Die Benachteiligung der FeministInnen

Es ist ja immer wieder lustig, wenn eine eine Online Publikation dringend noch ein paar Klicks braucht, damit die Werbeeinnahmen stimmen. Gerne wird dafür dann ein oft sehr peinlicher Artikel zum Polarisieren der Online-Leserschaft ins Rennen schickt.

Funktioniert immer.

zeitZuletzt bei Zeit Online, wo Robin Detje als Genderfreund die Lanze für die Political Correctness als letzte Bastion des Anstandes bricht und deshalb ein paar Autoren, die seiner Meinung nach den Anstand verletzt haben, in die – im Feminismus so beliebte – Ecke der „wütenden weißen Männer“ schob. Den Feminismus finden diese, seiner Meinung nach, nur deshalb doof, weil sie Angst um ihre Privilegien haben. Interessante Idee. Vermutlich geht es ihnen da ebenso wie all den Frauen, die sich als Stay-Home-Mum, ehemalige Familienministerin oder emanzipierte Frau in der Gesellschaft  gemütlich gemacht haben und nichts mehr mit dem feministischen Opferhabitus zu tun haben wollen.

So kann man sich auch einer kritischen Auseinandersetzung mit den Gender Studies und einem Feminismus entziehen, der aus Legitimationsgründen inzwischen aus jeder geschlechtsspezifischen Andersartigkeit eine Diskriminierung des weiblichen Geschlecht generieren muss. Genau da geht der Feminismus sehr schön Hand in Hand mit den Gender Studies. Schließlich wird hier das geschlechtsspezifisches Verhalten ohne den Ansatz einer wissenschaftlichen Grundlage erst mal als konditioniert unterstellt. Frei nach Simone de Beauvoir „Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird dazu gemacht.“ und mit dieser Grundannahme kann man natürlich jedes „typisch männliche“ Verhalten zur Diskriminierung stilisieren.

Wo das geschieht?

Ein Blick auf die Sexismusdebatte des letzten Jahres und 90% der Postings im #Aufschrei zeigen schon sehr deutlich wie sexistisch diese Debatte geführt wird, denn selten ging es dabei um sexuelle Übergriffe, für die auch der Großteil der hier kritisierenden Männer kein Verständnis hat, sondern meist darum, das Frauen von Männern auf die falsche Art und Weise angesprochen wurden, oder von einem Lehrer oder Vorgesetzten mal wie ein kleines Kind behandelt worden sind, oder sie das Gefühl haben im Beruf nicht voranzukommen (was natürlich nur mit ihrem Geschlecht zu tun haben kann). Neunzig Prozent der Klagen könnten auch von Männern vortragen werden. Noch werden Sie zwar  seltener von Frauen angebaggert (obwohl auch diese Barrikade fällt), aber Sie werden ebenso bescheuert von sozial inkompetenten VorgesetztInnen oder LehrerInnen herab gewürdigt. Da macht deren Geschlecht auch keinen großen Unterschied . Als Vater eines Sohnes, der an einer Waldorfschule fünf Jahre schwerpunktmäßig von Lehrerinnen unterrichtet wurde kann ich ein Lied davon singen, wenn meinem Sohn, gerne vorgeworfen wurde ein ADHS-Kind zu sein, nur weil ihn der Unterricht der LehrerInnen oft gelangweilt hat. Und die Tatsache, dass die Jungen in der zehnten Klasse des Gymnasium meiner Tochter mittlerweile Exoten sind mag ich auch nicht mit einer plötzlich einsetzenden genetisch bedingten geistigen Verarmung der Jungen erklären.

