibt die, anstatt ihre Opferrolle zu beklagen, lieber eine Lösung erfinden. Das Frauenurinal mit Platz für 4 pinkelwillige Frauen anstelle von 2 Toilettenzellen.

Und wenn Frau sich beklagt, dass sie dafür trotzdem die Hose runter lassen müssen und deshalb immer noch etwas mehr Zeit benötigen, gibt es eine weitere Frau, die sich über dieses Problem Gedanken gemacht hat. Dank der kontextsensitiven Werbung weiß ich nun, dass es auch hierfür eine Lösung gibt, damit z.B.  auch Frauen beim Trecken die Möglichkeit haben, ebenso wie ihr männlichen Begleiter einfach an den Baum zu pinkeln, anstatt sich in den Busch hocken zu müssen:

Womenpee

Das GoGirl Female Urination device welches mit dem schönen Slogan wirbt: Don’t take life sitting down

Go-Girl

Letztendlich ist es schön zu wissen, dass es auch Frauen gibt, die etwas besseres zu Tun haben, als sich über die biologischen Unterschiede und die daraus resultierenden Nachteile die Augen aus zu heulen, sondern einfach Lösungen zu finden.

Ich wäre dankbar, wenn demnächst mal ein Mann eine Lösung findet, wie wir ebenso wie die Frauen eine selbstbestimmte Familienplanung durchführen können, auch wenn die Verhütung mal versagt hat. Oder noch besser: Das ein Mann einen Weg findet, wie auch wir Männer mal die Möglichkeit haben, die größte Diskriminierung zu überwinden, welche uns die Biologie gibt: Das Stillen. Wer einmal den seligen Gesichtsausdruck eines Babys gesehen hat, welches den Hunger an der Brust gestillt bekommt, der wird dich schließlich nichts sehnlicher Wünschen, als das Bonding mit dem einfach Fütterungsakt zu erledigen.

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Ein Gedanke zu „Klokampf des Feminismus

  1. Pingback: Urinale sind ein patriarchales Unterdrückungsinstrument | bollschewist

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