Oder welche große Zeitung, wie „Die Zeit“, dürfe es sich heute erlauben einen ähnlichen herablassenden Artikel wie den von Herrn Detje über die verbiesterten VertreterInnen des Feminismus zu schreiben, die eigentlich nur noch frustriert neue Opferwiesen zum Abgrasen suchen, weil die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern leider nicht dazu geführt hat, die Unterschiede zwischen Mann und Frau aufzulösen. Frauen haben heute nicht weniger Interesse daran, ihre Kinder groß zu ziehen. während von karriereorientierten Männern heutzutage noch genauso erwartet wird, die Karriere über ihre Präsenz bei den Kindern zu stellen. Um es einfach mal ganz klar zu sagen: Karriere mit Kindern ist auch für Männer Scheiße. Die einzigen Menschen die in den Vorständen der DAX-Konzerne Karriere machen sind Menschen, die ihren Familienaufwand minimal halten weil sie ihn auf ihren Partner oder eine Nanny auslagern können. So habe ich als alleinerziehender Vater die Berufung in einen Unternehmensvorstand schon vor Jahren abgeschrieben und meine karrieretechnisch sehr vielversprechende Festanstellung bei der IT-Tochter eines Energieerzeugers habe ich sausen lassen (und ich sage bewusst nicht „müssen“, weil es meine Entscheidung war diese Priorität zu setzen), weil ein Arbeitstag von 10 Stunden (inklusive Fahrtzeit) meinen Wunsch, das Wechselmodell mit meinen damals 5 und 8 Jahre alten Kindern sinnvoll mit Leben zu füllen, unmöglich gemacht hätte.

Magaret Withman (CEO von HP, die mit schöner Regelmäßigkeit seit 2004 im Forbes-Ranking der mächstigen Frauen unter den Top 25 auftaucht) hat es sehr schön auf den Punkt gebracht: „Die große Errungenschaft des Feminismus ist, das Frauen in unserer Genration die freie Wahl haben. Wenn sie Babies bekommen wollen können sie Babies bekommen. Wenn sie Karriere machen wollen können Sie Karriere machen“. Wenn Frauen allerdings die freie Wahl haben, und grundsätzliche die ausreichende Ausbildung für eine große Karriere haben (was bei den momentan durchweg besseren Abschlüssen von Mädchen als gegeben angenommen werden kann) ist doch die Frage berechtigt, warum sie immer noch weniger arbeiten als Männer und warum sie immer noch schwerpunktmäßig in schlechter bezahlten Frauenberufen arbeiten? Jeder der mir wieder erzählen will wie man heutzutage immer noch versuchen würde Frauen einzureden versucht, dass sie klein und gefällig zu sein haben, den sperre ich gerne mal mit meiner 15 Jährigen Tochter in ein Zimmer, damit sie ihn überzeugen kann, wie wenig Ahnung er/sie/x doch von weiblicher Sozialisation hat. Klar ist es einfacher sich hier als Opfer des Patriarchat zu sehen, aber Frauen erfüllen heutzutage zu einem großen Anteil die Voraussetzung um die von Frau Withman diagnostizierten Errungenschaften des Feminismus für eine Karriere nutzen zu können. Überdurchschnittlich oft ist das Gegenteil aber der Fall obwohl über 58% der jungen Männer sich inzwischen ein solches Modell vorstellen könnten. Es scheinen eher die Frauen zu sein, die sich noch nicht wirklich mit einer Änderung dieser Rollenbilder anfreunden können, denn ihnen ist es wesentlich wichtiger, dass der Partner nicht Arbeitslos ist (53,7%). Für 42,7 % ist es ein K.O.-Kriterium, dass er beruflich nicht erfolgreich ist. Wenn er weniger verdient als sie halten das 30,1 % für einen Hinderungsgrund für eine Beziehung. Dahingegen halten das mit 22,9%, 18,8% und 7,2% wesentlich weniger Männer für ein Problem. Zusammen fasst es die Elitepartner-Studie: “ Während Männern der Status einer Partnerin weitgehend egal zu sein scheint, kommt für Frauen kein Partner in Frage, der ein anderes Bildungsniveau hat, weniger verdient, beruflich nicht erfolgreich oder gar arbeitslos ist.“ Dabei wären die letzteren genau die Männer, die ihnen den Rücken frei halten könnten, um sie in der Karriere zu unterstützen.

Die wütende Männer alten Männer brauchen da gar nicht versuchen ihre Pfründe zu retten.

Gegenwärtig schaffen die Frauen das auch ganz alleine den Männern die „Privilegien“ zu erhalten. Frauen paaren sich offensichtlich trotz allem seltener mit Männern, die ihnen den Rücken für ihre Vorstandskarriere freihalten könnten, denn eines sollte man sich Klar machen, wenn man vom Aufstieg in den Vorstand träumt: Karriere ist ein Scheissjob, wenn man Wert auf gelebte Familie legt. Das gilt für alle Geschlechter, und das hat mehr damit zu tun wie familienfeindlich Karriere bei uns definiert wird. Es ist nicht Schuld eines ominösen Patriarchats, dass Männer durch ihr Verständnis von Familienfürsorge eher bereit sind das Familienleben hinten anzustellen, um für die finanzielle Sicherheit ihrer Lebensgemeinschaft zu sorgen. Jene Männer die lieber bei den Kindern zu Hause bleiben, oder für diese zu mindestens so präsent sein wollen, dass eine gleichberechtigte Berufsgestaltung möglich ist, machen meist leider Jobs, in denen sie nicht mehr als ihre Partnerin verdienen und damit fallen sie für fast 50% Frauen aus dem Beuteschema. Klar haben Frauen bei der Gretchenfrage Karriere oder Familie definitiv einen “Nachteil”, aber der ist biologischer Natur und heißt Bonding. Bei einer Frau passiert das während der Schwangerschaft fast automatisch. Männer müssen sich dafür erst die Zeit mit dem Kind nehmen, was durch die Paarungspräferenzen der Frauen oft nicht leicht ist, Dieser Psychologische Vorgang macht es Frauen sicherlich schwerer nach den ersten Monaten zu sagen „jetzt starte ich auch mit Kind beruflich durch“ aber das hat nichts mit den bösen alten Männern zu tun. Wenn die Damen und Herren FeministInnen mal von der Idee herunter kämen, dass Männer und Frauen prinzipiell gleich sind, dann würden sie vielleicht auch aufhören in jeder Kritik an Feminismus und Gender Studies, die Angst vor dem Matriarchat zu wittern, wie es in der Facebook Ankündigung zu dem überflüssigen Artikel von Herrn Dietje mal wieder kolportiert wurde:

„Hallo, liebe Männer: Frauen, die in Geschlechterbeziehungen ein Machtgefälle erkennen, wollen euch nicht unterdrücken! Und wenn eine Frau nicht mehr als Frau bezeichnet werden möchte, müsst ihr das akzeptieren. Und übrigens: Es gehört sich nicht, sich zu Opfern einer nicht-existenten Gesinnungspolizei zu stilisieren.“

Wenn man jede Kritik am Feminismus als ungerechtfertigte Besitzstandwahrung abtut und Männern reflexartig ein ungerechtfertigtes Opfergehabe unterstellt muss man sich natürlich nicht wundern, wenn die Diskussion so unerquicklich läuft. Umgekehrt formuliert hätte das sicherlich einen Aufschrei der Empörten gebracht, deshalb habe Ich auf der Facebook-Seite der Zeit dann einfach mal ein Posting im selben Stil verfasst:

Liebe Frauen,

Nur weil Männer heute nicht mehr so einfach euer Klagelied von dem (Nicht existierenden) Machtgefälle glauben wollen, heißt nicht, dass sie euch gleich wieder zu Kind und Küche verbannen wollen.

Und wenn sie sich nicht bereit erklären, euch als Prinzessin oder Profx anzureden, nur weil ihr mittlerweile nicht nur beim Schuhkauf sondern auch beim gefühlten Geschlecht unentschlossen seid, heißt nicht, dass Ihr euch unterdrückt fühlen müsst, vielleicht werdet Ihr auch einfach nur einfach nicht ernst genommen (das passiert uns auch mal).

Dass sind deswegen keine wütenden alten Männer, sondern an Gleichberechtigung glaubende Kerle, die in eurem Rosinengepicke nur nicht den Wunsch nach Gleichberechtigung erkennen können.

Also nicht Weinen und/oder Gleichberechtigungsfeindlichkeit unterstellen, wenn man dem Feminismus kein Interesse an einer Gleichberechtigung unterstellt und ihm deshalb kritisch gegenübersteht.

Und die Antwort lies auch nicht lange auf sich warten. nach einem freundlichen Einstieg mit „Als Frau sag ich: einfach mal bitte die Klappe halten, wenn man(n) keine Ahnung hat.“ wurden in der Folge nur die immer gleichen Opferlegenden herunter gebetet:

Wo ist denn da bitte kein Machtgefälle, wenn Frauen weniger Gehalt in gleicher Position kriegen

Unterschiedes Geld für gleiche Arbeit? Toll! Das wird die Arbeitgeber freuen.

Wenn man hinter den 2% bereinigter Gender Pay Gap eine patriachale Unterdrückung für realistischer hält als unterschiedliches Verhandlungsgeschick muss man sich nicht wundern, wenn dieses Argument nicht wirklich überzeugt. Wenn man die gerne zitierten 22 % wirklich für realistisch hält, sollte man sich schon die Frage gefallen lassen, ob ein wirtschaftliches Unternehmen sich wirklich leisten könnte 22% mehr für gleiche oder womöglich schlechtere Arbeit zu bezahlen, nur weil ein paar alte Männer sich verschworen haben um die Frauen klein zu halten? Machen wir uns nichts vor, wenn die 22% realistisch wären könnte jeder Unternehmer auf einen Schlag seinen Gewinn erheblich steigern, wenn er nur noch Frauen einstellen würde, die offensichtlich bereit sind, jenseits von tariflichen Regelungen für 22 Prozent weniger Bezahlung die gleiche Leistung zu erbringen.

Wenn Frauen mehr Opfer von Gewalt durch Männer werden als umgekehrt

Das Frauen öfter Opfer von Gewalt werden wird mittlerweile von diversen Studien – zuletzt vom Robert Koch Institut – bestritten und wenn wenn man sich die unterschiedlichen Reaktionen in der Öffentlichkeit auf männliche und weibliche Aggressionen ansieht mag es auch nicht unrealistisch erscheinen, dass Frauen mit ihrer Aggression einfach eher davon kommen.

In Fällen wo der Mann, in solchen Situationen zurückschlagt kann man sicher sein in welcher Statistik die Auseinandersetzung landen wird. Beim Mann scheint irgendwie immer davon ausgegangen zu werden, dass er es verdient hat, wie mehrere Interviewpartner zugaben.

Wahrscheinlich hat es sie betrogen

So antworten Frauen und Männer auf die Frage warum sie bei der Gewalt gegen den Mann nicht eingeschritten sind. Wie sexistisch es ist in so einem Fall Gewalt und Erniedrigung legitim zu finden zeigt das zweite Video, wo sich der aggressive Mann ebenfalls nur über die vermutete Untreue seiner Partnerin aufregt. Der Schauspieler kann froh sein, dass er nicht gleich selber von einem hilfsbereiten Mann verprügelt wurde. Von über hundert vorbeigehenden Menschen hielt es beim ersten Video gerade mal eine Gruppe Frauen für nötig einzuschreiten und die Polizei zu rufen. Gewalt gegen Frauen wurde hingegen überhaupt nicht toleriert, egal aus welchem Grund.

Wenn Mädchen mit 5 vaginal verstümmelt und mit 12 verheiratet werden?!

Ich frage mich ja schon, was das mit der Diskussion über die weibliche Diskriminierung in unserem Land zu tun hat. Ich glaube nicht das einer der im Zeit-Artikel kritisierten Männer solche Ereignisse in weniger emanzipierten Ländern akzeptabler findet als die feministischen Frauen, aber das Problem ist: So etwas findet kaum bei uns statt und insofern sind ünsere Möglichkeiten durch „awareness“ etwas daran zu ändern extrem begrenzt. Hierzulande werden eher die Jungs verstümmelt, wie die Diskussion um männliche Beschneidung zeigt. Und auch in der dritten Welt gibt es Gewalt speziell gegen Jungen. Die Tatsache, dass Boko Haram-Krieger einige hundert Männer und Jungen massakriert haben, hat zum Beispiel keine nennenswerte Reaktion in der westlichen Welt erzeugt, aber die Entführung von 297 Schülerinnen im selben Land von den selben Tätern hat gleich eine aktuelle Stunde im Bundestag zur Folge. Das zeigt sehr anschaulich, dass wir eine wesentlich sensiblere Wahrnehmung für Gewalt gegen Frauen haben als für Gewalt gegen Männern. Die Aussage der oben verlinkten Videos trifft also auch auf Gewalt in diesen Drittweltländern zu. Der Feminismus war hier offensichtlich schon sehr erfolgreich

Wir wollen nicht mit Prinzessin angeredet werden, wir wollen Menschenrechte!

Was die Frage aufwirft, welche Menschenrechte Frauen in unserem Land heute vorenthalten werden? Vor dem EuGH waren es in den letzten Jahren eher Männer welche die sexuelle Benachteiligung und Verletzung ihrer Menschenrechte per Urteil haben feststellen lassen. Ein Recht, welches Männern immer noch vorenthalten wird, ist z. B. das Recht  auf selbstbestimmte Familienplanung (Die Möglichkeit nein zu sagen, wenn es zum Beispiel zu einem Verhütungsunfall kommt). Frauen können sich der Verantwortung für ein ungewolltes Kind auf verschiedene Weisen entledigen. Wenn eine Frau ohne Absprache aber die Pille absetzt, weil sie Mutter werden will, kann sich ein Mann nicht mehr dagegen wehren ihr den Familienwunsch zu finanzieren. Und wenn Sie es geschickt anstellt und die Ratschlag-Katalog „Wie ich legitimes Mitglied werde“ des „Vereins allein erziehender Mutter und Väter“ befolgt, wird der Mann nicht einmal ein Familienleben deswegen haben, denn das automatische Sorgerecht hat er im Gegensatz zur Frau nicht. Um gegen den Willen der Mutter als gleichberechtigte Bezugsperson für sein Kind da zu sein, ist für einen unverheirateten Vater immer noch ein großer Kampf, in dem er oft Herabsetzungen und Verleumdungen schlucken muss. Selbst wenn er das gemeinsame Sorgerecht erhalten hat: Die sexistische Haltung, dass das Kind zur Mutter gehört ist da doch immer noch tief verwurzelt, weshalb ein Mann erst mal beweisen muss, dass er würdig ist für sein Kind zu sorgen. Dass sich in Berlin inzwischen der Begriff Bindungsintoleranz so sehr als Fachausdruck bei den Jugendämtern und Familiengerichten etabliert hat, dass sich gleich eine Mütterlobby gegründet hat, welche die gute alte Zeit (vor 1998) wieder herstellen möchte, als unverheiratete Väter fast rechtlos waren, ist sicherlich ein gutes Zeichen, dass wir uns hier langsam in Richtung Gleichberechtigung bewegen, aber das bedeutet nicht dass gleichberechtigte Elternschaft irgendetwas ist, was gegenwärtig greifbar wäre.

Wir wollen Respekt!

Das hat Clint Eastwood sehr schön auf den Punkt gebracht: „Ich glaube, ein Mann will von einer Frau das gleiche wie eine Frau von einem Mann: Respekt.“ Und das beinhaltet auch, dass man auch nicht einfach in die Chauvi- und Ewigestrigen-Ecke geschoben wird, nur weil man nicht alles gut findet was Frauen, welche die Gleichberechtigung noch nicht verinnerlicht haben, so machen. Wie ich meinen Kindern (bzw. deren Lehrern) schon immer sage: „Respekt ist keine Einbahnstraße“.

Wie groß ist nochmal der Anteil von alleinerziehenden Müttern (auch im Vergleich mit Vätern), die von Armut betroffen oder gefährdet sind?

Die Tatsache alleine, dass es von Armut bedrohte alleinerziehende Mütter gibt, beweist leider gar nichts, schon gar keine patriarchale Unterdrückung. Das ist wie beim sauren Regen. Alleine weil es sauren Regen gibt zu fordern, dass die Leute ihr Auto stehen lassen sollen, wird wenig Akzeptanz bringen, solange man nicht beweisen kann, dass eine hier einen Kausalzusammenhang gibt. Woran ist also der Kausalzusammenhang zwischen Alleinerziehung und Armutsbedrohung festzumachen? Vielleicht hat es ja nichts mit dem Zustand des Alleinerziehens zu tun, ob man seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Immerhin schaffen das die meisten alleinerziehenden Männer ganz gut. Als ich noch das Wechselmodell gefahren habe, hielt meine ex-Frau es bei gleicher Betreungsleistung für unverantwortbar mehr als 20 Stunden zu arbeiten, während ich 35- 40 Stunden gearbeitet und 90 Prozent der Alltagskosten der Kinder getragen habe. Und das hat anscheinend auch keine dramatischen Auswirkungen auf ihre Bindung gehabt, denn als die Kinder sich dann für ein festes Zuhause entscheiden wollten, haben sie sich für meins entschieden. Hat vielleicht eher was mit der inneren Haltung und Bonding zu tun als mit patriarchaler Unterdrückung. Und selbst wenn man das Alleinerziehen einzig und allein bei Müttern Benachteiligung und als Armutsursache beweisen könnte, ist doch die größte Frage, warum die Frauenverbände nicht vehement für das Wechselmodell eintreten, denn dieses verlagert ja das Problem doch gleichberechtigt auf beide Schultern und die meisten Männer, die ich davon überzeugt habe nach der Trennung das Wechselmodell zu praktizieren, sind nach Anfangssorgen ob sie das können, sehr dankbar dass es so läuft. Ebenso kenne ich viele Männer die viel Geld ausgeben, weil sie gegen die übelste Gegenwehr der Mutter versuchen, für ihre Kinder als Vater präsent zu sein. Aber raten sie mal, wer sich am vehementesten gegen das Wechselmodell wehrt? Die o.g. Mütterlobby und der VaMV. Egal wie viele Studien die Konsequenzen der Väterentsorgung beklagen und besagen, dass es für die Kinder und die Gleichberechtigung das beste wäre, wenn sich beide Eltern gleichberechtigt um die Kinder kümmern würden. Vielleicht haben diese Frauenverbände ebenso wie die FeministInnen am meisten Angst davor eine Opferrolle zu verlieren: Wie würde dass denn Aussehen, wenn Männer auf breiter Front weniger Probleme mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Familie hätten. Und nebenbei bemerkt: Die Zahlungsquote vom Unterhalt ist mit 80-90% bei Männern am Höchsten, die nach der Trennung ins Leben der Kinder eingebunden bleiben.

Wie wollen Männer hier eigentlich beurteilen, ob Frauen im Alltag diskriminiert werden oder nicht?

Tja, und woher wollen Frauen wissen, dass Männer sie wie doofe und unreife Kinder behandeln, weil sie Frauen sind? Vielleicht hat das auch nichts pauschal mit dem Geschlecht zu tun, sondern vielleicht finden Männer, dass einige Frauen sich in ihrer Rosinenpickerei manchmal wie ein doofes und unreifes Kind verhalten. Denn manchmal wirken die Klagelieder der Feministinnen leider ähnlich wie die die Forderungen dieser Kinder aus dem Women Against Feminism Artikel von Alles Evolution.

Und vielleicht sind Männer auch gegenüber Männern, die sich so dämlich verhalten ebenso herablassend.

Ohne Quote wird es nie dazu kommen, das Frauen eine angemessene Präsenz in Führungspositionen in den meisten Unternehmen erhalten.

Und jetzt kommt auch noch die Quote dazu und gleich zum Beschluss der großen Koalition führt eine Umfrage unter weiblichen Vorstandsmitgliedern bei Zeit Online zu Unverständnis, weil die zwar sagen, das Frauen auf dem Weg in die Vorstände benachteiligt sind, aber trotzdem nur zu 27% eine Frauenquote bevorzugen.

Vielleicht sind ja die typisch männlichen Eigenschaften (die ja vom Feminismus gerne als Böse kritisiert werden) einfach besser geeignet, um einen Großkonzern zu leiten? Und damit meine ich nicht nur die tiefe Stimme und das breite Kreuz wie es der Zeit-Artikel nahegelegt, sondern eher Eigenschaften wie zum Beispiel: Aggressivität (gegenüber der Konkurrenz), mangelnde Selbstreflexion und eine eine größere Scheiß-Egal-Haltung darüber, was andere Menschen über einen Denken, denn bei einigen harten Entscheidungen ist es vielleicht gut, über die öffentliche Meinung hinweg zu schauen (wenn man mal eben 5000 Menschen aus der Nachbarschaft arbeitslos macht, um die Produktion in ein Billigland zu verlegen). Das sind gerade NICHT die Eigenschaften, die man gerade als „typisch weiblich“ über die Frauen-Quote in die Vorstände bekommen will. Nicht das Frauen das generell nicht in der Lage sind zur Steigerung der Dividende die Mitarbeiter wie eine Zitrone aus zu pressen, aber die Frage ist vielleicht einfach wie groß der Anteil der Frauen ist, die Lust darauf haben als Posterboy des Kapitalismus – wie Herr Ackermann – von einem großen Teil der Bevölkerung verachtet zu werden? Letztendlich werden Vorstandsmitglieder selbst wenn sie erfolgreich sind, oft von den Menschen verachtet. Das hat aber weniger mit dem Patriarchat als mit den Mechanismen des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu tun (welches man natürlich als Produkt des Patriarchats gerne verdammen kann).

Vielleicht haben Frauen, die es in solche Positionen geschafft haben, sich diese Eigenschaften an trainiert. Oder sie haben eine Nische gefunden, bei denen diese Eigenschaften nicht so entscheidend sind. Die in dem Zeit-Artikel befragten Frauen könnten vielleicht also einfach vermuten, dass es nichts bringt Frauen per Quote in diese Position zu heben, denn die Nieschen bietetn keinen Platz für 30% und die Frauen die bereit sind, zu tun was dann manchmal nötig ist schaffen es wie man sieht auch so dahin. Wenn Frauen mit den, bei ihnen so gepriesenen Eigenschaften vielleicht deutlicher beweisen müssen, dass sie dieses Durchsetzungsvermögen haben, geht es ihnen letztendlich genauso wie einem Mann, der als Hebamme oder Kindergärtner immer noch eine ganze Menge Vorurteile widerlegen muss, um in dem Job als Gleichberechtigt neben seinen Kolleginnen akzeptiert zu werden.

Wenn Feministinnen hier nicht immer die Sexismuskeule schwingen würden, würden sie sicherlich auch mehr Männer für ihre Ziele begeistern können (denn die profitieren auch von einer skandinavischen Familienfreundlichkeit) und es bräuchten keine blöden #heforshe-Kampangen, welche Frauen eigentlich wieder entmündigen, nach dem Motto, Männer helft denen doch mal, die schaffen das mit der Gleichberechtigung nicht alleine.

Da es aber für die Gender Studies mit der Prämisse der „erschaffenen Frau“ nicht möglich ist, hier vielleicht hormonelle oder genetisch induzierte Präferenzen der Geschlechter zu akzeptieren, um dann mal zu schauen, wie die Arbeitswelt generell familienfreundlicher gestaltet werden könnte, um bei Frauen eher Interesse an einer beruflichen Karriere trotz ihrer Kinder zu wecken und bei Männern die familiäre Rolle zu stärken muss hier weiterhin die Opferrolle der Frau zelebriert werden. Aber genau davon müssten Feministen und Genderisten erst einmal runter kommen und akzeptieren, dass „Familie“ heutzutage einfach nicht wirklich im Interesse des deutschen Wirtschaftsdenken steht und Männer hier die gleichen Probleme haben, bzw. auch ihre Bereiche (vor allem im Familienrecht) haben, wo sie noch sehr deutlich diskriminiert werden.

DANN haben hier vielleicht auch mal wieder ein paar kritische alte Männer Interesse daran, sich ihre Probleme anzuhören.

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